Sport
20.04.2022

Deutsche Dominanz am GP Osterhas

Andreas Mayr freut sich über seinen ersten Sieg in der Schweiz am GP Osterhas.
         
         
            
               (Bilder Martin Platter)
RRC-Amt-Fahrer Urs Huber zeigte vor allem zu Beginn viel Einsatz im diesjährigen ­GP-Osterhas-Hauptrennen.

Andreas Mayr freut sich über seinen ersten Sieg in der Schweiz am GP Osterhas.

Andreas Mayr freut sich über seinen ersten Sieg in der Schweiz am GP Osterhas.
         
         
            
               (Bilder Martin Platter)
RRC-Amt-Fahrer Urs Huber zeigte vor allem zu Beginn viel Einsatz im diesjährigen ­GP-Osterhas-Hauptrennen.

Auch dieses Jahr haben deutsche ­Rad­sportler am Radkriterium Grand Prix Osterhas die ersten vier Plätze erobert. Als bester ­Schweizer landete Jan Stöckli auf dem fünften Platz. Am meisten ­Publikum wohnte jedoch den Nachwuchsrennen bei.

Von: Martin Platter

Die deutsche Radsportmannschaft RSC Kempten hat auch in diesem Jahr den GP Osterhas geprägt. Bei der verregneten Austragung im Vorjahr stellte der mit 700 Mitgliedern (!) grösste Radsport­verein Bayerns gleich sämtliche Podiums­fahrer und mit dem späteren deutschen Kriteriumsmeister Jonas Schmeiser auch den Sieger. Diesmal, bei trockenem Wetter aber kühler Bise, erwischte Schmeiser nicht seinen besten Tag. Zudem war der RSC Kempten heuer nur noch mit halber Mannschaftsstärke (vier Fahrer) angetreten. Schmiesers Teamkollegen schafften es dennoch, das Rennen unter Kontrolle zu halten. Allen voran der Vorjahres­zweite Andreas Mayr, der vor Team­kollege Dario Raps gewann. Das Podium ­komplettierte Levi Messmer.

Aus Veranstaltersicht erfreulich war, dass auch RRC-Amt-Leistungsträger Urs Huber zu Beginn des Rundstrecken­rennens Akzente zu setzen vermochte. Zusammen mit Dario Raps, Nico Tambarikas und Jeremias Jenelten war der Mettmenstetter Teil einer drei Mann starken Fluchtgruppe, die mit bis zu 20 Sekunden Vorsprung vor dem Feld herraste. Das Durchschnittstempo stieg dabei auf über 45 km/h. Doch die Gruppe harmonierte nicht perfekt, um dem Peloton auf Dauer die Stirn zu bieten und wurde nach etwa 15 von 100 Runden wieder eingeholt. ­Ärgerlich für Huber: Da es eine neun Mann starke Fluchtgruppe im Finale schaffte, das Feld zu überrunden, fiel der Säuliämtler vom neunten auf dem zwölften Rang zurück. Sein Kommentar: «Ich habe nach der ersten grossen Sprint­wertung das Tempo durchgezogen. Tatsächlich bildete sich darauf eine Flucht­gruppe. Leider harmonierten wir nicht besonders gut. Als Einzelkämpfer war es schwierig, gegen die Teams zu bestehen.»

Mayrs erster Sieg in der Schweiz

Sieger Andreas Mayr war, wie schon im Vorjahr, begeistert vom GP Osterhas. Er sagte: «Unsere Taktik ist trotz halben Bestands an Teamfahrern auch diesmal wieder perfekt aufgegangen. Dario und ich haben sich die grossen Wertungen ersprintet; Jonas und Jan fuhren auf die kleinen. Das ist mein erster Sieg in der Schweiz!» Einfach sei das Rennen aber nicht gewesen, denn als deutscher ­Fahrer kenne man seine Schweizer ­Mitstreiter nicht. Deshalb habe man auf jeden Fluchtversuch reagieren müssen. Die Rennkonstellation habe jedoch ­einmal mehr gepasst.

Für weitere Highlights aus Säuli­ämtler Sicht sorgten die Nachwuchs­fahrerinnen und -fahrer: Francesco ­Caruso (5. U19), Cedric Graf (6. U17), Elia Felsberger (14. U17), Denis Flückiger (6. U15), Shana Huber (16. U15), Jan Graf (21. U15), Elio de Mey (5. U13), Raphael Baschung (7. U13), Lina Huber (12. U13), Nils Graf (14. U13), Aline Graf (15. U13), Fabio Baschung (4. U11) und Una Kerins (5. U11) zeigten tadellose Leistungen.

Die Grenzen der Digitalisierung

Nicht auf Höhe war einzig die langsame und fehlerhafte Resultate­auswertung. Sie führte nicht nur zu zahlreichen ­Reklamationen von Teil­nehmern und Verzögerungen bei den Siegerehrungen. Da die Speaker im ­Unklaren gelassen wurden, wer im Rennen die Führung besass, blieb die Stimmung an der Strecke so kühl wie die unangenehm stark blasende Bise. Was wohl auch der Grund dafür war, weshalb nur wenige Hardcore-Fans bis zum Ende des Hauptrennens an der Strecke verweilten. Das war vor der Einführung von Chip-Zeitmessung und Zielfilm noch anders und zeigt die Grenzen der ­Digitalisierung bei ­einem anspruchsvollen Rundstreckenrennen wie dem GP Osterhas, wo es nach jeder Runde ­Punkte zu gewinnen gibt.

Resultate und weitere Fotos: rrc-amt.ch.