Bezirk Affoltern
22.07.2021

Mehr ackerfähiges Land für Maschwander Bauern

Toilette, Rohre und Messgeräte stehen bereit: Aufgrund der Witterung ist noch nicht klar, wann das Areal im Vordergrund mit hochwertigem Erdreich vom Bau der Limmattalbahn aufgewertet werden kann. (Bild Werner Schneiter)

Toilette, Rohre und Messgeräte stehen bereit: Aufgrund der Witterung ist noch nicht klar, wann das Areal im Vordergrund mit hochwertigem Erdreich vom Bau der Limmattalbahn aufgewertet werden kann. (Bild Werner Schneiter)

Im Rahmen eines Fruchtfolge-Kompensationsprojekts (FFF) werden rund 15000 Kubikmeter hochwertiges Erdreich nach Maschwanden transportiert – ackerfähiges Material, das beim Bau der Limmattal-Bahn anfällt. Maschwander Bauern profitieren.

Von: werner schneiter

Beim Bau der Limmattalbahn gehen Fruchtfolgeflächen verloren. Gemäss Richtplan müssen sie kompensiert werden – auch, weil solche Flächen ein knappes Gut darstellen und wichtig sind für die Ernährungssicherheit. Mittels Bodenkarte sieht der Kanton, wo Bedarf auf eine Aufwertung von nicht ackerfähigem Land vorhanden ist. Handlungsbedarf ergibt sich nun im Bereich von ehemaligen Kiesgrubenflächen in Maschwanden. Leider seien diese ­Flächen nach der Wiederauffüllung der Gruben «nicht optimal wiederhergestellt worden», wie es in einer Info der Limmattalbahn AG heisst. Weil oftmals zu wenig rekultiviert wurde und ­Flächen wegen dichten Einbaus und fehlender Entwässerung nass sind, können solche Areale ackerbaulich nicht genutzt ­werden.

In Maschwanden werden nun in den nächsten drei Monaten etwa zwei Hektaren aufgewertet, die von der Familie Studer bewirtschaftet werden – dazu zwei kleinere Flächen von Felix Leutert und Tom Hinder.

Täglich 15 bis 20 Lastwagenfahrten

Gemäss Auskunft von Maximilian Wind, Bauführer bei der Lötscher Tiefbau Plus AG, werden voraussichtlich bis Oktober gesamthaft rund 15000 Kubikmeter unbelasteter Ober- und Unterboden, auch Humus, von den Limmattalbahn-Baustellen nach Maschwanden geführt. Lastwagenverkehr rund um den Kiesabbau – das war in der kleinsten Ämtler Gemeinde in früheren Jahren ein emotionales Thema. Nun, dieses Mal ist der Mehrverkehr auf voraussichtlich drei Monate beschränkt; Zu- und Wegfahrten sind klar geregelt: Anfahrt via Dorfstrasse, Pünten, Langmatt, Seehalten, Bifang und zurück via Rotenbergstrasse, Bungartstrasse, Dorfstrasse. Maximilian Wind spricht von täglich 15 bis 20 Lastwagenfahrten, was pro halbe Stunde ungefähr einer Fahrt entspricht. «Zusammen mit der Unterhaltsgenossenschaft und der Gemeinde Maschwanden wurde die Route der LKWs so festgelegt, dass sie möglichst verträglich für Maschwanden sind. Auf den Langsamverkehr im Bereich Bifang wird ebenfalls besonders Rücksicht genommen», heisst es im Schreiben der Limmattalbahn AG. Wann mit den Transporten gestartet wird, ist aufgrund der Witterung noch nicht klar. Involviert ist auch die Unterhaltsgenossenschaft Maschwanden (früher Flurgenossenschaft). Sie stellt rund 900 Meter Transportweg zur Verfügung. «Wir haben hierzu einen fairen Vertrag ausgehandelt. Die Strassenabschnitte werden von der Betreiberfirma wieder in den ursprünglichen Zustand gebracht», sagt Felix Leutert, Präsident der Unterhaltsgenossenschaft.