Bezirk Affoltern
01.11.2018

Ein Zeichen der Achtsamkeit

Der Präsident der Stiftung Rotenbirben, Urspeter Sauder, freut sich, die neue Jubiläumsschrift zu präsentieren. Im Hintergrund das Gebäude des altehrwürdigen Hofes. <em>(Bild Marianne Voss)</em>

Der Präsident der Stiftung Rotenbirben, Urspeter Sauder, freut sich, die neue Jubiläumsschrift zu präsentieren. Im Hintergrund das Gebäude des altehrwürdigen Hofes. (Bild Marianne Voss)

Vor 200 Jahren wurde der Hof Isenbach, Rotenbirben, in Bonstetten erbaut. Heute gehört er mitsamt dem dazugehörigen Land der Stiftung Rotenbirben. Zum Jubiläum wurde eine interessante Festschrift verfasst.

Von Marianne Voss

Die Geschichte des Hofes Isenbach, Rotenbirben, begann im Frühling 1818, als wegen der Brandgefahr vom Regierungsrat verfügt wurde, dass die Häuser im Dorf Bonstetten nicht mehr so eng beisammen stehen dürfen. Viele Bauern waren dadurch gezwungen, auszusiedeln. Der letzte Besitzer des Hofes Rotenbirben, Ernst Albert Suter, verstarb im Januar 2016 im hohen Alter von 91 Jahren. Als junger Mann hatte er sich auf den Weg nach Neuseeland gemacht und einen grossen Teil seines Lebens dort verbracht. 1986 war der dann mit seiner neuseeländischen Frau zurückgekehrt und hatte den Hof bis zu seinem Tod bewohnt. Seine Frau war bereits 2004 einer schweren Lebererkrankung erlegen.

Albert Suter verfügte in seinem Testament, dass sein gesamter Besitz in die zu gründende Stiftung Rotenbirben überzugehen habe. Auf diese Weise sollten der Hof und das Land als wichtiger Teil der Kulturlandschaft im Knonauer Amt erhalten bleiben. Das Land befand sich einige Zeit in der Baureserve-Zone. Albert Suter hatte sich noch zu Lebzeiten mit allen Kräften dagegen gewehrt und erreicht, dass es wieder der Landwirtschaftszone zugeteilt wurde. Bei seinen Bemühungen ging es ihm darum, ein Zeichen zu setzen für die Achtsamkeit gegenüber der Natur.

Festschrift

Seit zwei Jahren besteht nun in Bonstetten die Stiftung Rotenbirben, die ein Stück wunderbarer Natur am Dorfrand erhält und pflegt. «Rotenbirben bedeutet ursprünglich rote Birnbäume», erklärt der Präsident der Stiftung, Urspeter Sauder. «Es gab hier schon immer sehr viele Birnbäume, und der Name bezieht sich auf die rote Herbstfärbung ihres Blätterkleides.» Begeistert berichtet er von den inzwischen fast 180 Hochstammbäumen mit alten Obstsorten, die auf dem Land gedeihen. In einer Aktionsgruppe (ARB) engagieren sich viele Leute aus Bonstetten und der Umgebung. Sie setzen sich ehrenamtlich ein und legen auch selber Hand an, wo es nötig ist. Der Obstgarten schafft Gemeinschaftserlebnisse beim Arbeiten, Ernten und auch zusammen Essen.

Zum 200-jährigen Bestehen des Hofes hat die Stiftung eine Festschrift verfasst, in der die Geschichte des Hofes und das Leben von Albert Suter beschrieben sind. Es werden aber auch weitere interessante Themen aus Bonstetten und der Umgebung beleuchtet. So zum Beispiel der Bahnbau, der Strassenbau, das Aufkommen des Telefons oder die Entwicklung der Schule. Aktuelle und historische Bilder sowie Karten machen die Festschrift nicht nur lesenswert, sondern auch attraktiv fürs Auge.

Jubiläumsschrift «Hof Isenbach-Bonstetten, Rotenbirben», zu beziehen in der Buchhandlung Scheidegger, Affoltern, oder unter www.stiftung-rotenbirben, apfel@stiftung-rotenbirben.ch.