Bezirk Affoltern
04.12.2017

Mit Rhythmen und Blasmusik begeistert

Das Blasorchester unter der Leitung von Gilbert Théraulaz. (Bild zvg.)

Das Blasorchester unter der Leitung von Gilbert Théraulaz. (Bild zvg.)

Personell sind die Formationen der Jumba knapp besetzt, doch spielen können sie, die Ämtler Nachwuchsmusikanten. Am Herbstkonzert im gut besuchten Gemeindesaal Bonstetten machten sie beste Werbung für ihr wertvolles Hobby.

Eröffnet wurde das diesjährige Herbstkonzert der Jumba durch die Drummer Factory. Das traditionelle «Chinderfäscht» mit unterschiedlich anspruchsvollen Stimmen gab den jüngsten «Drummern» die Möglichkeit, gemeinsam mit den Älteren zu spielen. Etwas schwieriger und musikalisch genauso originell wie sein Name, war anschliessend das «Fischschtäbli» – eine Komposition des musikalischen Leiters Etienne Destraz. Mit «African Wind» bewiesen die jungen Drummer, dass die Perkussion nicht immer laut sein muss: Sie verwandelten den Konzertsaal für einige magische Momente in einen klangvollen afrikanischen Dschungel. Zum Abschluss des ersten Teiles wurde die Drummer Factory noch durch Spielerinnen aus dem Blasorchester verstärkt. Die sieben Musikerinnen hatten im Rahmen eines gemeinsamen Workshops ihr Instrument mit einer Trommel getauscht und das gemeinsam erarbeitete Stück «Booster» erntete grossen Applaus.

Nach einem kurzen Umbau begrüssten die zwei charmanten Ansagerinnen das Aspirantenspiel auf der Bühne, die Einsteiger-Formation der Jumba. Für rund die Hälfte der nur zehn Spielerinnen und Spieler war es der erste Auftritt auf einer Bühne. Unter der bewährten Leitung ihres Dirigenten Daniel Raschle zeigten sie aber keine Unsicherheit. Mit der Ouvertüre «Indian River» sowie dem lateinamerkanischen «El Niño» verblüfften sie das Publikum mit anspruchsvoller Blasmusik und durften natürlich noch eine Zugabe spielen.

«Jumba-Jump» und Schleifpapier

Nach der Pause füllte sich die Bühne etwas mehr: Das Blasorchester der Jumba mit den älteren Musikerinnen und Musikern und ihrem Dirigenten Gilbert Théraulaz hatte sich für seinen Teil bereit gemacht. Es startete mit «Happy» des berühmten Sängers Pharrell Williams, und die Lebensfreude, die dieses Lied ausstrahlte, passte bestens zu den Jugendlichen. Es folgten der spannende Soundtrack aus dem Film «Air Force One» und ein Klassiker der Blasmusikwelt: «ABBA-Gold», ein anspruchsvolles Medley aus diversen berühmten ABBA-Melodien.

Besondere Unterhaltung bot dann das «Sandpaper Ballet»: Den Solo-Part hatten zwei jugendliche «Handwerker» mit Schmirgelpapier und Holzbrett. Und ein weiterer Höhepunkt war «Jumba-Jump», vom Schweizer Komponisten Christoph Walter. Dieses Geschenk des Lions-Clubs hatte die Jumba im vergangenen Frühling gemeinsam mit dem Christoph Walter Orchestra uraufgeführt. Das «Blasi» bewies nun, dass es die Komposition auch ohne Unterstützung des Profi-Orchesters ausgezeichnet präsentieren kann.

Zum Schluss erinnerten sich wohl viele der älteren Konzertbesucherinnen und -besucher an die Zeiten, in denen die Jumba noch richtig gross war: Die Aspi-Spieler verstärkten das «Blasi», zusätzliche Stühle wurden gesucht und das gemeinsame Orchester füllte die Bühne komplett aus. Der Sound der beiden gemeinsam gespielten Abschlussstücke und der Zugabe weckten wehmütige Erinnerungen an Zeiten, als die Blasmusik bei den Jugendlichen noch populärer war und die Jugendmusikvereine noch nicht um ihr Überleben bangen mussten.

Rekrutierungssorgen im Vorstand

Denn die Zukunft der Jumba ist ungewiss: Wie die Präsidentin, Andrea Lippmann, erklärte, haben mehrere Vorstandsmitglieder und Ressortverantwortliche auf diesen Frühling ihren Rücktritt angekündigt und bisher ist die Nachfolge noch nicht gesichert. Hinzu kommt, dass nur noch wenige Jugendliche ein Blasinstrument spielen und die Formationen oft kaum noch eine spielfähige Grösse und Besetzung haben.

Es bleibt die Hoffnung, dass sich doch wieder neue, engagierte Funktionäre finden und dass wieder mehr Kinder die Freude am Musizieren entdecken. Denn wohl jeder, der an diesem Abend den Konzertsaal verliess, hat einmal mehr erlebt, wie viel die Jugendlichen im Zusammenspiel erreichen können und dass die Musik ein enorm wertvolles Hobby und eine Lebensschule fern von Handy und Internet bietet. (MR)

Kontakt: praesident@jumba.ch, Telefon 043 399 99 19. Weitere Infos unter www.jumba.ch.