Vermischtes
25.11.2021

Der zweitbeste Biersommelier

Gregor Völkening ist Schweizer Vizemeister der Biersommeliers 2021.

Gregor Völkening ist Schweizer Vizemeister der Biersommeliers 2021.

An der Schweizer Meisterschaft der Biersommeliers landete Gregor Völkening aus Affoltern auf Rang 2. Er kann nun an den Weltmeisterschaften antreten.

Von: stefan schneiter

Knapp hat es nicht zum Sieg gereicht. Doch der Affoltemer Gregor Völkening hat sich an der Schweizer Meisterschaft der Biersommeliers im Berner «Bier­hübeli» am vergangenen Samstag den zweiten Platz geholt. Neuer Schweizer Meister ist der Tessiner Giuliano Genoni aus Capolago.

«Es war ein toller Anlass, der grossen Spass gemacht hat. Am Abend nach dem rund achtstündigen Wettkampf ist man völlig KO», sagt ein zufriedener Gregor Völkening.

28 Teilnehmende traten zum Wettkampf an, darunter auch sechs Frauen. Am Vormittag wurden sie in drei Vorrunden zunächst in einem schriftlichen Test auf ihr theoretisches Wissen über Bier geprüft. Danach war die Sensorik beim Erkennen von biertypischen Geschmäckern und Gerüchen, aber auch von Bierfehlern gefragt. Im dritten Teil der Vorrunde gilt es, verschiedene Biere dem richtigen Bierstil zuzuordnen. ­Angesicht von weltweit über 150 verschiedenen Bierstilen mit Unterarten und Abwandlungen, eine anspruchsvolle Aufgabe. Völkening ging aus der Vorrunde als Sieger hervor.

Im Halbfinale der zehn Besten folgte dann die eigentliche Paradedisziplin eines Sommeliers: Die Präsentation eines selbst mitgebrachten Biers vor der Jury und dem Publikum. Dazu gehört nicht nur rhetorisches Können, sondern auch viel Bierwissen, ein korrekter Ausschank, eine perfekte Degustation mit sensorischer Beschreibung und passenden Essensvorschlägen zum jeweiligen Bier. Völkening präsentierte ein Blackwell-Bier der Brauerei Burgdorf. «Das ist eine sehr kreative Brauerei, die Biere nach belgischer Art mit speziellen Hefen, die sie selber kultivieren, herstellt und die mich sehr fasziniert», beschreibt Völkening «sein» Bier.

Für den Final erhielten die Sommeliers drei Biere zur Auswahl und mussten ihren Favoriten der Jury präsentieren. Völkening stellte ein Bier der Walliser Klosterbrauerei St. Maurice vor. Bewertet wird beim Auftritt der Inhalt, die technische Korrektheit, aber auch das Auftreten, die Körpersprache und das Zeitmanagement. «Ich war nervös, wie das bei einem solchen Auftritt ja normal ist. Aber dass ich die Sache gut gemeistert habe, zeigt ja mein zweiter Platz.»

Ziel: Top Ten der Welt

Dank seinem Erfolg kann Gregor ­Völkening nun als einer von sieben Teilnehmenden – drei davon sind Frauen – die Schweizer Farben an den Weltmeisterschaften im September in ­München vertreten. «Da ist mein Ziel, zu den zehn Besten zu gehören und mindestens in den Halbfinal einzuziehen. Danach ist alles offen. Mal sehen, ob es gar zum Weltmeistertitel reicht», gibt sich Völkening kämpferisch.

Zum professionellen Sommelier wird Völkening aber trotz seines Erfolgs auch in Zukunft nicht. Der 41-jährige SBB-Projektleiter, sagt: «Es ist und bleibt mein Hobby. Ein sehr schönes Hobby, das sehr viel Spass macht und ein idealer Ausgleich zu meinem Beruf ist.»