Bezirk Affoltern
24.10.2019

Vier Oberämtler Gemeinden intensivieren Zusammenarbeit

«Kooperation statt Fusion»: Oberämtler Gemeinderäte beim Workshop vom 13. Mai 2019. <em>(Bild zvg.)</em>

«Kooperation statt Fusion»: Oberämtler Gemeinderäte beim Workshop vom 13. Mai 2019. (Bild zvg.)

Die Gemeinderäte der vier Oberämtler Gemeinden Aeugst, Hausen, Kappel und Rifferswil haben das Bekenntnis abgelegt, künftig enger miteinander zusammenarbeiten zu wollen.

Im Rahmen der 2017 von Regierungsrätin Jaqueline Fehr gegründeten Plattform «Gemeinden 2030» wurde die These geäussert, dass die Gemeinden der Zukunft zur eigenständigen Erfüllung ihrer Aufgaben mindestens Sekundarschulgemeindegrösse haben sollen. Das heisst, die Gemeinde der Zukunft soll als Faustregel mindestens so gross sein, dass sich die Führung einer eigenen Sekundarschule für sie lohnt. Im Oberamt führen heute die Gemeinden Kappel, Hausen und Rifferswil die Sekundarschule gemeinsam. Die logische Gegenthese zu dieser – zumindest für Kleingemeinden – provokativen Aussage lautet: Wer nicht fusionieren will, muss sich anderweitig für die Zukunft rüsten. Ganz in diesem Sinne haben die Gemeinderäte der vier Oberämtler Gemeinden Aeugst, Hausen, Kappel und Rifferswil am 13. Mai nach dem Motto «Kooperation statt Fusion» einen gemeinsamen Workshop abgehalten und dabei das Bekenntnis abgelegt, dass sie künftig enger miteinander zusammenarbeiten wollen.

Eine wichtige Erkenntnis aus diesem Workshop lautete, dass Kleingemeinden die gleichen fachlichen Herausforderungen zu bewältigen haben wie die grossen Gemeinden, bei der Rekrutierung von geeignetem Fachpersonal jedoch die grösseren Einheiten im Vorteil sind. Aus diesen Überlegungen heraus beschlossen die Gemeinden Hausen und Rifferswil bereits 2017, ihr Steueramt zusammenzulegen. Ab 1. Januar 2020 wird nun eine weitere Zusammenarbeit von Aeugst und Hausen im Bereich der Liegenschaftenverwaltung wirksam. Die Kooperationsbestrebungen unter den vier Gemeinden sollen sich allerdings nicht nur auf einzelne Bereiche beschränken. Im Sinne einer ganzheitlichen Betrachtungsweise werden diverse im Workshop bestimmte Fachbereiche auf Synergiepotenziale durchleuchtet. Zu diesem Zweck wurden insgesamt acht – mit jeweils einem Gemeindevertreter besetzte – Arbeitsgruppen eingesetzt. Diese sollen neben der Liegenschaftenverwaltung auch die Bereiche IT (inkl. digitale Geschäftsverarbeitung), Verkehr, Finanzen und Steuern, Bauwesen, Schiesswesen, Sport sowie Werkdienste auf Kooperationspotenzial überprüfen.

Nicht immer steht dabei die gemeinsame Aufgabenbewältigung im Vordergrund. Stattdessen kann die Zusammenarbeit auch im Austausch von Know-how oder in gemeinsamen Beschaffungen – z.B. von Software – bestehen. Im kommenden Frühjahr werden die ersten Zwischenresultate aus den Arbeitsgruppen erwartet und anschliessend wird gemeinsam über das weitere Vorgehen entschieden. Es ist nicht davon auszugehen, dass sich in allen Fachbereichen weiterzuverfolgendes Kooperationspotenzial aufzeigen lässt. Dennoch sind die vier Gemeindevorstände zuversichtlich, dass sich die Bemühungen insgesamt lohnen werden, weil man damit zum übergeordneten Ziel, dem langfristigen Erhalt der Eigenständigkeit der vier Gemeinden, einen wichtigen Beitrag leisten kann.

Gemeinderäte von Aeugst, Hausen, Kappel und Rifferswil