Bezirk Affoltern
01.06.2012

Weibeln für die Sicherheit der Kinder

Den A4-Zubringer-Plan vor sich, von links: Philipp Schweiger, Fritz Egger, Hugo Wandeler, Anastasia Plouda und Rolf Hegetschweiler. (Bild Werner Schneiter)

Den A4-Zubringer-Plan vor sich, von links: Philipp Schweiger, Fritz Egger, Hugo Wandeler, Anastasia Plouda und Rolf Hegetschweiler. (Bild Werner Schneiter)

In Obfelden und Ottenbach herrscht grosse Besorgnis. Eltern mit schulpflichtigen Kindern, aber auch ältere Personen fühlen sich auf der Durchgangsstrasse der beiden Dörfer zunehmend unsicher. Die ins Leben gerufene «Interessengemeinschaft sicherer Schulweg» kämpft für den Bau des Autobahnzubringers.

von martin mullis

Den beiden Mitgliedern der IG Sicherer Schulweg aus Obfelden, Anastasia Plouda und Philipp Schweiger, steht die Besorgnis im Gesicht geschrieben. Die Leiterin Mobilisierung ist Mutter von zwei und der Mediensprecher der IG Vater von drei Kindern. Sie sind sozusagen die sichtbare Vertretung der parteiübergreifenden Vereinigung von Eltern und Dorfbewohnern aus Obfelden und Ottenbach. Als Hauptziel ihrer Gemeinschaft bezeichnen sie den Bau des A4 Zubringers, um so die Dörfer vom ständig wachsenden Durchgangs- und Schwerverkehr zum Autobahnanschluss Affoltern zu entlasten. Für die Umfahrungsstrasse führt die «IG sicherer Schulweg» jedoch noch weitere Argumente ins Feld: So sehen sie den geplanten A4-Zubringer nicht nur als landschaftsschonende Variante, sondern auch als eigentlichen Schutz des Moores in Ottenbach. Mit zirka zwei Millionen Franken werden beim Bau der Umfahrung verschiedene Massnahmen zugunsten der Natur getroffen.

Die Mitglieder der IG sind auch überzeugt, dass der öffentliche Verkehr mit der Zubringerstrasse massiv aufgewertet wird. Die Postautokurse werden wieder ohne Staus und damit auch ohne Verspätungen verkehren. Schliesslich würden ohne Umfahrung auch Kosten von 20 bis 30 Millionen Franken für unabdingbare Verkehrsmassnahmen nötig werden, diese allerdings nur gerade für eine eigentliche Symptombekämpfung, so die Argumente der IG.

Persönlich an der Haustüre umUnterstützung werben

Die beiden am Gespräch anwesenden Vertreter der «IG sicherer Schulweg» sind sich jedoch bewusst, dass sie mit ihrem Kampf einen langen Weg vor sich haben. Die Stimmbürger im Kanton ausserhalb des Bezirkes Affoltern für ein Ja zur Umfahrung zu überzeugen wird nicht einfach sein. Im Säuliamt selber, insbesondere aber in den beiden Reussdörfern finden sie allerdings eine überaus breite Unterstützung. Der IG angeschlossen haben sich bereits eine stattliche Anzahl Betroffener. Und alle sind voller Tatendrang, für die Sicherheit der Kinder zu werben. Seit drei Wochen besuchen in einer aufwändigen Aktion gegen 20 freiwillige Mitglieder die Bewohner persönlich an der Haustüre und werben mit Gesprächen und Argumenten für Unterstützung. Ihre Bemühungen werden denn auch belohnt, sie haben eindeutig festgestellt, dass die Stimmung in der Bevölkerung klar für den A4-Zubringer tendiert. Anastasia Plouda, von der «IG sicherer Schulweg» weiss, dass der überwiegende Teil der Einwohner in Obfelden und Ottenbach die Umfahrungsstrasse als integralen Bestandteil der A4 sieht. Scheinlösungen oder unmögliche und längst verworfene Umfahrungsversionen würden von der betroffenen Bevölkerung energisch abgelehnt, so die Leiterin Mobilisierung der IG. Immerhin würden in beiden Dörfern neben einigen hundert Kindern mit zum Teil sehr langen Schulwegen auch sehr viele Erwachsene immer wieder direkt mit brenzligen Verkehrssituationen konfrontiert, argumentiert die Interessengemeinschaft.