Bezirk Affoltern
11.09.2017

Kehrichtsammeldienst in neuen Händen

Nach der Vertragsunterzeichnung am Sitz der Dileca in Affoltern, von links: Obrist-Geschäftsführer Thomas Meier, Inhaberin Sabine Bärlocher, Dileca-Geschäftsführer Franz Liebhart und Dileca-Präsident Andreas Binder. (Bild Werner Schneiter)

Nach der Vertragsunterzeichnung am Sitz der Dileca in Affoltern, von links: Obrist-Geschäftsführer Thomas Meier, Inhaberin Sabine Bärlocher, Dileca-Geschäftsführer Franz Liebhart und Dileca-Präsident Andreas Binder. (Bild Werner Schneiter)

Kehricht und ein Grossteil des Grünguts wird im Bezirk Affoltern ab 1. Januar 2018 von der Obrist Transport + Recycling AG aus Neuenhof AG abgeholt. Die Neuausschreibung (Submission) erfolgte, weil die K. Müller AG, die den Sammeldienst seit 2003 besorgt, den Vertrag gekündigt hat.

von werner schneiter

Der letzte Wechsel beim Sammeldienst von Kehricht und Grüngut erfolgte im Jahr 2003. Damals ging der Auftrag der Dileca AG (ehemals Kehrichtzweckverband) von der Zingg AG aus Hedingen an die K. Müller AG über, was für Gesprächsstoff sorgte – auch, weil im Rahmen eines Submissionsverfahrens eine einheimische Firma gegenüber einem aus Wallisellen stammenden Anbieter den Kürzeren zog. Immerhin war Zingg seit dem Bau der Kehrichtverbrennungsanlage in Zwillikon, die 1985 stillgelegt wurde, zuständig für den Kehricht-Sammeldienst.

Auch beim jetzigen Wechsel liegt der Grund hauptsächlich im Preis – zumindest aus Sicht von Müller-Geschäftsführer Daniel Müller. «Mitbieter Obrist kann das zu einem günstigeren Preis machen. Für uns gibt es eine Grenze», sagt er.

Groll hegt Müller indessen nicht. «So ist das Geschäft». Was die Weiterbeschäftigung der Mitarbeitenden betrifft, will er das Gespräch mit Obrist suchen. Weil Müller für die Kehrichtentsorgung im Kanton Zug zuständig ist, kann er dort einen Teil der im Säuliamt stationierten Mannschaft beschäftigen, einen anderen vielleicht am Hauptsitz in Wallisellen. Möglich, dass auch Obrist den einen oder anderen Belader von Müller übernimmt. «Es ist mir ein Anliegen, dass wegen des Wechsels niemand arbeitslos wird», fügt Daniel Müller bei. Seinen im Säuliamt stationierten Wagenpark zügelt er Anfang Jahr nach Wallisellen.

Unveränderte Sammeltour

Unter sieben Anbietern fiel nun die Wahl nach einer Submission der Dileca auf die Obrist Transport + Recycling AG aus dem aargauischen Neuenhof, welche das wirtschaftlich günstigste Angebot eingereicht hat. Preis, Qualität und Referenzen bildeten die Hauptkriterien für die Vergabe. Dieser Tage wurde der Vertrag unterzeichnet – für fünf Jahre mit einer Option für weitere drei Jahre. Zum Kerngeschäft der 60-jährigen und in dritter Generation von Sabine Bärlocher geführten Firma zählt die Entsorgung. Insbesondere bei Kehrichtsammeltouren verfügt sie über langjährige Erfahrung, führt sie diese doch mittlerweile in 36 Gemeinden der Kantone Aargau und Zürich durch: im Limmattal, Siggenthal, im Freiamt bis Wohlen Richtung Zurzach sowie in Fällanden und in Wangen-Brüttisellen. «Nach Birmensdorf bildet nun die Übernahme im Säuliamt «eine natürliche Erweiterung», hält Obrist-Geschäftsführer Thomas Meier fest.

Obrist übernimmt den Sammeldienst ausser in Stallikon in allen Ämtler Gemeinden sowie in Jonen und in Islisberg – ausschliesslich mit modernsten Euro-6-Fahrzeugen. Ausserdem wird Grüngut aus elf Gemeinden abgeholt und zur Ökopower AG nach Rickenbach-Ottenbach geführt. Da ändert sich gegenüber heute nichts – auch nicht, was die Sammeltouren betrifft. Die Abholtage in den Gemeinden bleiben die gleichen. Mögliche Änderungen gibt es bei den Abholzeiten. Und beim Kehrichtsackpreis, nachdem beide Vertragspartner von guten Konditionen sprechen? «Der bleibt vorläufig unverändert», sagt Dileca-Geschäftsführer Franz Liebhart, schliesst aber eine spätere Senkung nicht aus.