Vermischtes
22.07.2021

Ein erster Härtetest zur individuellen Standortbestimmung

Florin Salvisberg als Sieger des Overall-Klassements in Uster zwischen Langdistanz-Profi Ruedi Wild (links) und dem schnellsten Altersklassen-Athleten, Pascal Stutz. (Bild Kurt Müller)

Florin Salvisberg als Sieger des Overall-Klassements in Uster zwischen Langdistanz-Profi Ruedi Wild (links) und dem schnellsten Altersklassen-Athleten, Pascal Stutz. (Bild Kurt Müller)

Nach einigen kleineren ­Wettkämpfen wurde die ­Triathlon-Saison 2021 mit dem internationalen Uster-Triathlon richtig lanciert. Mit dem Overall-Sieg von Florin Salvisberg, zwei Kategoriensiegen und vier ­weiteren Podestplätzen ist das Team Koach erfolgreich gestartet.

Von: Team Koach

«Bei vielen meiner Athletinnen und ­Athleten hatte ich ein gutes Gefühl aufgrund der Trainingswerte», erklärt Coach Kurt Müller, «doch erst im Wettkampf sieht man, ob sich diese guten Eindrücke im Härtetest bestätigen.» Bis zu zwei Jahre dauerte die Wettkampfpause infolge der Corona-Pandemie, denn es wurden nicht nur unzählige Anlässe verschoben oder fielen ganz aus, auch Reiserestriktionen verunmöglichten die Teilnahme an Triathlons, die tatsächlich durchgeführt wurden. Hinzu kamen im Frühjahr 20 und in diesem Winter geschlossene Sportanlagen, so dass monatelang kein Schwimmtraining möglich war. Dies alles führt dazu, dass die Frage nach dem aktuellen Level für alle zentral ist, denn sie entscheidet, wie rasch man einen Wettkampf angeht.

«Ich habe aus der Not eine Tugend gemacht», fährt Kurt Müller fort, denn er hat mit dem sogenannten PPD-Test (Power Performance Decoder Test) eine Methode eingeführt, die sich überraschend gut bewährt hat: «Mit diesem Test kann ich feststellen, wie lange jemand in welchem Leistungsbereich bestehen kann und wie viele Kohlenhydrate er oder sie dabei verbrennen kann. So lässt sich das Anfangstempo festlegen. Mit jedem Wettkampf kann ich meine Umsetzungsempfehlungen ­verfeinern.»

Kurt Müller unterstützt seit dieser Saison Florin Salvisberg, der in Uster das Overall-Klassement über die Olympische Distanz gewann vor dem Ironman-Profi Ruedi Wild. «Vergleicht man die Zeiten der beiden Top-Athleten, sieht man schön, wie entscheidend es ist, für welche Distanz man trainiert. Florin benötigt andere ­Muskelfasern als Ruedi, denn er ist schneller, Ruedi kann dafür die Pace länger halten. Wer auf verschiedenen Distanzen startet, muss sich entscheiden, wo er oder sie die Priorität setzt – und Wettkämpfe über kürzere Distanzen als Aufbauimpulse betrachten, bei welchen die Wirkung wichtiger ist als das Resultat.»

Auf Kurs für Hawaii

Einer der zurzeit erfolgreichsten Athleten des Teams Koach ist André Weber. Er bereitet sich auf die Ironman Weltmeisterschaft im Oktober in Hawaii vor. Anfang Juli gewann er seine Altersklasse beim Radrennen von Bern über 210 Kilometer und 4500 Höhenmeter nach Andermatt. Am Sonntag startete er über die in Uster neu eingeführte Halb-Ironman Distanz (1.9 km Schwimmen, 90 km Rad, 21 km Laufen) und erreichte in der Spitzenzeit von 4:27 Stunden den zweiten Platz seiner Altersklasse. ­«André ist auf Kurs für Hawaii», stellt Kurt Müller fest.

Alfi Caprez war aufgrund einer Verletzung unsicher über seinen Fitnesszustand. Mit dem 1. Rang in seiner Altersklasse über die Olympische Distanz (1.5/40/10) bestand er den Test. Doch nicht nur Spitzenränge sind ein Thema. Matz Bachmann wagte nach einer Operation den Start in Uster und durfte feststellen, dass die Regeneration sehr gut voranschreitet. «Alle 15 Koachler zeigten in diesem ersten Härtetest, wo sie stehen. Und ich kann feststellen: Auch ohne Wettkämpfe haben sie in den letzten anderthalb Jahren gut trainiert. Und neben allen Leistungsdaten war es doch einfach schön, wieder dieses Wettkampf-Feeling zu spüren», bilanziert Kurt Müller.