Bezirk Affoltern
15.06.2017

Neuer Kantonsrat für die Grünliberalen

Politisch stehen sich Hans Wiesner (rechts) und Ronald Alder näher als hier am glp-Stand am Affoltemer Chlausmärt. (Bild zvg.)

Politisch stehen sich Hans Wiesner (rechts) und Ronald Alder näher als hier am glp-Stand am Affoltemer Chlausmärt. (Bild zvg.)

Sechs Jahre hat Bonstetter Hans Wiesner für die Grünliberalen und fürs Säuliamt im Kantonsrat politisiert. Ende Juli ist nun Schluss. Er überlässt seinen Sitz dem 15 Jahre jüngeren Ronald Alder aus Ottenbach.

von thomas stöckli

«Es war ein spannendes Mandat», blickt Hans Wiesner auf seine sechs Jahre als Kantonsrat zurück. «In der Schweiz passiert viel auf kantonaler Ebene.» Wiesners Hauptanliegen war dabei stets die Verbindung zwischen Wirtschaft und Ökologie – und natürlich die regionalen Interessen des Säuliamts. So machte er sich gegen seine Partei für die Umfahrung von Obfelden und Ottenbach stark und auch für eine Kantonsschule im Knonauer Amt. «Wir Grünliberalen betreiben Sachpolitik und wägen Vor- und Nachteile ab», so Wiesner.

Stark gemacht hat sich Wiesner für die Velo-Infrastruktur. So stiess es ihm sauer auf, als der Regierungsrat ihm versicherte, an der Stationsstrasse zwischen Bonstetten und Wettswil entstünde im Rahmen der flankierenden Massnahmen ein drei Meter breiter kombinierter Geh-/Radweg – dann allerdings stillschweigend darauf verzichtet wurde. Gekämpft hat er auch gegen Pendler-Abzüge in der Steuererklärung: «Pendeln ist Privatsache», so der Titel seiner diesbezüglichen Kolumne im «Anzeiger». Nicht nur bei dieser Gelegenheit hat er mit pointierten Aussagen klar Stellung bezogen. «Ich hocke nicht aufs Maul», so ein Credo des Bonstetters, der sein Amt als Bezirks-Parteipräsident behält. «Wir wollen die Position als viertstärkste Kraft im Amt festigen», so sein Anliegen. Ein wichtiger Punkt dabei wird es sein, mehr Leute in die lokalen Behörden zu bringen.

Interessen von Umwelt und Wirtschaft verbinden, so dass beide profitieren

In der jungen glp-Fraktion ist Hans Wiesner mit seinen 63 Jahren der Zweitälteste. Auf die Sommerferien hin macht er nun einem Platz, der 15 Jahre jünger ist, aber doch schon seit acht Jahren im Vorstand der Ämtler Grünliberalen. Als Umwelt-Naturwissenschaftler bringe Ronald Alder den idealen Hintergrund mit, zudem sei er kompetent in Umwelt-, Wirtschafts- und Familienthemen und verfüge als Gemeinderat von Ottenbach über Erfahrung in der Kommunalpolitik. Man soll Jüngere nicht auf Platz zwei sitzen lassen, bis es ihnen verleidet, hat sich Wiesner gesagt. Der Sommer drängte sich deshalb als Wechseltermin auf, weil er im September mehrere Wochen beruflich im Ausland sein wird und deshalb bis Ende Jahr fünf Kantonsratssitzungen verpasst hätte. So ist seine letzte Kantonsratssitzung nun am 10. Juli.

Ab 21. August geht es dann für Ronald Alder los. «Ich freue mich auf die Aufgabe», sagt er. Am Ziel ändert sich mit dem neuen Kopf nichts, auch Alder will die Interessen von Umwelt und Wirtschaft verbinden, so dass beide profitieren, «gerade auch in unserem Bezirk», wie er betont. Als Gemeinderat von Ottenbach hofft er zudem auf Synergien, so will er die Perspektive der Gemeinden beim Kanton einbringen und im Gegenzug aus Zürich relevante Informationen für die Bezirksgemeinden mitnehmen. Zuerst kommt allerdings die Einarbeitung: «Schnuppern, zuhören, mich integrieren», so Alder, «aber auch schauen, wo ich mich einbringen könnte.» Nahe liegen ihm die Energiethematik, sowie die Bereiche Gesundheit und Soziales.