Sport
14.07.2016

Toni Seiler fährt in Le Mans aufs Podest

Mit seinem bildschönen Lola T70 Mk3 von 1968 (vorne) gehört Toni Seiler bei allen historischen Rennen zu den Schnellsten in seiner Kategorie. (Bilder zvg. Peter Wyss)Toni Seiler freut sich auf dem Podest in Le Mans über den dritten Rang.

Mit seinem bildschönen Lola T70 Mk3 von 1968 (vorne) gehört Toni Seiler bei allen historischen Rennen zu den Schnellsten in seiner Kategorie. (Bilder zvg. Peter Wyss)

Toni Seiler freut sich auf dem Podest in Le Mans über den dritten Rang.

Erfolg des Bonstetters beim grössten historischen Autorennen, der Le Mans Classic.

von Peter Wyss

Drei Wochen nach den 24 Stunden von Le Mans wird – und dies nur alle zwei Jahre – der teilweise über öffentliche Landstrassen führende und deshalb legendäre Circuit de la Sarthe (13,6 Kilometer) nochmals vollständig für einen zweiten Grossanlass gesperrt. Bei der «Le Mans Classic» traten am vergangenen Wochenende rund 450 Rennsportfahrzeuge in sechs Feldern aus verschiedenen Epochen zu je drei Rennen über rund eine Dreiviertelstunde an. Mittendrin im hochkarätigen Feld 5 der Wagen von 1966 bis 1971 befand sich Toni Seiler mit seinem bildschönen Lola T70 Mk3. «In Le Mans zu fahren, ist für jeden Rennfahrer ein Highlight. Das war schon zu meiner Zeit im modernen Rennsport so», beschreibt Seiler den Anreiz. Damals schaffte er es einmal als Dritter in der GT-Kategorie aufs Podium.

Konstante Leistungen

Bei hochsommerlichem Wetter verfolgten rund 123000 Zuschauer (über drei Tage) das Geschehen. Am Start zu seinem ersten Lauf, der erst am Samstagabend bei Einbruch der Dunkelheit erfolgte, machte Seiler gleich einige Plätze gut, nistete sich auf dem fünften Rang ein und behauptete sich auf diesem bis ins Ziel. Was er noch nicht wusste: Dies war bereits ein erster wichtiger Schritt Richtung Podium. Auch das zweite Rennen kurz nach 6 Uhr am Sonntagmorgen beendete er auf fünfter Position, unter rund 70 Konkurrenten. Das Beste folgte zum Schluss: Am frühen Nachmittag fuhr er im letzten Renndrittel an hervorragender dritter Stelle, hinter zwei weiteren Lola T70 ins Ziel, was ihn in der Addition der drei Laufzeiten auf den dritten Gesamtrang brachte.

Das Maximum herausgeholt

«Ich war selbst überrascht, dass ich dies geschafft hatte», gab der Zürcher nach der Siegerzeremonie zu. «Es lief wirklich alles perfekt. Ich habe keine Fehler gemacht, was in direkten Positionskämpfen und auch im Verkehr mit den vielen teils deutlich langsameren Autos rasch hätte passieren können. Meine guten Starts und die Konstanz haben sich ausgezahlt, denn ich habe immer versucht, den Anschluss an die Spitze zu halten. Ich habe das Beste aus diesem Einsatz gemacht.»

Der grosse Traum von weiteren Erfolgen

Für Toni Seiler ist dies der bisher grösste Erfolg im boomenden Sport mit historischen Rennfahrzeugen. Im vergangenen Jahr gewann er bei der Spa Classic auf dem ebenso berühmten GP-Kurs von Belgien sogar das ganze Feld, und in der Meisterschaft belegte er den zweiten Schlussrang.

«Es wäre schön, wenn mir in einem der nächsten Rennen nochmals ein solcher Erfolg gelänge», meint Toni Seiler. Für den Fall, dass vergleichbare Erfolge auf sich warten lassen sollten, wird er sich umso lieber an den 10. Juli 2016 erinnern, an dem er auf das Siegerpodium von Le Mans zurückkehrte.