Sport
23.08.2021

WB-Schlussfurioso zum Kantersieg

Paradiso-Keeper Bellante bleibt bei Figueiredos präzisem schuss buchstäblich das Nachsehen. (Bild Kaspar Köchli)

Paradiso-Keeper Bellante bleibt bei Figueiredos präzisem schuss buchstäblich das Nachsehen. (Bild Kaspar Köchli)

Beim Saisonauftakt glänzten die Ämtler mit Kampf, Physis sowie als Kollektiv und rangen ihren Tessiner Gegner mit vier Toren in den letzten 20 Minuten nieder.

Von: Kaspar Köchli

Paradiso schloss die letztjährige Meisterschaft auf dem guten fünften Rang ab, augenfällig dabei war seine starke ­Defensive, die lediglich 13 Tore zuliess. Dies bedeutete nach WB (acht Gegentreffer) den mit Abstand zweitbesten Wert. Und die Tessiner haben sich weiter stabilisiert, zum Beispiel mit dem von Bellinzona kommenden, routinierten Abwehrhünen Russo, der sogar einst mit St. Gallen im Europacup spielte. So durften sich die Zuschauer am vergangenen Samstag im Wettswiler Moos auf eine spannende Begegnung mit den Südschweizern freuen.

Ausgeglichene erste Hälfte

Bei heissen Temperaturen startete Paradiso selbstbewusst in die Partie. Nicht zuletzt deshalb, da es vor Wochenfrist in der Schweizer Cup-Hauptrunde überraschend den Promotions-Verein Juventus ausgebootet hatte. Torchancen blieben vorerst Mangelware, ehe Guarino und Bennati mit Distanzschüssen WB-Keeper Rüegg zu beunruhigen versuchten. Auf der Gegenseite offenbarte sich Miljkovic aus spitzestem Winkel eine Möglichkeit, sein mit viel Effet abgegebener Schuss verfehlte das hintere ­Lattenkreuz um zwei Handbreiten. Mit diesem gesetzten Ausrufezeichen wurden die Heimischen fortan stärker. Allerdings benötigten sie nach 20 Minuten das ganze Können von Rüegg, der ein Geschoss von Rodrigues mit den Fingerspitzen um den Pfosten lenkte. Der Match blieb weiter unterhaltsam, auch wenn nicht viele Szenen im Strafraum passierten. Bei einer solchen forderte WB kurz darauf einen Foulelfmeter, der gute Schiedsrichter Bannwart taxierte das Tackling an Thalmann jedoch als regelkonform. Ein letzter Warnschuss liess Rodrigues Richtung WB-Gehäuse vom Stapel, danach durften die Protagonisten zur wohlverdienten Pause in die kühlen Kabinen.

WB erhöht den Druck massiv

Präsentierte sich die erste Hälfte noch als ausgeglichen, mit minimalem Chancenplus für die Gäste, so änderte sich dieses Bild frappant. WB gelang es immer besser, sein Kombinationsspiel über die Flügel aufzuziehen und die Tessiner einzuschnüren. Folge davon waren Möglichkeiten. Zuerst schoss Hager darüber, dann fand Thalmanns geschickter Pass in den Fünfmeterraum keinen Abnehmer und schliesslich wurde ein Tor aberkannt, Paradisos Ferrara war davor wohl gefoult worden. Besser klappte es zwanzig Minuten vor Schluss, als Studer bei einem Eckball im Strafraum festgehalten wurde und WB-Captain Flavio Peter den fälligen Elfmeter souverän verwandelte. Die Luganesi mussten nun ihre Verteidigungsstrategie aufgeben und mehr in die Offensive gehen. Die sich öffnenden Räume nutzten die ­Ämtler immer wieder für rasche Gegenstösse. Einen solchen schloss Miljkovic nach Pass von Hager mit einem Traumtor millimetergenau in den Winkel zum 2:0 ab. «Janick spielte mich an, ich machte zwei Haken, sah eine Lücke und zielte in die weite Ecke» beschrieb der Schütze strahlend sein Kunststück, als wäre es das Einfachste der Welt.

Die Entscheidung war damit gefallen. WB hatte aber noch nicht genug und powerte weiter. Trainer Oswald wechselte in der Schlussphase neue Kräfte ein. So kamen der erst 17-jährige Di Battista, ein WB-«Eigengewächs», sowie Brunner (bald 19-jährig) zu ihren 1.-Liga-Debüts. Schliesslich belohnten sich die Platzherren mit zwei sehenswerten Toren in der Nachspielzeit durch Figueiredo und Flavio Peter für ihren brillanten Auftritt.

Auch wenn das 4:0-Resultat vom Gezeigten her um ein Tor zu hoch ausfiel, hinterliess der FCWB einen gewaltigen Eindruck. «Für das erste Spiel passte wirklich schon sehr viel zusammen», brachte es Captain Flavio Peter auf den Punkt und er fuhr fort: «Wir blieben gegen diesen guten Gegner ruhig, glaubten an unsere Chance und setzten uns konditionsstark durch.»

Sportplatz Moos, 200 Zuschauer, FCWB – Paradiso 4:0 (0:0)

Rüegg; Brüniger (88. D. Brunner), Studer, Thalmann, N. Peter, F. Peter, Miljkovic (81. Salihu), Heini, Hager, Aeberli (64. Figueiredo), Bachmann (88. Di Battista).

69. F. Peter 1:0 (Foulelfmeter); 78. Miljkovic 2:0, 90. Figueiredo 3:0; 95. F. Peter 4:0.