Bezirk Affoltern
04.12.2017

Spital: Einstimmigkeit zu den Rechtsformen

Die Langzeitpflege soll nach dem Splitting als Interkommunale Anstalt (IKA) geführt werden, das Akutspital als gemeinnützige Aktiengesellschaft (gAG). Zu diesem Plan haben sich die Delegierten des Spital-Zweckverbands am Donnerstag einstimmig bekannt.

von Thomas Stöckli

Der Mehrzweckraum im Haus Rigi des Spitals Affoltern war gut gefüllt an der wegweisenden Delegiertenversammlung. Unter den rund 70 Gästen waren neben diversen Gemeindepräsidenten und anderen Interessierten vor allem auch viele Spital-Mitarbeitende. Sie durften nach zähen Diskussionen ums wenig erfreuliche Budget für 2018 miterleben, wie die Delegierten die Betriebskommission (BK) einstimmig beauftragten, die neuen Rechtsformen aufzugleisen. Das Ziel: das Akutspital soll als gAG, die Langzeitpflege als IKA organisiert werden.

Zuweisende Ärzte entscheidend

«Es ist uns klar, dass eine IKA in einer Volksabstimmung leichter durchzubringen wäre», hatte BK-Vizepräsident Jürg Burger bekannt. Trotzdem sei man überzeugt von der gAG als richtige Lösung fürs Akutspital. Diese Rechtsform ermögliche es, schnell auf veränderte Bedingungen reagieren zu können, was in der aktuellen Marktsituation notwendig sei, führte BK-Mitglied Heinz Spälti aus. Zudem lässt die gAG im Gegensatz zur IKA Beteiligungen von Drittpersonen zu.

Die Gemeinden behalten die Aufsichtsfunktion und können durch die Wahl und Abwahl der Verwaltungsräte Einfluss nehmen. «Die gemeinnützige AG bewährt sich im Kanton seit zehn Jahren als Alternative zum Zweckverband», so Spälti weiter. «Ohne die Auflösung des Zweckverbands sehe ich schwarz fürs Spital Affoltern.»

Der Ottenbacher Delegierte Ronald Alder zeigte sich erfreut über den Fortschritt. Die Lösung liege nun auf dem Tisch, jetzt müssen die Informationen an die Bevölkerung und an die Ärzte, forderte er. «Die zuweisenden Ärzte sind matchentscheidend.» Die entsprechenden Kontakte seien bereits geknüpft, verriet Spitaldirektor Michael Buik.

Erster Workshop morgen Mittwoch

Splitting und Rechtsgrundlagen werden nun in Workshops weiter ausgearbeitet. Der erste findet bereits morgen Mittwoch, 6. Dezember, statt. Das ist auch der Grund, weshalb die Anträge der DV für dringlich erklärt wurden. Vorerst zurückgestellt hat die BK dagegen die Intensivierung der Gespräche mit einem privaten Klinikbetreiber. Der entsprechende Kreditantrag wurde von der Traktandenliste gestrichen.