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11.10.2021

Ein neuer Werkhof für Affoltern

Der künftige Werkhof mit der L-förmigen Einstellhalle. Links das Salzsilo, das die Salzhalle ersetzt. (Illustration Baudirektion)

Der künftige Werkhof mit der L-förmigen Einstellhalle. Links das Salzsilo, das die Salzhalle ersetzt. (Illustration Baudirektion)

Der Werkhof Affoltern ist in die Jahre gekommen. Die 50 Jahre alte Anlage muss umfassend ­umgebaut und modernisiert werden. Für den Ersatz des Dienstgebäudes, den Neubau einer Einstell- und Lagerhalle sowie die Anpassung der Anlage an heutige Anforderungen rechnet die Kantonsregierung mit Kosten von 13 Millionen Franken.

Von: stefan schneiter

Der Werkhof Affoltern an der Industriestrasse wurde 1970 erbaut und besteht aus Werkstatt- und Einstellhallengebäude, einer Salzlagerhalle und drei Garagenbauten. Von hier aus erfolgt der Unterhalt von rund 165 Kilometern Staatsstrassen, der Velo- und Wanderwege im ganzen Bezirk Affoltern und in den Gemeinden Aesch, Birmensdorf und Uitikon. Dazu gehören etwa der Winterdienst, die Grünpflege und bauliche Reparaturen. 50 Jahre haben ihre Spuren hinterlassen. «Der bauliche Zustand des Werkhofs und der Infrastruktur ist schlecht und entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Zudem benötigen wir mehr Platz und Raum, etwa für die Fahrzeuge und Maschinen, die gegenüber früher grösser geworden sind», sagt Werkhof-Betriebsleiter ­Christian Küng. «Eine Sanierung und der Neubau gewisser Anlagen sind dringend notwendig.»

Das Dienstgebäude mit seinen Büro- und Aufenthaltsräumen, Garderoben und sanitären Einrichtungen ist total veraltet und verströmt den «Charme» der 70er-Jahre. Es befinden sich sogar noch zwei Wohnungen darin, die längst nicht mehr benötigt werden. Das Dienstgebäude soll daher abgerissen und total neu gebaut werden. Werkstatt und Einstellhalle weisen durch die jahrzehntelange Nutzung Schäden auf, die Waschanlage ist überholt; Fahrzeuge können darin etwa nicht von unten her gereinigt werden. Mit einer zusätzlichen Einstellhalle soll Platz für mehr und grössere Fahrzeuge geschaffen werden.

Vorgesehen ist auch der Abriss der Salzlagerhalle, in der 800 Tonnen Salz für den Winterdienst gelagert sind. In ihr werden die Salzstreufahrzeuge heute noch umständlich und aufwendig per Förderband mit Salz beladen. Neu sind an deren Stelle zwei Salzsilos mit Soletankanlage geplant, bei denen die Fahrzeuge bequem und effizient von oben mit Salz gefüllt werden können. Auch energietechnisch soll der Werkhof an heutige Standards angepasst werden. Statt per Gasheizung wird der Werkhof künftig per Fernwärme von der HEA Holzenergie AG beheizt. Aufs Dach der neuen Einstellhalle soll eine Fotovoltaikanlage zu liegen kommen.

Kostenschätzung +/- 25 Prozent

Der Regierungsrat hat für den Neubau des Werkhofs einen Objektkredit von 13,275 Millionen Franken verabschiedet. Der Kantonsrat, der den Kredit zu bewilligen hat, wird das Geschäft voraussichtlich im nächsten Sommer beraten. Die Terminplanung sieht vor, dass die ersten zwei Bauetappen von Herbst 2022 bis Herbst 2023 realisiert werden sollen, eine dritte Bauetappe folgt von Ende 2023 bis 2025. Die Etappierung ist notwendig, weil der laufende Betrieb des Werkhofs während der Bauzeit natürlich gewährleistet sein muss. Die Inbetriebnahme des rundum erneuerten Werkhofs ist für März 2025 vorgesehen.

All diese Zahlen, sowohl die Kreditkosten, wie auch die Bautermine, sind nicht mehr dieselben wie früher. 2017, als der Projektwettbewerb für den Neubau des Werkhofs durchgeführt worden war, hiess es noch, dass von Kosten von 10 Millionen Franken ausgegangen werde. Inzwischen sind es mehr als drei Millionen mehr. Auf Anfrage heisst es vonseiten der Baudirektion, Kosten, welche im Rahmen einer Machbarkeitsstudie erhoben würden, seien jeweils bloss eine grobe Schätzung, mit einer Genauigkeit von +/- 25 Prozent. Bei der vertieften Erarbeitung des Bauprojekts seien eine Reihe von Anpassungen vorzunehmen gewesen. Höhere Kosten ergäben sich etwa durch umfangreichere Umgebungsarbeiten, die notwendig seien, da der gesamte Platz erneuert werde und Anpassungen bei der Platzentwässerung notwendig seien. Der schlechte Baugrund des Areals mache zusätzliche Fundationsarbeiten notwendig. Hinzu kämen eine Reihe weiterer Zusatzausgaben für eine Lkw-Waschanlage, Vergrösserung der Fahrzeugwerkstatt, neue Tore der Einstellhalle sowie eine zeitgemässe Beleuchtung.

Drei Jahre später als geplant

Terminlich hat sich das Projekt massiv verzögert. 2017 hiess es noch, dass bis Herbst 2018 das Projekt Regierungs- und Kantonsrat vorgelegt werden und der Neubau Ende 2021 bezugsbereit sein sollen. Inzwischen hat sich das Ganze um mehr als drei Jahre nach hinten verschoben. Als Begründung für die Verzögerung ist seitens der Baudirektion wenig Konkretes zu erfahren. Das Projekt habe keine sehr hohe Dringlichkeit aufgewiesen, heisst es von der Medienstelle lediglich, und die notwendige etappierte Durchführung des Neubaus habe eine sehr detaillierte Ausarbeitung des Projekts erfordert.