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22.02.2021

5,3 Mio. für Ämtler Gemeinden

Gewinnausschüttung in der ZKB Affoltern. GPV-Präsidentin Gabriela Noser Fanger nimmt den symbolischen Check stellvertretend für die Ämtler Gemeinden entgegen von Martin Diethelm (rechts) und Daniel Zenklusen. (Bild Thomas Stöckli)

Gewinnausschüttung in der ZKB Affoltern. GPV-Präsidentin Gabriela Noser Fanger nimmt den symbolischen Check stellvertretend für die Ämtler Gemeinden entgegen von Martin Diethelm (rechts) und Daniel Zenklusen. (Bild Thomas Stöckli)

Mit 356 Mio. Franken beteiligt die Zürcher Kantonalbank (ZKB) den Kanton und die Gemeinden am Erfolg ihres letzten Geschäftsjahrs. Zu dieser ordentlichen Gewinnausschüttung kommen nochmals 100 Mio. in Form einer «Corona-Dividende».

Von: Thomas Stöckli

Mit rund vier Mio. Franken wurden die Ämtler Gemeinden in den letzten fünf Jahren jeweils am Gewinn der Zürcher Kantonalbank (ZKB) beteiligt. «In den letzten zehn Jahren waren es 35 Mio. Franken», so Martin Diethelm, Leiter der ZKB-Bezirksfiliale in Affoltern. Der Gewinnanteil von Kanton und Gemeinden ist gesetzlich geregelt. Einerseits wird das Staatskapital verzinst, andererseits die Staatsgarantie abgegolten und der Rest, soweit nicht zur Reservebildung verwendet, an Kanton und Gemeinden ausgeschüttet. 356 Mio. Franken macht dies fürs Jahr 2020 aus, das die ZKB mit einem Rekordgewinn von 865 Mio. Franken (2,4 % über dem Vorjahr) abgeschlossen hat.

Ein Grund für das ausserordentlich gute Abschneiden sei nicht zuletzt ­Corona, sagt Diethelm: «Die Börsen­turbulenzen haben dazu geführt, dass bei allen Banken die Handelsumsätze anstiegen.» Zusätzlich zur ordentlichen Gewinnausschüttung kann sich die Bank deshalb eine nicht zweckgebundene Corona-Sonderdividende von 100 Mio. Franken leisten. Somit sind es insgesamt 456 Mio. Franken, wovon zwei Drittel an den Kanton gehen, der Rest an die Gemeinden, aufgeschlüsselt nach deren Einwohnerzahl. Die Gemeinden im Knonauer Amt dürfen sich über ­einen Zustupf von 5,3 Mio. Franken freuen – rund 96 Franken pro Kopf.

Willkommener Bonus

Der Anteil der ordentlichen Gewinnausschüttung entspricht mit 4,1 Mio. Franken ziemlich genau dem Betrag aus dem Vorjahr. Damals wurde zum 150-Jahre-Jubiläum der ZKB allerdings noch eine Sonderdividende von 150 Mio. Franken ausgezahlt, verbunden mit dem Wunsch, diesen «Bonus» für spezielle Projekte und Anlässe einzusetzen, die der Bevölkerung direkt zugutekommen, aber im ordentlichen Budget keinen Platz finden würden. In Affoltern etwa ist ein Stadtfäscht geplant (der ­«Anzeiger» hat berichtet).

Nicht zweckgebunden ist dagegen die diesjährige Sonderdividende von 100 Mio. Franken. Die Ämtler Gemeinden bekommen aus diesem Topf 1,2 Mio. Franken. Sie soll dazu beitragen, pandemiebedingte Ertragseinbussen und Mehrkosten zu decken. «Wir sind sehr froh darüber», betont die Ottenbacher Gemeindepräsidentin Gabriela Noser Fanger. Als Präsidentin des Ämtler ­Gemeindepräsidentenverbands (GPV) durfte sie den symbolischen Check stellvertretend für ihre Amtskolleginnen und -kollegen, in Empfang nehmen. Als Beispiel für Mehrkosten nannte sie die Umsetzung von Schutzmassnahmen und das Defizit des ZVV, das die Gemeinden mittragen. Auf der Einnahmenseite entfielen etwa während des Shutdowns Kita-Elternbeiträge, Lokalvermietungen und Hallenbad-Eintritte.

Gelebte Nachhaltigkeit

Unklar sind die Auswirkungen der Pandemie auf die Steuerkraft. Der Kanton riet, im Vergleich zum Vorjahr mit sechs Prozent weniger Einnahmen zu rechnen. «Wir haben 100 Einwohner mehr, deshalb haben wir gleich viel budgetiert wie 2020», so Noser Fanger. Dagegen war die ZKB-Gewinnausschüttung zuletzt ein konstanter Faktor der Budgetierung, auch wenn Martin Diethelm jeweils rät, sicherheitshalber lieber ein Drittel ­weniger einzuplanen. Das mache auch Ottenbach, trotzdem sei man froh, dass die Beträge so konstant seien, hielt die Gemeindepräsidentin fest.

Die Konstanz liege daran, dass das Unternehmen breit abgestützt sei und auf Nachhaltigkeit setze, erklärte ­Martin Diethelm und betonte, dass Nachhaltigkeit neben der Umwelt auch Gesellschaftliches und Soziales umfasst. Das zeige sich etwa im Sponsoring-Engagement: Obwohl deren Veranstaltungen abgesagt werden mussten, hielt die Kantonalbank an den Sponsoring-Beiträgen für die Harmonie Affoltern, die Nachwuchsmusikanten der Jumba, das ­«LaMarotte» und das Ämtler Kinder- und Jugendtheater Ohoo! fest.

Kopiertes Erfolgsmodell «Gemeindeversammlung»

Dass die GPV-Präsidentin die Gewinnausschüttung entgegennimmt, gab es übrigens vor 16 Jahren schon einmal. Irene Enderli sei es gewesen, die 2005 den symbolischen Check noch in den damaligen Büros der Gemeindeverwaltung Affoltern über dem Restaurant Central in Empfang genommen hatte, erinnert sich Martin Diethelm. Im Jahr darauf wurden erstmals alle Gemeindepräsidentinnen und -präsidenten eingeladen, zunächst in die eigene Schalterhalle, zuletzt auch ins Kloster Kappel oder ins Schloss Knonau. Und die Ämtler Tradition der «ZKB-Gemeindeversammlung» stiess offenbar auch beim Bankpräsidium in Zürich auf Begeisterung: Vor sechs Jahren wurde sie aufs ganze Kantonsgebiet übernommen.

Im Jubiläumsjahr 2020 wären erstmals alle Gemeinde- und Stadtpräsidenten des Kantons zu einem zentralen Anlass eingeladen worden – als eine Art Vorpremiere des «Erlebnisgartens» der ZKB auf der Landiwiese in Zürich. Dieser Teil der Jubiläumsinstallationen entfällt nun pandemiebedingt definitiv. Was bereits produziert war, wird in Zusammenarbeit mit verschiedenen Organisationen und Vereinen andernorts weiter­verwertet.

Noch unklar ist, ob die Seilbahn über den Zürichsee realisiert werden kann. Damit muss sich das Verwaltungsgericht befassen. «Wenn wir dürfen, werden wir sie bauen», so Martin ­Diethelm. Falls der Entscheid negativ ausfalle, werde man ihn aber akzeptieren und nicht weiterziehen.