Bezirk Affoltern
26.09.2021

So stimmten die Ämtler Gemeinden

Die Ja-Stimmen-Anteile der Ämtler Gemeinden zu den beiden eidgenössischen Vorlagen. (Zahlen Statistik.zh.ch)

Die Ja-Stimmen-Anteile der Ämtler Gemeinden zu den beiden eidgenössischen Vorlagen. (Zahlen Statistik.zh.ch)

Klare Sache um die «Ehe für alle» und die «99-Prozent-­Initiative» auch im Säuliamt – wobei die Juso-Initiative viel stärker polarisierte. Deutlich angenommen wurden auch die fünf revidierten Gemeindeordnungen. Und im Rennen ums Präsidium der neuen Kirchenpflege Knonauer Amt hatte Sibylle Gloor die Nase vorn.

Von: Thomas Stöckli

Die Vorlage «Ehe für alle» war es, die am Abstimmungswochenende am stärksten mobilisiert hat. Von 35904 Stimmberechtigten im Bezirk gaben 21098 ihre Stimme ab, das sind 58,76 Prozent. Und wie in der ­Gesamtschweiz und im ­Kanton Zürich sagte eine komfortable Mehrheit Ja zu diesem Schritt der Gleichberechtigung für gleichgeschlechtliche Paare – und das relativ ­homogen: Die Ja-Stimmen-Anteile reichten von 61,56 Prozent in Kappel bis 71,61 Prozent in Stallikon. Im Gesamtbezirk sagten 67,39 Prozent Ja, also gut zwei Drittel.
Sollen hohe Kapitaleinkommen stärker besteuert werden? Darum ging es in der 99-Prozent-Initiative der Juso – und diese wurde mit 64,88 Prozent ebenso deutlich abgeschmettert, wie die Ehe für alle angenommen wurde (64,10 %). ­In den Bezirksgemeinden gingen dabei die Meinungen allerdings viel deutlicher auseinander: In Wettswil lag der Nein-Stimmen-Anteil bei 77,76 Prozent, am anderen Ende des Spektrums findet ­sich die Gemeinde Rifferswil. Ihre 56,31 Prozent Nein-Stimmen werden ausschliesslich in den Städten Zürich und Winterthur unterboten.

Das seit 2018 geltende neue Gemeindegesetz verpflichtet alle Gemeinden im Kanton Zürich, bis spätestens Ende 2021 ihre Gemeindeordnung zu überarbeiten. Die fünf entsprechenden Vorlagen im Bezirk waren an der Urnenabstimmung vom Sonntag nicht umstritten. 
In der Abstimmung der Politischen Gemeinde Hedingen ­sagten stolze 85,29 Prozent Ja. Damit wird in Hedingen der Gemeinderat von heute fünf auf künftig sieben Mitglieder ausgebaut. Entsprechend steigen die Chancen für Kandidierende an der Erneuerungswahl vom 27. März 2022.
In Kappel wurde die Gemeindeordnung der Politischen Gemeinde von 85,75 Prozent gutgeheissen. Zu den Vorlagen der Politischen ­Gemeinde und der Primarschulgemeinde Wettswil sagten gar 93,67, respektive 92,71 Prozent Ja. Der ­Totalrevidierten Gemeindeordnung der gemeinsamen Sekundarschulgemeinde von Affoltern und Aeugst stimmten 89,1 Prozent zu.

Keine Überraschungen auch bei der Wahl der Kirchenpflege für die künftige Kirchgemeinde Knonauer Amt: Mit 3045 bis 3102 Stimmen haben alle neun Kandidierenden die Wahl geschafft. In der Ausmarchung ums Präsidium hat sich Sibylle Gloor aus Ebertswil mit 1167: 502 Stimmen gegen Doris Habegger durchgesetzt. Letztere hatte ausschliesslich in ihrem Wohnort Affoltern hauchdünn die Nase vorn.