16.09.2021

Digitale Gottesdienste sind out

Sieben Mitglieder der reformierten Synode trafen sich diese Woche zur Aussprache mit der Kirchgemeinde Mettmenstetten. (Bild Picasa)

Sieben Mitglieder der reformierten Synode trafen sich diese Woche zur Aussprache mit der Kirchgemeinde Mettmenstetten. (Bild Picasa)

Zum Thema «Land und Stadt: Kirchliche Perspektiven im globalen Dorf» hat diese Woche die Aussprachesynode der reformierten Kirche des Kantons Zürich stattgefunden. Synodale besuchten dabei die Gemeinde Mettmenstetten.

Von: Stefan Schneiter

Die Kirchensynode ist das Parlament der Zürcher Landeskirche, die Legislative, dem 120 Mitglieder angehören. Einmal während der vierjährigen Legislatur gehen die gewählten Synodalen quasi aufs Land hinaus zur sogenannten Aussprachesynode. Coronabedingt teilte sich dieser Ausflug in diesem Jahr auf zehn verschiedene Gemeinden im Kanton auf. Und so besuchten am Dienstag sieben Synodale auch Mettmenstetten, wo sie von fünf Mitgliedern der reformierten Kirchgemeinde empfangen wurden.

Kirchenpflegepräsident Karl Sigrist stellte die Kirchgemeinde vor, anschliessend gabs eine Führung durch das Kirchturmmuseum und eine gemeinsame Andacht.  IZusammen wurde eine interviewbasierter Videoinput geschaut.  Inhaltlicher Schwerpunt war in der Folge eine Diskussionsrunde zum Thema «Land und Stadt: Kirchliche Perspektiven im globalen Dorf». Eine der Erkenntnisse dabei war, dass es zur Kernaufgabe der Kirche zählt, der Gesellschaft Werte zu vermitteln, für die Mensch da zu sein und ihnen das Evangelium zu vermitteln. Sehr wichtig dabei ist, dass dies im direkten Kontakt geschieht. Denise Hegglin, Kirchensynodale aus dem Bezirk Affoltern, fasst es so zusammen: «Die Glaubensgemeinschaft lebt vor allem durch physische Kontakte. Entsprechend sind reale Anlässe mit direkten menschlichen Kontakten sehr wichtig und gefragt.» Während des Lockdowns fanden viele kirchliche Anlässe – Predigten, Diskussions- oder Gebetsforen usw. - via Livestream oder Chat statt, auf digitaler Ebene statt live. Seit den Lockerungen ist die Nachfrage nach Livekontakten aber wieder stark gestiegen. «Digitale Angebote der Kirche sind heute nicht mehr so gefragt», sagt Denise Hegglin, «die Menschen möchten einen Gottesdienst direkt vor Ort mitverfolgen, ebenso weitere Anlässe wie Fiire mit de Chliine, den Religionsunterricht in den verschiedensten Altersgruppen oder auch den Frauezmorge». Digitale Angebote, welche die Kirche künftig auch weiterhin anbieten wird für immobile Gläubige oder sonstwie am direkten Kontakt Verhinderte, müssten qualitativ hochstehend sein. Denise Hegglin: «Es reicht nicht, einfach eine Kamera in die Kirche zu stellen, welche die Pfarrperson monoton aus einem Standpunkt beim Predigen zeigt. Digitale Angebote müssen Qualität und einen Mehrwert bieten.»

Synodeversammlung per Livestream

Zur Sprache kamen bei dem Treffen auch die Unterschiede zwischen Stadt und Land im kirchlichen Leben. Nach den Treffen mit den Gemeinden trafen sich die Synodalen am Nachmittag virtuell per «Padlet»-App. Untereinander diskutierten sie dabei Fragen wie welche kirchlichen Herausforderungen Stadt und Land teilen, welche Möglichkeiten der Kirche offenstehen, um ihre Mitglieder vermehrt zu aktivieren oder welche Perspektiven digitale Medien zum Erreichen neuer Personenkreise bieten. 

Die erzielten Erkenntnisse aus den Besuchen in den Gemeinden und die daraus erwachsenen Wunschvorstellungen werden in der nächsten Synodeversammlung am 28.September präsentiert werden. Interessierte können die Sitzung per Livestream über www.zhref.ch mitverfolgen.