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24.01.2022

Grossprojekt auf der Zielgeraden

Gemeindepräsident René Kälin (links) und Jean-Pierre Feuz vom Verschönerungsverein Mettmenstetten auf dem zukünftigen Kinderspielplatz mit der Platte, die in Erinnerung an das 900-Jahre-Jubiläum angefertigt wurde. (Bild Beat Furrer)

Gemeindepräsident René Kälin (links) und Jean-Pierre Feuz vom Verschönerungsverein Mettmenstetten auf dem zukünftigen Kinderspielplatz mit der Platte, die in Erinnerung an das 900-Jahre-Jubiläum angefertigt wurde. (Bild Beat Furrer)

Im September 2018 hat die Bevölkerung von Mettmenstetten einem 30-Millionen Projekt mit Schul-, Sport- und Begegnungsraum zugestimmt. Nun befinden sich die Bauarbeiten im Endspurt: Am Donnerstagmorgen konnten auf dem künftigen Dorfspielplatz die ersten «Mättmi-Schtei» gesetzt werden.

Von: livia häberling

«Es tschudderet mi fascht ächli», bekennt Gemeindepräsident René Kälin, als er am Donnerstagmorgen auf der Baustelle, in der Nähe der neuen Holzspielgeräte steht. Kletterschloss nennt sich eine der beiden Installationen, und man ahnt: Hier erwartet die Kinder bald ein opulentes Vergnügen. Ein solches zu ermöglichen, war sein Ziel gewesen, als er vor zwölf Jahren als Gemeindepräsident kandidierte: «Mir war es ein Anliegen, dass unser Dorf einen Spielplatz erhält. Dass wir jetzt so weit sind, berührt mich.»

Es hat gedauert. Doch was die Mettmenstetterinnen und Mettmenstetter nun im Frühling offiziell einweihen dürfen, ist weit mehr als ein Dorfspielplatz. Entstanden ist ein Generationenprojekt für rund 30 Millionen Franken, zu dem auch die alte Sennerei gehört. In ihr ist neu im Obergeschoss die Bibliothek zu finden, während im Erdgeschoss ein Raum mit Küche Begegnungen ermöglichen soll. Auch ein Primarschulhaus und eine Doppelturnhalle mit Räumen für die Tagesstrukturen gehören zum Projekt.

286 Steine werden verlegt

Am 14. Mai wird das Generationen-projekt mit einem grossen Fest eingeweiht. Regierungsrat Mario Fehr ist an jenem Samstag als Redner angekündigt, der Endspurt der Arbeiten läuft. Und just in dieser Schluss-Phase erhalten nun auch jene Bauelemente, die wohl als Allererste da waren, ihren Ehrenplatz: die «Mättmi-Schtei». Lanciert worden war die Aktion im Jahr 2016, im Rahmen des 900-Jahre-Jubiläums der Gemeinde. Damals konnten sich die Einwohnerinnen und Einwohner oder das lokale Gewerbe für 100 Franken einen 10x20 Zentimeter grossen Guber-Stein kaufen und ihn nach Wunsch gravieren lassen. Damals schon mit der Vision, die Steine beim neuen Spielplatz einzubauen. Nach dem Ja zum Baukredit im Herbst 2018 liess man die Aktion nochmals aufleben: So kamen insgesamt 286 Steine zusammen. Dazu gesellen sich eine Erinnerungsplatte an das 900-Jahre-Jubiläum und eine Dankestafel an den Verschönerungsverein Mettmenstetten, der dem neuen Spielplatz die beiden Holzspielgeräte aus dem Murimoos gespendet hat.

Am Donnerstag war nun der grosse Tag: Die ersten Steine konnten in den Boden gepflastert werden. Diesen Moment wollte nicht nur René Kälin live miterleben: Auch Jean-Pierre Feuz, OK-Präsident von «900 Jahre Mettmenstetten» war dabei sowie Peter Junker und Otto Schmid vom Verschönerungsverein Mettmenstetten. Und natürlich auch Finanz- und Liegenschaftenvorstand Beat Bär, der Leiter des Bauausschusses. Er sagt: «Wir arbeiten nun seit mehr als acht Jahren an diesem Projekt, es gab Fortschritte, aber auch einige Rückschläge, zum Beispiel mit Rekursen. Zu sehen, dass wir nun im Endspurt sind, macht Freude – und auch ein bisschen stolz.» Vor dem Hintergrund, dass es mit der neuen Legislatur zu Wechseln komme, bilde die offizielle Einweihung im Mai für einige Projektinvolvierte einen schönen Abschluss.

Zugleich geht der Betrieb im neuen Dorftreff mit dem Fest erst richtig los. Ein Begegnungsort für die ganze Bevölkerung soll sich etablieren. Einige Ideen und Konzepte, was dort künftig stattfinden könnte, gibt es bereits. «Mettmenstetten hat viele Vereine und ein aktives Dorfleben, das wollen wir pflegen», sagt Beat Bär.

René Kälin könnte sich am neuen Treffpunkt Lesungen vorstellen, aber auch einen Spieltreff oder einfach ­gemütliches Beisammensein. «Ich wünsche mir, dass dieser Ort bis in einem Jahr so belebt ist, dass es um das Angebot und die Nutzung des Raums schon fast ein Gerangel gibt.»