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12.10.2020

Nach der Bike-Weltmeisterschaft aufs Radquer-Podium

Der Mettmenstetter Timo Müller auf dem Weg zum dritten Platz am Radquer in Steinmaur. (Bild Savanna Pearcey)

Der Mettmenstetter Timo Müller auf dem Weg zum dritten Platz am Radquer in Steinmaur. (Bild Savanna Pearcey)

Corona hat dazu geführt, dass viele Radrennen auf den Herbst verschoben wurden. Radsportler wie der junge Mettmenstetter Timo Müller switchen nun im Wochentakt zwischen den ­Offroad-Wettkämpfen im Mountainbike und Radquer hin und her.

Von: Martin Platter

Timo Müller ist noch ganz geflasht von den Eindrücken und Erlebnissen an den Mountainbike-Weltmeisterschaften im österreichischen Leogang. Nachdem der U19-Fahrer bereits an Welttitelkämpfen mit der Radquer-Nationalmannschaft teilnehmen durfte, erhielt er heuer erstmals auch das Aufgebot für das Mountainbike-Nationalteam. Die Stimmung im Hotel der Schweizer Delegation sei gut gewesen. «Es war sehr speziell. Erstmals kam ich mit meinem Idol Nino Schurter direkt ins Gespräch», freut sich Müller. Der Olympiasieger sei sehr umgänglich gewesen und habe sich viel Zeit für persönliche Kontakte genommen.

Startposition als Handicap

Schade fand Müller, dass er am WM-Rennen so weit hinten habe starten müssen. «Von den vordersten Reihen durften nur die ersten 16 der Weltrangliste starten. Danach musste nach dem Nationenklassement eingestanden werden.» Für den Mettmenstetter bedeutete das: Startposition 68. Er sagt: «Das war ein echtes Handicap, denn die Strecke war stellenweise sehr eng, steil und rutschig. Aus den hinteren Positionen hatte man keine Chance, an die Spitze vorzufahren.»

Auf dem kraftraubenden, da knöcheltiefen Wiesenanstieg gleich nach dem Start bestand sogar die Gefahr, dass man sich überforderte, was sich im weiteren Verlauf des schweren Rennens rächen konnte. Müller ging seinen ersten Welttitelkampf bei den Mountainbikern deshalb vorsichtig an. «Die ersten zwei von vier Runden bin ich bergauf fast nur gelaufen, weil sich immer wieder Staus bildeten.»

Mit der Zeit war das Bike vom Schmutz so stark verklebt, dass nur eine kurze Wäsche beim Reparaturposten half. «Dabei ist bei mir auch noch die Kette rausgefallen», berichtet der 18-Jährige. Ganz zufrieden könne er mit dem 25. Rang nicht sein, denn das seien seine bevorzugten Bedingungen gewesen. Viel vorwerfen könne er sich aber nicht. Er habe alles gegeben. Mehr sei einfach nicht dringelegen.

Quer: Bronze an den nationalen Titelkämpfen in Steinmaur

Am Freitag war er bereits wieder zu Hause. Denn am Sonntag stand der nächste Wettkampf auf dem Programm: das Radquer in Steinmaur. Da Müller Jahrgang 2002 hat und die Quersaison 20/21 bis ins neue Jahr hineindauert, muss er nun bei den Amateuren/U23 starten. Endlich konnte Müller seine gute Form in ein entsprechendes Resultat ummünzen. Auf dem schnellen Parcours im Zürcher Unterland musste er sich nach kurzzeitiger Führung zu Beginn nur Sieger Jean-Luc Halter und dem zweitplatzierten Hannes Jeker beugen und erreichte den dritten Platz. Erneut war Müller die Kette rausgefallen. Bis er sie wieder aufgelegt hatte, waren die beiden Spitzenfahrer weg. Kommende Woche steht dann der nächste Bike-Titelkampf auf dem Rennprogramm: die Europameisterschaften im Tessin.