Bezirk Affoltern
06.01.2022

In der Sparschäler-Fabrik weht nun ein freigeistiger Wind

Sie machen aus der Fabrikhalle an der Zwillikerstrasse in Affoltern eine Kreativ-Werkstätte: (von links) Till Sieber, die beiden Initiatoren Micha Federle und Alfi Calabrese, Katy Evans und Kim Grenacher. (Bilder zvg.)
In «The Studios» gibt es verschiedene Ateliers. Metallbauarbeiten sind genauso möglich wie eine professionelle Holzverarbeitung.

Sie machen aus der Fabrikhalle an der Zwillikerstrasse in Affoltern eine Kreativ-Werkstätte: (von links) Till Sieber, die beiden Initiatoren Micha Federle und Alfi Calabrese, Katy Evans und Kim Grenacher. (Bilder zvg.)

Sie machen aus der Fabrikhalle an der Zwillikerstrasse in Affoltern eine Kreativ-Werkstätte: (von links) Till Sieber, die beiden Initiatoren Micha Federle und Alfi Calabrese, Katy Evans und Kim Grenacher. (Bilder zvg.)
In «The Studios» gibt es verschiedene Ateliers. Metallbauarbeiten sind genauso möglich wie eine professionelle Holzverarbeitung.

In «The Studios» gibt es verschiedene Ateliers. Metallbauarbeiten sind genauso möglich wie eine professionelle Holzverarbeitung.

Auf dem ehemaligen Zena-Areal in Affoltern kehrt wieder Leben ein. Micha Federle ist daran, eine Werkstatt einzurichten, die es Kreativen und Handwerkbegeisterten ermöglicht, eigene Projekte zu verwirklichen. Morgen Samstag ist Tag der offenen Türe.

Von: livia häberling

Noch ist «The Studios» an der Zwillikerstrasse 2 nicht eröffnet. Doch auf der Website, wo Alfi Calabrese und Micha Federle das Konzept ihrer neuen Werkstatt vorstellen, schimmert die Philosophie ihres Projekts bereits durch. Zwei Bezahlmodelle stellen sie vor, um ihre Werkstatt zu nutzen – und dann noch ein drittes, quasi massgeschneidertes, falls man noch etwas individueller unterwegs ist. Dazu schreiben sie: «Immer mal wieder passt das eigene Projekt eben nicht ganz in die Norm. Das mögen wir besonders gerne!»

Es sind Menschen mit Ideen, Künstler und Handwerkerinnen, die gerne malen und schrauben, schleifen oder fräsen, die vielleicht seit Längerem ein Projekt im Kopf haben, für das die Zeit noch nicht reif war, es umzusetzen. Solche Macherinnen und Macher sollen in der neuen Werkstatt eine kreative ­Heimat finden. Menschen, die sagen: «Das probiere ich jetzt einfach mal aus.»

Eine gut bestückte Werkstatt

Es war Micha Federle, der im Sommer durch den Hinweis eines Bekannten auf die Zena-Fabrik aufmerksam wurde. Dort war früher der «Rex»-Sparschäler hergestellt worden, doch seit die Zena Swiss AG im Herbst 2020 an Victorinox verkauft wurde, steht das Areal leer. In den nächsten Jahren soll die Halle abgerissen und das Grundstück neu überbaut werden. «Warum also nicht zwischennutzen?», hat sich Federle gesagt, der seit ein paar Jahren wieder im Bezirk Affoltern wohnt. Mit solchen Lokalen auf Zeit kennt er sich aus: Immer wieder entwirft seine Agentur «Pointbreak» Zwischennutzungskonzepte und füllt verlassene Orte und Gebäude mit Leben. «Wär das was für uns?», fragte er Alfi Calabrese, der genau so gerne Events organisiert und einzigartige Projekte begleitet, und dieser fand: «Auf jeden Fall!»

So kam es, dass Micha Federle die 1500 Quadratmeter grosse Halle mietete, dass in den Sommerferien die Schlüssel übergeben wurden, und dass sich die beiden in den vergangenen Monaten daran gemacht haben, die Fabrik in eine grosszügig ausgestattete Werkstatt zu verwandeln.

«Wir haben mittlerweile drei grosse Baumärkte im Bezirk, in denen die Leute Material kaufen können», sagt Micha, «aber wo bauen sie es zusammen?» Anstatt im eigenen Keller wird man das ab Februar hier an der Zwillikerstrasse tun können. Nicht nur eine Schreinerei mit Plattenfräse, eine Schleif- und CNC-Maschine stehen bereit, auch eine Metall-, eine Auto- und eine Bike-Werkstatt werden derzeit eingerichtet. Es kann lackiert, gestanzt oder laminiert werden, und auch ein Beschriftungsatelier steht zur Verfügung.

Für alle Ideen offen

Einen Teil der Werkzeuge hat Micha Federle über seine Agentur gekauft, andere haben Mieter mitgebracht, die bereits eingezogen sind. So stellen sich die beiden ihre Werkstätte vor: Als einen Ort, wo man sich gegenseitig hilft und aushilft, und das möglichst unkompliziert. Zur Halle gehören auch ein Keller und ein Raum, der für allerlei Ideen genutzt werden kann. Platz hat es für alle: Für jene, die sich ein fixes Atelier mieten und die Werkstatt mitbenutzen möchten, aber auch für die anderen, die mit einem Stunden-, Tages- oder Monatspass bestens bedient sind, weil sie immer mal wieder die Lust am Werkeln packt. Oder aber für jene, die eine Idee haben, wie man das Angebot in «The Studios» ergänzen könnte. Workshops wären denkbar, eine Erweiterung der Werkstatt, aber auch Ausstellungen, Vernissagen oder andere Anlässe. «Wir sind für alle Ideen offen», sagt Alfi Calabrese, «einfach vorbeikommen, und wir finden einen Weg.»

«The Studios» wird am 5. Februar eröffnet. Doch bereits morgen Samstag bietet sich die Gelegenheit, die Fabrikhalle zu besichtigen und das Team kennenzulernen. Um 10 Uhr gehts los; bis 18 Uhr finden Schreiner-, Plotter- oder Kunst-Workshops statt. Man findet Anregung zum energieeffizienten Camper-Ausbau. Kinder können sich schminken lassen, Kerzen ziehen, zudem gibt es Marktstände und Verpflegung.

Tag der offenen Türe in «The Studios», Samstag, 8. Januar, 10 bis zirka 22 Uhr. Zwillikerstrasse 2, Affoltern. Workshops und Musik sowie Grill, Raclette, Churros und Getränke. Es gilt Maskenpflicht, bei Konsumation im Innenbereich 2G. Infos zum Tagesprogramm: www.studios-pointbreak.com.