Bezirk Affoltern
18.05.2017

Das Säuliamt, ein Hort von Alltagserholungsgebieten

Die ZPK-Mitglieder beim unterhaltsamen Zusammensetzen des Säuliamts mit den Kartenfragmenten ihrer Gemeinde.ZPK-Präsident Kurt Weber (links) dankt Regionalplaner Roger Strebel für seinen Workshop zum Thema Alltagserholungsgebiete. (Bilder Martin Platter)

Die ZPK-Mitglieder beim unterhaltsamen Zusammensetzen des Säuliamts mit den Kartenfragmenten ihrer Gemeinde.

ZPK-Präsident Kurt Weber (links) dankt Regionalplaner Roger Strebel für seinen Workshop zum Thema Alltagserholungsgebiete. (Bilder Martin Platter)

Die ZPK-Gemeindedelegierten beurteilten ihre Kommunen mehrheitlich positiv

von Martin Platter

Im Anschluss an den offiziellen Teil der Mitgliederversammlung der Zürcher Planungsgruppe Knonaueramt (ZPK) referierte der diplomierte Forstingenieur und Raumplaner Roger Strebel über die Bedeutung von Alltagserholungsgebieten. Im Gegensatz zu Naherholungsgebieten, die sich unter Umständen weiter weg von der Haustüre der Erholungssuchenden befinden, grenzen die Alltagserholungsgebiete typischerweise direkt ans Siedlungsgebiet. Entsprechend stehen auch sie je nach Zone unter Siedlungsdruck.

Verschiedene Qualitäten

Anhand von Beispielen erklärte Strebel, wie sich Alltagserholungsgebiete in verschiedene Qualitäten aufteilen lassen. Der Projektleiter der Regionalplanung Zürich und Umgebung bediente sich dabei eines Ampelmodells. Grün stand für ein schönes, auch atmosphärisch einladendes Gebiet, das eine gute Infrastruktur – Wegnetz mit Wegweisern, Feuerstellen, Bänke, Stege und anderes – für seine Benutzer aufweist. Orange bezeichnete er ein Gebiet, das wohl schön ist, aber eine verbesserungswürdige Infrastruktur aufweist. Mit rot wurden schliesslich Gebiete bezeichnet, bei denen dringender Handlungsbedarf bezüglich bestehender Infrastruktur vorliegt.

Als geeignete Mittel, um etwaige Verbesserungen in die Wege zu leiten, empfahl er die Begehung und Interviews mit den Landbesitzern. Landwirte seien oft zentrale Partner bei Fragen zu Alltagserholungsgebieten.

Alltagserholungsgebiete attraktiver gestalten

Danach waren die ZPK-Delegierten gefragt. Anhand der Ampelfarben mussten sie die Gebiete in ihren Gemeinden beurteilen. Dabei stellte sich heraus, dass es nicht nur unterschiedliche Wahrnehmungen gibt, sondern dass diese auch noch von der Wohndauer bzw. der Verbundenheit des Beurteilenden mit «seiner» Scholle abhängt.

Erstaunlich wenige rote Punkte fanden sich schliesslich auf der Säuliämtler Karte; sehr viele grüne und etwas weniger gelbe Punkte. In Aeugst wurden zudem zwei blaue Punkte gesetzt in Gebiete, die nach Meinung des Gemeindevertreters gänzlich unangetastet bleiben sollten. Strebel regte an, mit zusätzlichen «Attraktionen» die Alltagserholungsgebiete aufzuwerten und für Erholungssuchende anziehender zu machen. Als Vergleichszahlen führte er die Kosten für ein Bushäuschen (20000 bis 80000 Franken), für eine Bushaltestelle (80000 bis 120000 Franken), einen Laufmeter Kantonsstrasse (6000 bis 8000 Franken) und für einen oberirdischen Autoparkplatz (7500 Franken) ins Feld. Mit einem Bruchteil dieses Geldes liessen sich bedeutende Verbesserungen in den Alltagserholungsgebieten erzielen, postulierte Strebel und erntete für seine Ausführungen Applaus.