Bezirk Affoltern
03.12.2018

Ottenbach sichert sich mehr Mitspracherecht im Dorfzentrum

Mit dem Kauf des ehemaligen Postlokals am Dorfplatz, wo nun der Weihnachtsbaum steht, sichert sich die Gemeinde mehr Mitspracherecht bei der Gestaltung des Dorfzentrums. <em>(Bild Werner Schneiter)</em>

Mit dem Kauf des ehemaligen Postlokals am Dorfplatz, wo nun der Weihnachtsbaum steht, sichert sich die Gemeinde mehr Mitspracherecht bei der Gestaltung des Dorfzentrums. (Bild Werner Schneiter)

Einstimmig befürwortet die Ottenbacher Gemeindeversammlung den Kauf des ehemaligen Postlokals am Dorfplatz für 290 000 Franken – und verschafft sich damit ein Vorteil bei der Gestaltung des Zentrums. Auch alle anderen Vorlagen fanden Zustimmung.

Von Werner Schneiter

Es war wohl die am stärksten befrachtete Traktandenliste einer Gemeindeversammlung in Ottenbach. Sie umfasste 18 Geschäfte von Politischer und Primarschulgemeinde, reformierter Kirchgemeinde und Sekundarschule, die in einem fast 80-seitigen Beleuchtenden Bericht zusammengefasst werden mussten. Sie konnten am Donnerstagabend in zweieinhalb Stunden abgearbeitet werden.

Steigerung der Gemeinde-Eigentumsquote auf 22,5 Prozent

Als völlig unbestritten erwies sich der vom Gemeinderat beantragte Kauf des ehemaligen Postlokals im Stockwerkeigentum zum Preis von 290000 Franken – ein Betrag, der 20000 Franken unter dem Richtpreis der Post liegt. Die Landwirtschaftliche Genossenschaft Ottenbach (LGO) steht in einem Veränderungsprozess und bekundete kein Interesse an einem Kauf; die Post hat keine Verwendung für die Räume. Der günstige Kaufpreis war wohl nicht der Hauptgrund für den Kauf, sondern der Umstand, dass sich die Gemeinde mit dem Kauf auf ihrem Weg zur Gestaltung des Dorfzentrums einen Vorteil verschaffen kann – mehr Einfluss, wie Gemeindepräsidentin Gaby Noser Fanger. Jedenfalls ermöglicht der Erwerb eine Steigerung der Eigentumsquote der Gemeinde am Dorfplatz von 11,3 auf 22,5 Prozent. Nun müsse beim laufenden Zentrumsgestaltungsprozess hier jedenfalls keine weitere Partei einbezogen werden. Der Souverän könne bei der späteren Nutzung der Räume mitreden, fügte die Gemeindepräsidentin bei. Die Art der Nutzung dieser Räume ist noch offen und Gegenstand von Verhandlungen mit einem Interessenten. Einstimmig und diskussionslos sagten die 74 Stimmberechtigen Ja zum Kauf.

Obfelden versus Ottenbach

Mehr Diskussionen entfachte der Antrag der Sekundarschule Obfelden-Ottenbach mit ihrem Antrag von 150 Stellenprozenten für Hauswartung und 120 Stellenprozenten für die Reinigung der Gebäude. Daraus resultieren jährliche Kosten von 277000 Franken. Opposition dagegen kam aus Obfelden. Das sei zu teuer, fand man in diesen Reihen, wo die Meinung vorherrschte, in Zusammenarbeit mit Gemeinde und Primarschule eine Lösung zu finden. Ohne Erfolg: Der Antrag auf Ablehnung der Vorlage wurde mit 55:14 Stimmen verworfen.