Bezirk Affoltern
22.06.2012

Stehli-Areal: Die Shedhalle muss weichen

«Die Gefühle sind zwiespältig.» Bauherrin Barbara Stehli dokumentiert die Fortschritte auf der Baustelle. (Bilder Thomas Stöckli)Westseite: Die Dachplatten sind bereits weg ...... und auch die Fenster wurden im oberen Bereich entfernt.Die Abriss-Arbeiten beginnen im Nordosten, der Kamin (links) bleibt bestehen.Die Stahlträger in der Dachkonstruktion.

«Die Gefühle sind zwiespältig.» Bauherrin Barbara Stehli dokumentiert die Fortschritte auf der Baustelle. (Bilder Thomas Stöckli)

Westseite: Die Dachplatten sind bereits weg ...

... und auch die Fenster wurden im oberen Bereich entfernt.

Die Abriss-Arbeiten beginnen im Nordosten, der Kamin (links) bleibt bestehen.

Die Stahlträger in der Dachkonstruktion.

Wohnraum statt einer nicht mehr zeitgemässen Fabrikhalle: Der Rückbau des Sheds auf dem Stehli-Seiden-Areal hat begonnen. Nächste Etappe wird dann die Sanierung des schützenswerten Langhauses sein.

von thomas stöckli

«Die Abrissbirne gibt es nicht mehr», sagt Barbara Stehli. Dass die Verwendung des Ausdrucks «Rückbau» statt «Abriss» nicht nur ein Euphemismus ist, zeigt sich am Beispiel der alten Shedhalle auf dem Stehli-Seiden-Areal deutlich: Erst waren die Eternitplatten auf dem Dach fein säuberlich abgeschraubt worden, und fast behutsam nimmt sich der Baggerführer nun die Stahlträger und Mauerelemente vor. Backstein und Beton, Holz und Stahl werden fein säuberlich getrennt und einem neuen Verwendungszweck zugefügt. Eigentlich war der Abriss ja bereits auf April eingeplant. Nach dem Wasserschaden bei Otto’s im Reuss-Center hatte die Stehli Seiden AG ihren langjährigen Mieter nochmals Obdach gewährt und die eigenen Pläne verschoben. Auch anderen Mietern kam dieser Aufschub entgegen.

Wohnungen, Lofts und Ateliers

Bis Ende Juni solle von der Shedhalle nichts mehr zu sehen sein, verrät Barbara Stehli. 140 Jahre lang hatte der ältere Teil des grossen Baukörpers das Areal geprägt, der neuere Anbau wurde vor über 60 Jahren realisiert. «Wir haben noch ein schönes Album, wie der neue Teil in den 1940er-Jahren angebaut wurde», erzählt Barbara Stehli. Dass man auf Säulen im Innenraum verzichten konnte, sei in jener Zeit revolutionär gewesen.

Seit 20 Jahren arbeitet Barbara Stehli mittlerweile auf dem Areal. «Da hat man eine Beziehung zu jedem Gebäude.» Den Rückbau verfolgt sie deshalb mit zwiespältigen Gefühlen. Es habe sich gezeigt, dass es keinen Sinn macht, die Shedhalle am Leben zu erhalten. In Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege wurden deshalb Pläne für eine zukünftige Wohnnutzung geschmiedet. Anstelle der Shedhalle sind vier moderne Flachdach-Bauten mit einem gemeinsamen Innenhof geplant. Davor wird allerdings als nächste Etappe das schützenswerte Langhaus saniert. Hier sollen Lofts und Ateliers entstehen.