Bezirk Affoltern
09.10.2017

Planungskredit und Landkauf

Gemeindeversammlung Ottenbach stellt Weiche für ein neues Werksgebäude

von martin platter

Gemeindepräsidentin Gaby Noser Fanger hatte es nicht allzu schwer, die 103 Stimmberechtigen von den Plänen des Gemeinderates zu überzeugen. Den Vorlagen war ein langwieriger Planungsprozess vorausgegangen, der bereits 2012 begonnen hatte. Die damalige «Standortanalyse Werkhof Regiebetrieb» der Firma Schiess evaluierte noch zehn mögliche Standorte, um die veralteten und derzeit auf drei Orte im Dorf verteilten Regiebetriebe zu vereinen. An der Gemeindeversammlung Mitte März 2016 stellte sich heraus, dass das Gros der Anwesenden einem neuen Werkhof nicht abgeneigt wäre, dieser jedoch an der Peripherie des Dorfes gebaut werden sollte. Darauf beschloss der Gemeinderat für das Projekt Werkhof eine Arbeitsgruppe einzusetzen und bat das Architekturbüro baderpartner um Ideen. Diese kristallisierte aus den vorhandenen Informationen zwei Standortvarianten heraus, die dem Stimmvolk von Arbeitsgruppenmitglied Walter Herrmann vorgestellt wurden: Die Variante an der Hobacherstrasse auf einer Parzelle, die sich in Gemeindebesitz befindet, und eine Alternative an der Stüdlerstrasse, wo das Land noch zugekauft werden muss. Für Hobacher stellte Herrmann sogar zwei Ausbaumöglichkeiten vor: einen reinen Regiebetrieb (für 1,8 Mio., exkl. Land) und einen Regiebetrieb mit zwei Maisonettewohnungen (3,1 Mio.).

Letztlich aber sei die Kommission zum Schluss gekommen, dass die Variante Hobacher suboptimal sei. Wegen der kleinen Parzelle müsste der Werkhof auf zwei Etagen gebaut werden, was für die Arbeitsabläufe umständlich sei. Die Variante mit den beiden Wohnungen in der obersten Etage liesse wegen der Lärmemissionen und der baulichen Kompromisse (Dachschräge, kein Keller, kein Garten) nur eine geringe Rendite von vier Prozent erwarten. Herrmann vertrat den Standpunkt der Arbeitsgruppe Werkhof, dass ein reines Mehrfamilienhaus besser in diese Zone (WG2) passen würde, in der Wohnbauten und mässig störende Gewerbebetriebe zugelassen sind.

Kommission für Werkhof an der Stüdlerstrasse

 

Er machte keinen Hehl daraus, dass die Kommission das Projekt an der Stüdlerstrasse für zwei Millionen Franken Baukosten (zuzüglich Land) favorisiert. Weil es besser in die Zone passe und keine baulichen Kompromisse erfordere. Zudem besteht noch Luft nach oben. Geplant sei lediglich ein Werkhof von 6,5 Metern Höhe. In der Gewerbezone dürfe man aber auch zwölf Meter hoch bauen. Gemäss Herrmann könnte der neue Werkhof bereits Ende 2019 bezogen werden. Gaby Noser Fanger stellte in Aussicht, dass das Projekt ohne Steuererhöhung finanziert werden könnte, selbst wenn noch die 1600 Quadratmeter grosse Parzelle für 680000 Franken zugekauft werden muss. Ein Votant fand die 425 Franken pro Quadratmeter viel. Er müsse 800 Quadratmeter Industriezonenland wegen der Umfahrung an den Kanton abtreten, erhalte aber nur 300 Fr./m. Noser Fanger nannte als möglichen Grund, «weil Ihr Land schlechter erschlossen ist.» Eine Votantin wollte wissen, was mit den bisherigen Regiestandorten geschieht: «Werden die alten Scheunen nur verlottern?» Noser Fanger entgegnete: «Das müssen wir uns noch überlegen. Auch, weil noch eine Änderung der Zonenordnung läuft.» Ein Herr wollte wissen, weshalb man sich nicht für das Grundstück vis-à-vis von Haas entschieden hat. Noser Fanger: «Das haben wir uns auch überlegt. Es geht aber nicht wegen der Zufahrt und anderer Auflagen, die den Standort für ein Werkgebäude verunmöglichen.» Ein Mann meinte, ihm habe die Variante Hobacherstrasse besser gefallen. Wieso man sich nicht für die Variante ohne Wohnungen entschieden habe? Herrmann: «Es bleiben die Problematiken Zweigeschossigkeit und der Zu- und Wegfahrten mit Lastwagen zu jeder Tages- und Nachtzeit. Eine reine Wohnbaute wäre in dem Gebiet besser.» Ein weiterer Votant sagte, er tendiere zur Stüdlerstrasse. Die könne man zur Not auch noch aufstocken. Die Abstimmung endete mit einer Gegenstimme zugunsten des Projektierungskredits von 140000 Franken. Auch dem Landkauf wurde anschliessend mit gleichem Stimmenverhältnis zugestimmt. Nach 45 Minuten konnte die Gemeindepräsidentin zum Informationsteil über die Neugestaltung des Ottenbacher Dorfzentrums überleiten.

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