Bezirk Affoltern
09.09.2021

Ja zur Erneuerung der Klosterdomäne Kappel

Die SVP-Kantonsratsfraktion besuchte am vergangenen Montag das Kloster Kappel. David Vogelsanger brachte den Parlamentarierinnen und Parlamentariern die Geschichte der Klosteranlage näher. Wann der Kantonsrat über die 11 Mio. aus dem Gemeinnützigen Fonds entscheidet, ist noch nicht klar. (Bild Werner Schneiter)

Die SVP-Kantonsratsfraktion besuchte am vergangenen Montag das Kloster Kappel. David Vogelsanger brachte den Parlamentarierinnen und Parlamentariern die Geschichte der Klosteranlage näher. Wann der Kantonsrat über die 11 Mio. aus dem Gemeinnützigen Fonds entscheidet, ist noch nicht klar. (Bild Werner Schneiter)

Der Regierungsrat hat den Beitrag von rund 11 Mio. Franken aus dem Gemeinnützigen Fonds für die Erneuerung der Kloster­domäne Kappel zuhanden des Kantonsrates verabschiedet – der zweitletzte Schritt einer sehr langen, aufwendigen Geschichte.

Von: Werner Schneiter

«Ich bin erleichtert und erfreut»: So die erste Reaktion von Gerhard Gysel, dem Präsidenten des Vereins Kloster Kappel (VKK), auf die Medienmitteilung von gestern Donnerstag. Eine verständliche ­Reaktion, weil sämtliche Gremien, die sich mit diesem Grossprojekt befassen, auf eine Geduldsprobe gestellt und ­einen sehr hohen Aufwand betrieben haben. Mittlerweile sind seit dem Projektstart rund zehn Jahre ins Land gegangen. Mit ihrer Unterschrift unter den Masterplan stellten Regierungsrat, Kirchenrat und die Gemeinden im Frühjahr 2018 die Weichen endgültig. Und auch eine rechtsgültige Baubewilligung liegt vor. Bis der «Topf» des Gemeinnützigen Fonds (früher: Lotteriefonds) geöffnet werden konnte, bedurfte es abermals viel Zeit. Dafür bringt Gerhard Gysel Verständnis auf: «Es ist viel Geld. Und da bedarf es einer seriösen Prüfung unseres Gesuchs – abgesehen davon, dass es wenige vergleichbare Projekte gibt, bei denen ein so hoher Betrag aus dem Gemeinnützigen Fonds gesprochen wird.»

Wann entscheidet der Kantonsrat?

Der Kantonsrat wird nun das letzte Wort haben. Wann dieser über die 11 Mio. Franken entscheidet, ist noch nicht klar. Der VKK-Präsident hofft, dass da nicht mehr allzu viel Zeit verstreicht, der Projektunterbruch nicht zu lange dauert. Es ist ihm bewusst, dass das Parlament viele Geschäfte vor sich hat. Gysel wünscht sich einen Entscheid bis im Frühling 2022. «Aber das können wir nicht beeinflussen.»

Das Ja des Regierungsrates zum ­Gesuch über 11 Mio. Franken ist nach der Unterzeichnung des Masterplans keine Überraschung – auch nicht, weil er bereits in eigener Kompetenz knapp 1 Mio. aus dem Fonds an die bisher aufgelaufenen Planungskosten von 1,4 Mio. Franken beigesteuert hat. Die Umsetzungskosten für die Erneuerung und Revitalisierung der Klosterdomäne ­belaufen sich auf gesamthaft 23,51 Mio. Franken – einschliesslich 800000 Franken Eigenleistungen des VKK. Der Anteil des VKK, der von der Kappelerpflege im November letzten Jahres bewilligt wurde, beträgt knapp 4,5 Mio. Franken. Der VKK muss nun aber zusätzlich noch die Finanzierung der Auto-Einstellhalle (1,1 Mio. Franken) in eigener Regie sicherstellen. Der Regierungsrat hatte sich schon vor diesem jüngsten Entscheid gegen eine Finanzierung der Einstellhalle aus dem Gemeinnützigen Fonds ausgesprochen. Der VKK schlägt hier zuhanden der Delegierten der Kappelerpflege ­einen Mix von Massnahmen vor, über die er an der November-Sitzung der ­Kappelerpflege orientieren wird.

Im 29 Seiten umfassenden Regierungsratsbeschluss erhält der Verein Kloster Kappel viel Lob: «Der VKK ist dank seiner Zusammensetzung eine stabile Organisation und hat sich in der schon lange dauernden Zusammenarbeit bei der Entwicklung des Revitalisierungsprojekts als verlässlicher Partner erwiesen. Das Engagement des VKK als Eigentümer des weitaus grössten Teils der Domäne beim vorliegenden Projekt geht weit über dessen gewöhnliche ­Vereinstätigkeit hinaus», schreibt der Regierungsrat.