Vermischtes
22.07.2021

Job-Werkstatt – das neue Angebot weckt Interesse von Arbeitgebern

Jana Weiss (links) und Regula Ochsner.

Jana Weiss (links) und Regula Ochsner.

Jana Weiss (links) und Regula Ochsner.

Ausbildung und Arbeit sind für Menschen mit Fluchthintergrund der beste Weg in unsere ­Gesellschaft. Die neu initiierte Job-Werkstatt im Bezirk Affoltern dient der Verbesserung der Integration in den Arbeitsmarkt.

Von: Urs. E. Kneubühl

Erfreulich: Die neue Job-Werkstatt in Ottenbach – initiiert von Regula ­Ochsner – hat gerade einmal vor Monatsfrist ­offiziell den Betrieb aufgenommen, und bereits konnten zwei Klienten als Mitarbeitende an KMU im Bezirk vermittelt werden. So, darf man ungeniert festhalten, schreiben sich Erfolgsgeschichten. Auch schweizweit wird festgestellt: Die Integration von Menschen mit Fluchthintergrund in den Arbeitsmarkt hat sich trotz zahlreicher Hürden lange Zeit positiv entwickelt, auch wenn ­Corona zuletzt als Bremse fungierte.

Im Bezirk Affoltern ist diesen wichtigen Bestrebungen nun mit der Job-Werkstatt eine neue Unterstützung erwachsen. Deren Co-Präsidentinnen ­Regula Ochsner und Jana Weiss definieren diesbezüglich ein klares Wirkungsziel: «Menschen mit Fluchthintergrund sollen sich rasch in unseren Arbeitsmarkt integrieren und so in ihrer Selbstständigkeit gestärkt werden, dass sie ein selbstbestimmtes Leben führen können. Das senkt ihre Abhängigkeit von der Sozialhilfe und damit auch die finanzielle Unterstützung durch die öffentliche Hand.»

Coaches gesucht

Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten gewinnen und den ganz individuellen Weg in den Arbeitsmarkt finden, darauf zielen die arbeitsmarktpolitischen Massnahmen ab, welche die Job-Werkstatt anbietet. Ihr seit einem Monat ­offerierter Lese- und Schreibdienst wird genutzt. Dieser hilft beim Verstehen von ­amtlichen Dokumenten in deutscher Sprache, unterstützt beim Ausfüllen von Formularen sowie beim Schreiben von einfacher Korrespondenz und bietet ­Mithilfe im Bereich einfacher ­Bewerbungen.

Nach und nach wird das Angebot der Job-Werkstatt in attraktiven, grossen Schulungsräumen auf- und ausgebaut: Computer- und intensive Deutschkurse werden dazukommen und Job-Coaching wird die Klienten während der gesamten Arbeitsintegration spezifisch unterstützen, Interessen und Fähigkeiten erkunden, ungenutzte Potenziale wecken und Stärken fördern. Ebenso werden Missverständnisse und kulturelle Differenzen geklärt und überwunden.

Jana Weiss, Leiterin des erfolgreichen Ämtler Tandems: «Die Begleitung durch Coaches – analog des bekannten Gotte-/Göttisystems – hat sich im Ämtler Tandem bestens bewährt, und wir sind überzeugt, dass dies auch in der Job-Werkstatt gut funktionieren wird. Wir suchen noch solche Coaches und freuen uns über jede Kontaktaufnahme von Interessenten.» Selbstredend werden Coaches auf ihre Aufgaben vorbereitet und entsprechend geschult.

Freiwilligenarbeit und Plattform für interessierte Arbeitgeber

Die Integration von Flüchtlingen ist nicht denkbar ohne den grossen Einsatz von zahlreichen Freiwilligen, und so lebt auch die Job-Werkstatt von der Frei­willigenarbeit. «Dahingehend ist ein freiwilliges Engagement für Menschen, Organisationen, wie unsere Job-Werkstatt, und für die Zivilgesellschaft von wichtiger Bedeutung», hält Regula ­Ochsner fest und ergänzt: «Wer sich in unserer Job-Werkstatt und damit für Menschen mit Fluchthintergrund in verschieden Bereichen engagieren will, ist herzlich willkommen – zum Beispiel als Coach, Schreibhilfe, Computer- oder Deutschlehrerin/Deutschlehrer oder einfach als Mitglied der Job-Werkstatt. Und selbstverständlich freuen wir uns auch über finanzielle Unterstützung durch Spenden auf unser Konto.»

Genauso erwünscht ist die Zusammenarbeit mit potenziellen Arbeitgebern. Diesen dient die Job-Werkstatt als Plattform, die Arbeitswillige vermittelt, aber auch als Ansprechstelle, die mittels Vorträgen und Workshops Informationen zur Beschäftigung von Menschen mit Fluchthintergrund vermittelt.

Es gibt zahlreiche Beispiele von ­Firmen im Bezirk und in der Schweiz, denen es gelungen ist, Menschen mit Fluchthintergrund für eine reguläre Beschäftigung zu qualifizieren. Die Vorstandsmitglieder der Job-Werkstatt – ­Regula Ochsner, Jana Weiss, Dr. med. Jürg und Eva Bänninger, Michelle ­Högger, Susanne Brunner und Falk Daubner, Barbara Meister und Roland Freund – haben folglich guten Grund für Optimismus. Einerseits, weil Analysen zeigen, dass Unternehmen Hemmnisse als geringer wahrnehmen, wenn sie Erfahrung mit der Beschäftigung von Flüchtlingen haben, sowie Unterstützung erhalten von Fachpersonen, wie sie in der Job-Werkstatt vertreten sind und anderseits auch, weil bestätigt ist, dass Integration sich für Unternehmen rechnet, auch wenn sie aufwendig ist.

Job-Werkstatt, Arbeitsintegration für Menschen mit Fluchthintergrund: Stüdlerstrasse 25, Ottenbach, Telefon 043 538 09 20, kontakt@job-werkstatt.ch, www.job-werkstatt.ch. Aktuelle Öffnungszeiten: Jeden Montag von 16 bis 19 Uhr.