Bezirk Affoltern
11.03.2019

Doch keine Haie für Hedingen

Inzwischen auch an der Haltestelle «Güpf» montiert: der Abfalleimer «Ventura» von der Firma Robi AG. <em>(Bild lhä)</em>

Inzwischen auch an der Haltestelle «Güpf» montiert: der Abfalleimer «Ventura» von der Firma Robi AG. (Bild lhä)

Die Gemeinde Hedingen hat vier neue Abfallkübel angeschafft. Das neue Produkt stammt von der Firma Robi AG. AntaSwiss-Geschäftsführer Marcel Strebel zeigt sich über den Entscheid erstaunt. Er hatte ebenfalls offeriert.

von livia häberling

Einem Hedinger Pendler war Anfang Januar 2018 aufgefallen, dass an der Bushaltestelle «Güpf» kein Abfalleimer montiert war. Das hatte dazu geführt, dass an den Haltestellen immer wieder Abfall herumlag. Er wandte sich mit seinem Anliegen an die Gemeinde. Diese stellte fest, dass die erwähnte Haltestelle nicht die einzige sei, an der ein Abfallkübel fehle. An der Gemeindeversammlung vom 13. Dezember standen mit dem Budget auch 9000 Franken für vier Abfallkübel fest. Eine Offerte erstellte damals auch Anta Swiss aus Knonau, die Herstellerin des Abfallhais.

Inzwischen hat die Gemeinde tatsächlich vier Mülleimer angeschafft. Allerdings keine Abfallhaie. Anta Swiss-Geschäftsführer Marcel Strebel war «verwundert», als er im Januar die Absage auf seine Offerte erhielt, zumal er im «Anzeiger» über die geplante Anschaffung der Abfallhaie gelesen hatte. Er habe daraufhin den Hedinger Gemeindeschreiber Daniel Keibach kontaktiert und nach den Gründen für die Absage gefragt. Zu diesem Zeitpunkt sei das Konkurrenzprodukt allerdings bereits bestellt gewesen.

Der Hedinger Gemeindeschreiber Daniel Keibach distanziert sich von der Aussage, man habe der Bevölkerung im Dezember explizit vier Exemplare des Abfallhais versprochen. «Wir haben versprochen, dass vier Kübel angeschafft werden. Dass es das Produkt ‹Abfallhai› sein wird, haben wir hingegen nicht bestätigt.» Man habe mehrere Offerten eingeholt und sich dann für das beste Produkt entschieden, so Keibach. Das Handling und die Materialisierung hätten beim Konkurrenzprodukt mehr überzeugt. Auf Details wollte Keibach auf Nachfrage nicht eingehen. Ursprünglich hatte die Gemeinde Hedingen für die vier Abfallkübel 9000 Franken budgetiert. Das entspreche ungefähr jenem Betrag, der für vier Abfallhaie angefallen wäre, heisst es bei AntaSwiss. Stattdessen hat man sich für das Modell «Ventura» des Unternehmens Robi AG entschieden. Zu den Anschaffungskosten wollte sich Daniel Keibach nicht äussern, der Preis sei für den Entscheid jedoch nicht ausschlaggebend gewesen, erklärte er.

Bei Robi AG beziffert man die Grundkosten für die vier Mülleimer auf rund 5000 Franken. Das Modell Ventura koste je nach Ausstattung zwischen 1000 und 1250 Franken, heisst es auf Anfrage. Für die Spezialbeschichtung der Oberfläche seien nochmals 200 Franken pro Eimer hinzugekommen.

Marcel Strebel bedauert, dass der Auftrag an einen Konkurrenten vergeben wurde, der nicht im Säuliamt produziert. Bei Robi AG hiess es auf Anfrage, auch das Modell Ventura werde grösstenteils in der Schweiz hergestellt – bis auf einzelne Teile, die im süddeutschen Raum gefertigt würden.