Bezirk Affoltern
05.08.2019

Das Schweizer Erfolgsmodell

Ständerat Ruedi Noser (rechts) geniesst das gemütliche Zusammensein in Ottenbach, hier mit Kantonsrat Ronald Alder (links) und alt Nationalrat Rolf Hegetschweiler. <em>(Bild Marianne Voss)</em>

Ständerat Ruedi Noser (rechts) geniesst das gemütliche Zusammensein in Ottenbach, hier mit Kantonsrat Ronald Alder (links) und alt Nationalrat Rolf Hegetschweiler. (Bild Marianne Voss)

In Affoltern und Ottenbach wurde der erste August tagsüber gefeiert. FDP-Ständerat Ruedi Noser trat vor dem Mittag in Affoltern und nach dem Mittag in Ottenbach auf. Er sprach zur Klimapolitik und zur Diskussion über die Stellung der Schweiz zur EU.

Von Marianne Voss

In Affoltern spielte ab elf Uhr die Harmonie mit fröhlichen, rassigen und mitreissenden Melodien auf. Stadtpräsident Clemens Grötsch begrüsste die Gäste zum 728. Geburtstag der Schweiz. Er informierte kurz über die wichtigsten bevorstehenden Entscheidungen im Stadtrat – zum Beispiel zur Sanierung des Schulhauses Butzen oder zum Neubau des Seewadels. Zudem wies er auch auf langfristige strategische Zukunftsfragen hin, zu welchen der Stadtrat ein Visionsbild 2050 entwickeln möchte. Und er stellte den Gastredner, Ständerat Ruedi Noser, FDP, vor. «Er ist ein Unternehmer und Politiker, dem Bildung und Umwelt genauso wichtig sind wie freiheitliche Themen der Unternehmensführung. Er setzt sich für regionale Produkte ebenso ein wie für Stromeffizienz.»

Erfolgsmodell Schweiz

Der Ständerat sprach zum Thema «Globale und souveräne Schweiz» und betonte gleich zu Beginn, dass er eine ernsthafte Rede vorbereitet habe. «Ich bin dafür bekannt, dass ich die Dinge beim Namen nenne.» Er ging in seiner Rede auf die Klimapolitik und das Verhältnis der Schweiz zur EU ein. Seine Ausführungen waren analytisch und sachlich. Sie zeigten unaufgeregt die Realitäten auf und regten zum Nachdenken an.

Ruedi Noser ging der Frage nach, ob die Zielsetzung des Pariser Klima-Abkommens sinnvoll ist oder nicht. «Wenn mehr als acht Milliarden Menschen auf unserm Planeten leben wollen, brauchen wir eine Kreislaufwirtschaft basierend auf erneuerbaren Energien», so sein Fazit. Und er wies darauf hin, dass die Schweiz als Innovations- und Forschungsweltmeisterin prädestiniert sei, nachhaltige Produkte zu entwickeln. Zu den Rahmenbedingungen erklärte er, dass hier die Politik gefragt sei, denn «wenn die Politik die Rahmenbedingungen nicht verändert, wird man fossile Treibstoffe verwenden, bis es sie nicht mehr gibt.»

Klare Worte sprach Noser auch zum Verhältnis der Schweiz zur EU. «Die EU ist unser Nachbar. Solang wir am gemeinsamen Markt teilnehmen wollen, müssen wir uns an gemeinsame Regeln halten. So einfach ist das.» Schliesslich zeigte er auf, dass die Schweiz sich über 30 Generationen immer zu klaren Mehrheiten durchgerungen hat. «Wer Souveränität haben will, muss Einigkeit pflegen.» Die Schweiz habe immer Realitäten erkannt und pragmatisch darauf reagiert.

«Das Schweizer Erfolgsmodell ist ein Modell des Kompromisses und des Ausgleichs. Am ersten August feiern wir den Geburtstag unseres Landes, das zusammengewachsen ist aufgrund von Pragmatismus, Ausgleich und Kompromiss. Es obliegt uns, diese Erfolgsgeschichte weiterzuschreiben.»

Politik und Zucchetti

In Ottenbach wird die Feier am ersten August jeweils durch den Kulturverein organisiert. Beim Pontonierhaus an der Reuss genossen die zahlreichen Gäste jeglichen Alters das gemütliche Zusammensein bei Speis und Trank. Auch für musikalische Unterhaltung war gesorgt durch den Musikverein Ottenbach und den Jodlerklub am Albis.

Gemeindepräsidentin Gaby Noser führte in ihrer Begrüssung aus: «Bei der Suche nach einem geeigneten Redner war uns wichtig, dass es jemand ist, der aufzeigt, dass Klimaschutz und wirtschaftliches Wachstum keine Gegensätze sind.» Andererseits habe man jemanden gesucht, der über das Parteibuch hinausdenke. «Mit Herrn Noser haben wir jemanden gefunden, der all das vereint.» Sie habe nachgelesen, dass Herr Noser gerne Zucchetti habe und sich mit dem Gemüse vergleiche. Weil: «Die Zucchetti drängt sich nicht in den Vordergrund, ist vielseitig anwendbar und passt zu den meisten anderen Zutaten.» Nach der Rede des Ständerates ging sie auch auf die Namensverwandtschaft ein. «Ruedi Noser und ich sind Bürger von Oberurnen, doch an einem Familienfest sind wir uns noch nie begegnet.»