Bezirk Affoltern
14.02.2019

Zürichs stärkste Wachstumsregion

Mettmenstetten ist 2018 im Knonauer Amt am stärksten gewachsen und wird weiter zulegen, wie die im Bau stehenden Wohnungen an der Langacherstrasse westlich der Sportanlage Wygarten signalisieren. <em>(Bild Werner Schneiter)</em>

Mettmenstetten ist 2018 im Knonauer Amt am stärksten gewachsen und wird weiter zulegen, wie die im Bau stehenden Wohnungen an der Langacherstrasse westlich der Sportanlage Wygarten signalisieren. (Bild Werner Schneiter)

Mit einem Bevölkerungsplus von 1,8 Prozent war das Säuliamt im Kanton Zürich 2018 die stärkste Wachstumsregion. Besonders zugelegt haben Mettmenstetten und Obfelden, derweil Stallikon und Ottenbach leichte Rückgänge verzeichnen.

Von Werner Schneiter

Laut einer Mitteilung des Statistischen Amtes hat der Kanton Zürich im vergangenen Jahr die 1,5-Millionen-Marke geknackt; er verzeichnet eine Zunahme von 1,2 Prozent. Hauptursache für das Wachstum ist die Zuwanderung aus dem Ausland und aus der übrigen Schweiz, was rund 70 Prozent ausmacht; der Rest entfällt auf den Geburtenüberschuss. Prozentual haben der Bezirk Affoltern (+1,8%), die Stadt Zürich (+ 1,6%) und das Glattal (1,3%) am meisten zugelegt, während das Weinland und die Zimmerbergregion ein bescheidenes Wachstum von 0,6 beziehungsweise 0,7 Prozent ausweisen. Per Ende 2018 zählte das Knonauer Amt 54515 Einwohnerinnen und Einwohner. Im Vergleich zu anderen Regionen ist der Anteil der ausländischen Bevölkerung (19,2%) tief; kantonsweit beträgt er 26,7%.

Grosse Investitionen in Infrastruktur

Innerhalb des Bezirks Affoltern verzeichnet die Gemeinde Mettmenstetten das stärkste Wachstum. Die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner ist binnen Jahresfrist um 4,7 Prozent auf 5094 gestiegen. Und sie wird weiter steigen. «Wir verzeichnen im Moment eine rege Bautätigkeit», sagt Gemeindepräsident René Kälin. So sind in einer einzelnen Überbauung 50 Wohnungen im Bau, anderswo 15. In den nächsten fünf Jahren rechnet Kälin mit 120 neuen Wohneinheiten in Form von Mehr- und Einfamilienhäusern. «Bis 2028 werden wir 5500 bis 5600 Einwohnerinnen und Einwohner haben», prognostiziert der Gemeindepräsident.

Mettmenstetten hat sich für das Wachstum gerüstet. Dieses fusst auch auf dem Druck aus dem Kanton Zug und ist auch mit einem attraktiven Angebot (Schulen, Badi, Sport, naturnahe Umgebung) erklärbar. Im September 2018 haben die Stimmberechtigten mit einer Mehrheit von 76,3 Prozent einem 30-Mio.-Franken-Kredit zugestimmt. Bis 2021 entstehen eine neue Doppelturnhalle mit Räumen für Tagesstrukturen, ein neues Schulhaus und eine Umnutzung der alten Sennerei in eine Bibliothek als Begegnungsort. Ein Doppel-Kindergarten ist im Bau und im Sommer bezugsbereit. «Wir sind gerüstet und auch auf dem richtigen Weg», sagt René Kälin. Er schliesst damit auch den Entscheid der Gemeindeversammlung gegen eine 2-Prozent-Steuererhöhung im vergangenen Dezember ein. «Eine Steuersenkung wäre nicht nachhaltig», hält er fest und verweist auf den derzeitigen Steuerfuss, der bei attraktiven 100 Prozent liegt, einer der tiefsten im Säuliamt. Auch Obfelden verzeichnet eine rege Bautätigkeit, hat im vergangenen Jahr 4,5 Prozent zugelegt und ist derzeit mit 5580 Einwohnern die zweitgrösste Gemeinde im Bezirk Affoltern. Nach den Worten von Hochbauvorstand Stephan Hinners wird die Bautätigkeit in diesem Jahr jedoch abflachen. Die Zahl der Baugesuche ist rückläufig.

Rückgang in Stallikon und Ottenbach

Auf der anderen Seite der Skala figurieren Stallikon und Ottenbach – zwei Gemeinden, die einen kleinen Einwohnerschwund von 0,3 bzw. 0,1 Prozent verzeichnen. «Dazu habe ich keine Erklärung», sagt Stallikons Gemeindepräsident Werner Michel. Vor 2018 verzeichnete die Gemeinde Wachstum, in der Langfuhren und in Sellenbüren wurden Bauten bezogen, in Sellenbüren auch eine zweite Kinderkrippe eröffnet, mehr Schulraum geschaffen. «Offenbar sind Familien mit Kindern wieder weggezogen», mutmasst Michel. Das wohl kaum wegen des Steuerfusses. Mit 101 Prozent steht Stallikon im Säuliamt sehr gut da. In Ottenbach rechnet Gemeindepräsidentin Gaby Noser Fanger bis Ende Jahr wieder mit einem kleinen Einwohnerzuwachs. Beim Schulhaus entstehen derzeit neue Mehrfamilien-häuser. Mit Einzonungen ist jedoch Schluss.