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08.04.2021

Ämtler Impfzentrum ist in Betrieb

Blumen für die Erste: Ruth Schwob, flankiert von Chefärztin Nadja Lindenmann (links) und CEO Lukas Rist im Impfzentrum 
des Spitals Affoltern. (Bild zvg.)

Blumen für die Erste: Ruth Schwob, flankiert von Chefärztin Nadja Lindenmann (links) und CEO Lukas Rist im Impfzentrum

Überpünktlich um kurz vor 8 Uhr öffnete sich gestern Donnerstagmorgen die Tür zum Ämtler Covid-Impfzentrum des Spitals Affoltern im Hotel Holiday Inn. Die Gesundheitsdirektion durfte einen reibungslosen Start fest­stellen. Ab sofort können sich alle Impfwilligen registrieren.

Von: Thomas Stöckli

«Ich fühle mich gut. Es hat überhaupt nicht wehgetan», sagt Ruth Schwob. ­Soeben hat sie einen Blumenstrauss überreicht bekommen, als erste Person, die im Impfzentrum Affoltern eine der begehrten Dosen des Covid-Vakzins ­erhalten hat.

Seit gestern Donnerstag um 8 Uhr ist das Ämtler Impfzentrum in Betrieb. Nach fünf Minuten waren die ersten bereits in der Impfkabine. Für den ­reibungslosen Ablauf sorgten das zehnköpfige Impfteam – inklusive Tages­ärztin – sowie sieben Mitarbeitende in der ­Administration und zwei Sicherheitsleute. Den Start mitverfolgt haben auch der neue Spital-CEO Lukas Rist – «Es ist schön, so starten zu dürfen», ­betonte er – und Reto Bohrer, stellvertretender Stabschef Pandemie bei der ­Zürcher ­Gesundheitsdirektion. «Reibungslos» sei es gelaufen, hielt er fest: «Die Leute sind diszipliniert angestanden und die Stimmung ist sehr gut.»

Spritzen-Piktogramm kommt gut an

Jedes der Impfzentren im Kanton habe einen eigenen Charakter, so Bohrer weiter. In Affoltern dient das Hotel Holiday Inn als Lokalität, andernorts sind es alte Fabrikgebäude, Turnhallen oder Stadthallen. Der Ablaufprozess sei allerdings an allen Standorten derselbe und auch die Impfkabinen seien sehr ähnlich. Gut angekommen ist bei der Gesundheitsdirektion die Beschilderung des Impfzentrums Affoltern: «Ein Spritzen-Piktogramm haben wir so noch nie ­gesehen», so Bohrer. Überhaupt sei das Impfzentrum sehr gut ausgeschildert, von den Strassen her ebenso wie am Bahnhof.

Die Maximalkapazität des Impfzent­rums Affoltern liegt im Ein-Schicht-­Betrieb bei 600 Impfungen pro Tag. ­Vorerst werden allerdings nur drei der sechs Impfkabinen genutzt. Hier werden täglich 260 Dosen des logistisch ­anspruchsvollen Vakzins von Pfizer-­Biontech verimpft. «Wir sind halt abhängig von den Impfstoff-Lieferungen», begründet Reto Bohrer. Er rechne aber damit, dass ab Mai viel mehr zur Verfügung stehen werde. Im Hinblick darauf legt der Kanton Zürich bereits heute nicht mehr sämtliche Zweitimpfdosen zurück. Und nicht nur das: «Es wird darauf hinauslaufen, dass wir dann auf einen «Zwei-Schichten-Betrieb hochfahren und auch am Samstag und Sonntag impfen, um schneller durchzukommen», so Bohrer. Der Personalbestand sollte dafür ausreichen, meint er. «Wir haben immer noch Leute auf der Warteliste, die mithelfen würden.» Gemeldet haben sich pensionierte Hausärzte, und Pflegefachleute, die Teilzeit arbeiten, aber auch viele andere, die für administrative ­Arbeiten und am Empfang eingesetzt werden könnten.

Bis Dienstagabend haben sich auf der Anmeldeplattform für die Covid-19-Impfung des Kantons Zürich 220300 Personen registriert und rund 72000 Personen Termine gebucht. Für April stehen somit noch rund 18000 Impftermine zur Verfügung. Personen ab 65 Jahren, Personen mit Vorerkrankungen mit höchstem Risiko und Personen mit chronischen Erkrankungen empfiehlt die Gesundheitsdirektion, möglichst rasch einen Termin zu buchen. Personen mit Vorerkrankungen sollen sich bei ihrer Ärztin oder ihrem Arzt impfen lassen. Zu diesem Zweck geht der derzeit verfügbare Impfstoff von Moderna vollumfänglich an die Hausarztpraxen. Bisher haben im Kanton Zürich insgesamt rund 1000 Arztpraxen ein Kontingent an Impfdosen erhalten. Im Mai werden zusätzlich die Apotheken in die Impfaktion integriert. Für Mai und Juni, wenn grössere Impfstofflieferungen ­erwartet werden, dürfte der Kanton Zürich somit über eine Kapazität von über 20000 Impfungen pro Tag verfügen.

Alle Impfwilligen sollen sich registrieren

Neu empfiehlt die Gesundheitsdirektion allen Impfwilligen, sich auf der Anmeldeplattform (www.zh.ch/coronaimpfung) zu registrieren. Der Zeitpunkt der Registrierung spielt für den Impftermin keine Rolle. Erst wenn die jeweilige Impfgruppe freigegeben ist, können Termine für die erste und zweite Impfung gebucht werden. Bei Freigabe einer Impfgruppe funktioniert die Terminvergabe nach dem Prinzip «First come, first served».

Personen, denen eine Online-Registrierung nicht möglich ist, können sich von 7 bis 23 Uhr an die Impfhotline wenden (Telefon 0848 33 66 11). Zudem bietet Pro Senectute Kanton Zürich impfwilligen Personen über 60 Jahren Unterstützung an. Interessierte können sich von 8.30 bis 12 Uhr und von 13.30 bis 17 Uhr unter Telefon 058 451 51 50 melden.