Bezirk Affoltern
28.11.2019

Wasserleitungen werden vorerst nicht saniert

Hinter Gemeindepräsident Erwin Leuenberger sind die umstrittenen Wasserleitungen in der Bruggenmatt-Siedlung auf Leinwand projiziert. <em>(Bild S. Schneiter) </em>

Hinter Gemeindepräsident Erwin Leuenberger sind die umstrittenen Wasserleitungen in der Bruggenmatt-Siedlung auf Leinwand projiziert. (Bild S. Schneiter)

Die Sanierung der Trinkwasserleitungen in der Gartensiedlung Bruggenmatt in Bonstetten lässt auf sich warten. Nach einer emotionalen Debatte hat die Gemeindeversammlung die Vorlage zurückgewiesen.

Von Stefan Schneiter

Die Gartensiedlung Bruggenmatt wurde 1977/78 errichtet. Und so alt wie die Siedlung sind auch die Trinkwasserleitungen, die nach so vielen Jahren nunmehr saniert werden müssen. Einige Rohrbrüche und Undichtheiten traten schon auf, unter anderem auch, weil die Wasserleitungen damals unsorgfältig im Erdreich verlegt worden waren. Der Gemeinderat hat die Sanierung für die Jahre 2020 und 2021 geplant und stellte hierfür zuhanden der Gemeindeversammlung einen Kreditantrag von 900000 Franken. Das Geschäft stand am Dienstag zur Debatte. Was sich zunächst als reine Formsache abgezeichnet hatte, geriet zur heftig umstrittenen und während über einer Stunde emotional diskutierten Angelegenheit. Der Präsident des Ausschusses der Bruggenmattbewohner kritisierte das Vorgehen und die Kommunikation des Gemeinderats. Dieser hatte die Bewohner im Vorfeld nie kontaktiert. «Wir hätten uns gewünscht, dass die Gemeinde bei einem derart grossen Projekt mal auf uns zukommt.»

Wem gehört was?

Mit dem Kredit sieht die Gemeinde die Sanierung der öffentlichen Trinkwasserleitungen vor, also derjenigen Leitungen bis an den Rand der Siedlung sowie der Versorgungsleitungen zu den Hydranten. Die Leitungen innerhalb der Siedlung selber befinden sich im Privatbesitz. Der Gemeinderat beabsichtigt, nach der Sanierung die öffentlichen Verteilleitungen den privaten Besitzern der Bruggenmatt-Siedlung zu übergeben. Diese aber befürchten, dass spätere Reparaturen der Leitungen enorm teuer würden.

In der Debatte wurde darum gestritten, ob die Gemeinde für die Leitungen bis zu den Hausmauern oder nur bis zum Rand der Siedlung verantwortlich sei. Gemeindepräsident Erwin Leuenberger hob hervor, die Gemeinde und damit die Steuerzahler überliessen den Bruggenmatt-Bewohnern nach einer Sanierung saubere Leitungen, die voraussichtlich 80 Jahre halten würden: «Wir sind überzeugt, dass das ein gutes Projekt ist, das der Bruggenmatt dient.» Für eine Klärung der Besitzverhältnisse bleibe noch Zeit genug. Die Gegenseite argumentierte, sinnvoll wäre eine Sanierung sowohl der öffentlichen wie der privaten Leitungen zusammen, um Synergien auszunutzen. Dem Gemeinderat wurde eine schlechte Kommunikation vorgeworfen. Selbst mit einem Gang vor den Richter drohte einer der Bruggenmattbewohner.

Rechtlich seien zu viele Unsicherheiten vorhanden, befanden einige der Stimmberechtigten und stellten schliesslich einen Rückweisungsantrag. Dieser wurde mit 69 Ja gegen 27 Nein klar angenommen. «Selbstverständlich werden wir uns mit den Leuten der Bruggenmatt zusammensetzen um das weitere Vorgehen zu besprechen», reagierte Leuenberger auf die Abstimmungsniederlage für den Gemeinderat.