Bezirk Affoltern
06.08.2018

«Bitte», «sehr gerne» und «danke»

Blumen für Valérie Battiston von Gemeindepräsident Werner Michel. <em>(Bild Hans Reding)</em>

Blumen für Valérie Battiston von Gemeindepräsident Werner Michel. (Bild Hans Reding)

Grosse Worte von berühmten Politikern waren auch zum diesjährigen Nationalfeiertag in Stallikon nicht gefragt. Für die Ansprache vom letzten Mittwoch hat Gemeindepräsident Werner Michel die mit Bestresultat gewählte neue Gemeinderätin Valérie Battiston ausgewählt.

von hans reding

Pünktlich um 18.30 Uhr begrüsste Gemeindepräsident Werner Michel die eingetroffenen Einwohnerinnen, Einwohner und Gäste zum Apéro, der traditionsgemäss vom Gemeinderat offeriert wurde. Dabei durfte er mit grosser Zufriedenheit feststellen, dass am Hitzetag exakt zu dieser Stunde vor dem Werk- und Feuerwehrgebäude, wo dieser Festanlass stattfand, ein angenehm kühles Windchen aufkam.

Die musikalische Apéro-Begleitung durch das Duo Galaxis lockte schliesslich immer mehr Leute auf den Festplatz. Nachdem sich das zur Festwirtschaft umfunktionierte Werkgebäude langsam gefüllt hatte, kam das seit Jahren eingespielte Küchenteam unter Leitung von Fredy Steck wiederum voll zur Geltung.

Nun begann ein grossartiges Konzert der Musikgesellschaft Stallikon, erweitert durch Mitglieder des Musikvereins Harmonie Adliswil. Unter der Leitung des nimmermüden Dirigenten und Sängers Marc Bühler wurde dem Publikum Unterhaltung vom Feinsten geboten. Das zog sich so nach der Festansprache noch bis 22 Uhr weiter durch. Die Gäste wurden musikalisch verwöhnt! Viele von ihnen sangen mit und tanzten spontan in den Abend hinein. Der anhaltend grosse Applaus beeindruckte Orchester und Dirigent!

Hitzefrei für den Glöckner?

Programmgemäss wäre um 20.45 Uhr das Glockengeläute der reformierten Kirche Stallikon vorgesehen gewesen. Bei den seit Tagen anhaltenden Höchsttemperaturen von über 33 Grad erlaubten sich die Glöckner für diesen Abend vermutlich mal Hitzeferien. Schliesslich durften ja wegen Feuergefahr auch keine Knallraketen und -frösche gezündet werden…

Also kam um 21 Uhr der besinnliche Teil der 1.-August-Feier. Nachdem Präsident Werner Michel sich rundum bei den Mitwirkenden für den gelungenen Anlass bedankt hatte, übergab er das Wort der neu gewählten Gemeinderätin Valérie Battiston. «Bitte», «sehr gern» und «danke». Die Rednerin erinnert sich an ihre Kindheit, vier Geschwister waren sie. Ja und nein sagen lernten sie sehr schnell mal von alleine. Doch bald lernte sie, wie faszinierend es sein kann, wenn man zum ja oder nein sagen ein zusätzliches Zauberwörtchen hinten anhängt, eben bitte, sehr gerne oder danke.

Heute als Gemeinderätin fällt Valérie Battiston auf, mit welcher Freude und tiefem Interesse die Stalliker Gemeinderätinnen und Gemeinderäte ihr Amt angehen. Etwas gerne machen bedeutet, dass im Tun, in der Tätigkeit selbst, der Antrieb geborgen liegt. Alle haben sie tiefes Interesse daran, die Gemeinde ein gutes, behutsames Stück voranbringen zu können. Deshalb bemühen sich die Gewählten nach bestem Wissen und Gewissen darum, auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner von Stallikon zu hören. Aus den gehörten und gelesenen Anregungen gilt es dann mit möglichst wenig Aufregung eine tragfähige Lösung zu finden, die auch mit den gesetzlichen Rahmenbedingungen vereinbar ist.

Wohlwollen und Wertschätzung zeigen

Das Wörtchen «gerne» drückt aber auch noch etwas ganz anderes aus, so kurz es sein mag: Für jemanden etwas gerne zu machen heisst, dieser Person gegenüber viel Wohlwollen und Wertschätzung zu zeigen. Alle haben wir am eigenen Leib erfahren, wie heikel und schwierig es ist, den Alltag in einer Familie zu gestalten – und erst noch möglichst behutsam und mit viel Wohlwollen. Dies gilt auch für das Zusammenleben in einer so grossen, vielfältigen Gemeinschaft wie unserer Gemeinde.

Die weit über 150 Stallikerinnen und Stalliker hörten über die glasklare Akustikanlage den Gedanken von Valérie Battiston aufmerksam zu und bestätigten schliesslich die besinnlichen Worte mit lang anhaltendem Applaus. Es war ihre erste Ansprache zum 1. August.

Die neue Gemeinderätin würde sich sehr darüber freuen, wenn an der nächsten Versammlung den gewohnten vorgebrachten Fragen und Meinungen doch zum Schluss noch das Wörtchen «bitte» angehängt würde. Ja, gerne, danke.