Bezirk Affoltern
15.03.2013

GastroAffoltern im Clinch mit GastroZürich

Keine gemeinsame Homepage mit fünf weiteren Sektionen möglich – 112. GV in Mettmenstetten

Der Vorstand an der Generalversammlung im Mettmenstetter Eventlokal, von links: Daniela Hegetschweiler, Beat Burkard, Vreni Spinner, Anita Häberling und Patrick Steck. (Bild Werner Schneiter)

Der Vorstand an der Generalversammlung im Mettmenstetter Eventlokal, von links: Daniela Hegetschweiler, Beat Burkard, Vreni Spinner, Anita Häberling und Patrick Steck. (Bild Werner Schneiter)

Zusammen mit fünf weiteren Sektionen wollte GastroAffoltern eine gemeinsame Homepage gestalten. Das Vorhaben scheiterte, weil sich GastroZürich weigerte, Daten herauszugeben – angeblich aus Datenschutzgründen.

von werner schneiter

Vreni Spinner, «Rössli»-Wirtin in Mettmenstetten und Präsidentin von Gastro Affoltern (vormals Wirteverein), hiess am Dienstag 25 der 67 Mitglieder im Eventlokal von Urs Koffel «Im Grindel 6» in Mettmenstetten willkommen – unter ihnen Ernst Bachmann, den Präsidenten von GastroZürich. Und der erhielt zum Auftakt einen Nasenstüber: «GastroZürich ist in Sachen Internet inkompetent», sagte sie. Nicht Eingeweihte rieben sich wohl verwundert die Nase. Grund für diese Bemerkung lieferte ein Projekt von sechs Zürcher Gastro-Sektionen, eine gemeinsame Homepage aufzubauen. Für ein Vorprojekt wurde dazu ein Fonds von 6000 Franken geäufnet. Doch das Vorhaben musste begraben werden, weil sich GastroZürich aus Datenschutzgründen weigerte, die für den Betrieb der Homepage notwendigen Daten vom CRM-Mitglieder-Administrationssystem herauszugeben. «Ohne diese Daten der eigenen Mitglieder können wir die Homepage nicht unterhalten», sagte der federführende Patrick Steck, Kassier und Webmaster von GastroAffoltern. «Schade, dass wir auf einen zeitgemässen Auftritt verzichten müssen», meinte er ziemlich verärgert. Ernst Bachmann mochte sich zur Auseinandersetzung nicht äussern. Die fehlende Kooperation seitens von GastroZürich bildete den Grund für den Rücktritt vonPatrick Steck aus dem Vorstand von GastroAffoltern. «Damit sich das Verhältnis von GastroAffoltern zu GastroZürich entkrampft».

Vorläufig nur vierköpfiger Vorstand

Ein Entscheid, den Vreni Spinner natürlich bedauert. «Wir verlieren nicht nur einen Kassier, sondern Homepage-Kompetenz und ein Vorstandsmitglied, das sich durch Hartnäckigkeit auszeichnet», sagte sie. Weil sich derzeit niemand findet, in Patrick Stecks Lücke zu springen, agiert der Vorstand von GastroAffoltern vorderhand mit vier Leuten: Neben Präsidentin Vreni Spinner sind das Beat Burkard («Löwen», Hausen, Vizepräsident), Anita Häberling («Weingarten», Affoltern, Sekretariat) und Daniela Hegetschweiler («Güggel-Bar», Rickenbach-Ottenbach, Beisitzerin). – Weil Sandro Quirici turnusgemäss ausscheidet, wurde Roger Marty als Ersatzrevisor gewählt.

Die statutarischen Geschäfte warfen keine Wellen. Der Mitgliederbeitrag bleibt unverändert. Nachdem die Rechnung 2012 mit einem kleinen Gewinn schliesst, prognostiziert der Voranschlag 2013 mit einem Verlust von 2500 Franken, was GastroAffoltern angesichts des Vereinsvermögens gut verkraften kann. Weil die Internetseite (www.gastro-affoltern.ch) trotz des vorgängig erwähnten Scheiterns eines gemeinsamen Projekts «aufgemöbelt» werden muss, liess sich der Vorstand die Kompetenz geben, aus der Reserve maximal 5000 Franken zu entnehmen.

Anita Häberling stellte anschliessend das Jahresprogramm vor – eine reichhaltige Palette, die vom Minigolf über die Pferdekutschenfahrt bis zum Besuch der IGEHO und dem Neujahrs-apéro reicht. «Wir sind eine sehr innovative Gastro-Sektion und dürfen stolz sein auf zahlreiche originelle Betriebe», sagte Vreni Spinner unter Nennung von zahlreichen Beispielen.

Für Aussenstehende weniger spannend gestaltete sich das ausführliche Referat von Thomas Beusch (GastroSocial) zum Thema «Online-Lohnprogramm».

Ernst Bachmann machte nach der Generalversammlung einen Streifzug durch die politischen Aktivitäten von GastroZürich beziehungsweise den Kampf gegen neue Gesetzesvorschriften, die den Wirten das Leben schwer machen. In der Pipeline von Bundesbern ist unter anderem das Alkoholgesetz, das zum Beispiel die Happy Hour verbietet. Alkoholtestkäufe durch Junge nannte er verdeckte Ermittlungen. Obwohl es das Bundesgericht auch so sieht, weigern sich auch im Kanton Zürich viele Gemeinden, darauf zu verzichten.

Bachmann geisselte beim Lebensmittelgesetz den Internet-Pranger in Sachen Lebensmittelhygiene und sagte, es gebe genügend gesetzliche Möglichkeiten, «Grüsel» aus dem Verkehr zu ziehen.

Seine ausführlichen Ausführungen ernteten aber nicht nur Beifall. «Das ist mir alles zu negativ – es gibt doch auch Positives zu berichten», monierte ein Mitglied. In seiner Funktion habe er die Interessen der Gastro-Mitglieder wahrzunehmen. Dazu zähle auch der Kampf gegen die Bevormundung. Insgesamt seien die Umsätze in der Branche rückläufig.

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