Bezirk Affoltern
10.12.2018

Maschwanden hat wieder ein Restaurant

Freuen sich auf die Wiedereröffnung: Besitzer Carlo Massaro (links) und der neue «Kreuz»-Wirt Elia Panzarella, die am Freitag ein «Testessen» veranstaltet haben. <em>(Bild Werner Schneiter)</em>

Freuen sich auf die Wiedereröffnung: Besitzer Carlo Massaro (links) und der neue «Kreuz»-Wirt Elia Panzarella, die am Freitag ein «Testessen» veranstaltet haben. (Bild Werner Schneiter)

Zehn Jahre nach dem Erwerb durch die Familie Massaro wird das traditionsreiche Restaurant Kreuz in Maschwanden am 13. Januar 2019 wiedereröffnet. Der neue Wirt Elia Panzarella betreibt in Horgen eine Osteria und macht auch im ehemaligen Fischrestaurant mit italienischen Spezialitäten Aufwartung.

Von Werner Schneiter

Das Maschwander «Kreuz», ein stattlicher Bau neben der Kirche, ist beladen mit einer reichhaltigen Geschichte. Sie begann vermutlich schon im 13. Jahrhundert. Das Restaurant im damaligen Städtchen Maschwanden wurde als einzige Taverne in der Region geführt, diente Durchreisenden als Nachtlager und Verpflegungsmöglichkeit. Einige hundert Jahre später wirkte die Familie Born prägend. Sie verhalf dem Restaurant während Jahrzehnten dank exzellenter Fischküche zu überregionalen Bekanntheitsgrad. Aus Altersgründen gaben Cécile und Hansueli Born das Restaurant 2010 auf, führten dieses in den letzten Monaten noch als «Bed and Breakfast»-Betrieb.

Vier Wohnungen realisiert

Schon zuvor, am 17. Dezember 2009, erwarben die Inhaber des Baugeschäfts Massaro aus Thalwil das «Kreuz». «Wir haben damals den Umbau wegen der sehr guten Auftragslage in unserem Betrieb hinausschieben müssen», sagt Juniorchef Roberto Massaro. Er betont, die Firma habe das «Kreuz» samt einem Projekt gekauft, das nicht bewilligungsfähig war. Auch nicht der ursprünglich geplante Einbau von sechs Wohnungen.

Nach einigen baurechtlichen Schwierigkeiten, die auch in einem zwischenzeitlichen Baustopp gipfelten, konnten die Inhaber im «Kreuz» schliesslich vier Wohnungen realisieren. Diese sind inzwischen vermietet. Auch am Plan, das Restaurant wieder zu eröffnen, wurde festgehalten. So blieb auch der von einer aus Dorfpersönlichkeiten gebildeten Interessengemeinschaft gehegte Wunsch nach einem Restaurant aufrecht. 2016 scheiterte jedoch die angestrebte Zusammenarbeit mit einer Wirtin.

Nun zeigen aber die im April dieses Jahres erneut gestarteten Bemühungen für eine Wiedereröffnung Früchte. Die Familie Massaro hat mit Elia Panzarella, Betreiber der «L’Osteria del Lazzarone» in Horgen, einen Fünfjahresvertrag unterzeichnet. Er enthält eine Option für weitere fünf Jahre. So wird das «Kreuz» ab Sonntag, 13. Januar 2019, zum italienischen Spezialitätenrestaurant mit mediterraner Küche, wo auch Pasta und Pizza ihren Platz haben. «Authentische italienische Speisen», wie es Roberto Massaro ausdrückt. Er ist überzeugt, den richtigen Restaurateur gefunden zu haben. Ausgeschenkt wird Baarer Bier. Derzeit läuft eine Art «Testphase»; ein Unternehmer hat bereits zu einem Firmenessen eingeladen. Das Restaurant verfügt über 50 Plätze, einschliesslich Saal, der sich neben der Gaststube befindet. Vorausgesetzt, dass das «Kreuz» ein Restaurant bleibt, kann der Betreiber die neben der Kirche angesiedelten, öffentlichen Parkplätze nutzen.

Weinschenke im Keller

Die Küche wurde umgebaut und mit moderner Einrichtung bestückt, und auch die anderen Räume erstrahlen in neuem Glanz, sind jedoch unverändert. Neu wird im Kellergeschoss eine Weinschenke mit 30 Plätzen eingerichtet, die in einem zweiten Schritt, voraussichtlich im Laufe des Februar 2019, eröffnet werden kann. Sie wird mit einer Berkel-Schneidmaschine ausgestattet und eignet sich für Apéros. Beeindruckend hier: die alten, wuchtigen Mauern. Ab Frühjahr wird auch auf der Terrasse im Freien bedient.

«Nach den vielen Eröffnungsankündigungen in den letzten Jahren – auch auf den 1. April – gilt es jetzt ernst. Das ist natürlich für unsere Bevölkerung ein wunderbares Weihnachtsgeschenk», sagt Gemeindepräsident Christian Gabathuler. Er glaubt, dass in einem Dorf ohne Restaurant etwas Wesentliches fehlt – wie in Maschwanden seit zehn Jahren. «Wir hoffen deshalb, dass das ‹Kreuz› jetzt wieder für Einheimischen und Gäste ein beliebter und gemütlicher Treffpunkt für verschiedenste Anlässe wird», so der Gemeindepräsident.