Bezirk Affoltern
09.10.2018

Investitionen in Ottenbachs Zukunft

Nicht protzig, sich gut in die Umgebung einfügend, preisgünstig und nachhaltig: Der geplante Werkhof in der Gewerbezone am Dorfrand in Ottenbach. <em>(Fotomontage aus dem Beleuchtenden Bericht der Gemeinde Ottenbach)</em>

Nicht protzig, sich gut in die Umgebung einfügend, preisgünstig und nachhaltig: Der geplante Werkhof in der Gewerbezone am Dorfrand in Ottenbach. (Fotomontage aus dem Beleuchtenden Bericht der Gemeinde Ottenbach)

Ein nachhaltiger, preisgünstiger Bau, funktional und nicht protzig: So wurde das Projekt eines neuen Werkhofs in Ottenbach vorgestellt – zusammen mit einer neuen Heizanlage für die Schule eine Investition in die Zukunft. Die Stimmberechtigten ent- scheiden am 25. November an der Urne.

Von Werner Schneiter

Kunst, Kultur und Begegnungen standen im Rahmen von «Ottenbach kreativ» ein paar Tage zuvor im Mittelpunkt. «Heute geht es um wichtige Investitionen in Infrastrukturvorhaben, um Investitionen in die Zukunft von Ottenbach», sagte Gemeindepräsidentin Gaby Noser Fanger zu Beginn der Info-Veranstaltung, zu der rund 80 Personen in den Gemeindesaal gekommen waren. Investitionen notabene, die schon lange auf der Agenda vorhanden sind, im Falle des Werkhofs aber erst mit den Kaufentscheid des 1600 Quadratmeter grossen Areals an der Stüdlerstrasse konkret wurden. Und natürlich mit dem Ja der Gemeindeversammlung vor Jahresfrist zum Projektierungskredit von 140000 Franken.

Unmittelbar danach kam es zum Projektwettbewerb und im Januar 2018 zur Wahl des Architekturbüros MN Architekten GmbH aus Zürich. Vorwärts machen, lautete gemäss Walter Herrmann, Chef der Arbeitsgruppe Werkhof, die Devise. Das wurde beherzigt; noch vor dem kommenden Urnenentscheid über die 2,335 Mio. Franken standen die Baugespanne, was nach dem Ja zum Projektierungskredit vonseiten der Gemeinde auf viel Optimismus schliessen lässt. «Das Projekt hat Hand und Fuss, ist ökologisch nachhaltig, der Bau ästhetisch», so Walter Herrmann, der ausserdem von einer kostengünstigen Lösung spricht.

Laut Mauro Malpetti vom siegreichen Architekturbüro sind alle Nutzungen in einem kompakten Gebäudevolumen möglich – und zwar auf zwei Ebenen, die das Verschieben von Material mit einer Kranlösung möglich machen. «Das begünstigt auch die Energiebilanz», fügte er bei. Alle für den Werkhof wichtigen Nutzungen – Büro, Aufenthaltsraum, Garderoben, WC, Archiv – sind im Erdgeschoss möglich, derweil in der zweiten Etage insbesondere Lagerflächen vorhanden sind. Auch Werkstatt und Lager sind getrennt, dazu gibt es eine Fahrzeug-Einstellhalle, Benzinlager und Waschplatz, der mit sogenannten Grauwasser (Regenwasser) bedient wird. Auf eine Aufbereitung für Dusch- und WC-Anlagen wird aus Kostengründen verzichtet. Technik ist in der Galerie untergebracht. Das Gebäude weist Minergiestandard auf; aus Kostengründen wird aber auf eine Zertifizierung verzichtet. Ein Teil der Bauelemente wird vorfabriziert, was die Bauzeit erheblich verkürzt.

Wärmeversorgung mittels Wärmepumpe

Arbeitsgruppe und Gemeinderat haben sich aus wirtschaftlicher und ökologischer Sicht für eine Wärmeversorgung mittels Wärmepumpe entschieden, die in Kombination mit Fotovoltaik am besten abschnitt. Die 400 Quadratmeter grosse Dachkonstruktion biete beste Voraussetzungen für eine Fotovoltaik-Anlage. Damit wäre die Produktion von bis zu 75000 kWh Strom möglich. Mit einem solchen Maximalausbau würde jedoch der Eigenverbrauch deutlich überschritten. Ein solcher Vollausbau wird dann ins Auge gefasst, wenn sich Marktbedingungen ändern. Aktuell wird ein Drittel der 400-Quadratmeter-Fläche mit Fotovoltaik versehen.

Bedingt durch diese Fotovoltaik und mehr Gebäudehöhe resultiert eine Kostensteigerung von 2,01 auf 2,335 Mio. Franken. «Unter dem Strich» sei es jedoch günstiger, versicherte Walter Herrmann, der von einem preiswerten, funktionalen, schönen, nachhaltigen Bau sprach, der nicht protzig daherkomme und sich gut in die Umgebung (Gewerbe und Wohnen) einfüge.

Resultiert am 25. November 2018 ein Ja an der Urne, so wird im ersten Quartal 2019 mit dem Bau begonnen. Die Inbetriebnahme ist im vierten Quartal 2019 vorgesehen. Die Rechnungsprüfungskommission (RPK) hegt in ihrem Kommentar im Beleuchtenden Bericht jedoch Bedenken wegen einer deutlichen Abnahme des Nettovermögens. «Es stellt sich die Frage, ob alle geplanten Investitionen realisiert werden sollen respektive wo die Prioritäten gesetzt werden sollen», hält die RPK fest. Einwände, die Finanzvorstand Hubert Treichler nicht gelten lassen will. Trotz Investitionen, die überdies auch im Wasser-/Abwasserbereich keinen Aufschub dulden, schloss er eine Steuererhöhung in den nächsten fünf Jahren aus. «Wir haben genügend liquide Mittel».