Sport
09.05.2022

WB demonstriert seine Formstärke

Jak Mesto trifft für WB zum 2:0 in die Thalwiler Maschen. (Bild Kaspar Köchli)

Jak Mesto trifft für WB zum 2:0 in die Thalwiler Maschen. (Bild Kaspar Köchli)

Der FCWB ist in der Abwehr weiterhin eine Macht, bleibt zum fünften Mal in Folge ohne Gegentreffer und bezwingt auch Thalwil souverän.

Von: Kaspar Köchli

Die Gefühlslage der beiden Kontrahenten hätte unterschiedlicher nicht sein können. Auf der einen Seite WB, in den letzten vier Partien ohne Gegentreffer zehn Punkte holend, auf der anderen Thalwil, das in den neun Rückrundenspielen bislang erst vier Zähler ergatterte. Und demzufolge, akut in den Abstiegskampf involviert, dringend auf Punkte angewiesen war. Gegenüber standen sich zudem die stärkste Abwehr sowie die zweitlöchrigste der Gruppe.

Die erste halbe Stunde bot nichts Hochstehendes. WB war von Beginn weg die aktivere Mannschaft, ohne jedoch zu brillieren. Thalwil agierte vorsichtig und zeigte sich vor allem bedacht, nicht in Rücklage zu geraten. Den Heimischen boten sich ein paar wenige, jedoch nicht zwingende Einschussmöglichkeiten. Am Torerfolg am nächsten war WB, als sich Captain Peter und Grujicic im gegnerischen Fünfmeterraum nicht einig waren, wer abschliessen soll – und sich richtiggehend im Weg standen. Später setzte Aeberli seinen Schuss zu hoch an und schliesslich wurde ein Treffer ­Rüeggers wegen Offside-Position ab­erkannt. «Die Entscheidung war korrekt, es handelte sich um zirka einen halben Meter», gab der vermeintliche 1:0-Schütze Auskunft.

Nach dieser Aktion waren die Ämtler endlich erwacht. Jetzt wurde mit druckvollem Spiel eine starke Phase eröffnet. Pech widerfuhr Thalwil, als dessen bester Abwehrspieler Todzi nach einem Zweikampf verletzt ausscheiden musste. Der FCWB powerte nun, ehe er abrupt durch den Halbzeitpfiff gestoppt wurde.

WB gibt Gas, Thalwils Kräfte schwinden

Wettswil-Bonstetten stürmte förmlich aus der Kabine und demonstrierte mit zügigen Angriffen unmissverständlich seinen Torhunger. Flavio Peter kam einen Sekundenbruchteil vor Gästekeeper Filippone an den Ball, köpfelte diesen aber über das Gehäuse. Zehn Minuten später wurden die Anstrengungen belohnt. Am Ende einer sehenswerten Stafette bediente Thalmann den in der Mitte lauernden Grujicic, der hechtend mit seinem Scheitel zum 1:0 traf. Der Knoten hatte sich gelöst. Später dezimierten sich die Thalwiler naiv mit ­einem Platzverweis und minimierten ihre Chance auf einen Punkt gleich selbst. Und ihr letzter Funken an Hoffnung war nach siebzig Minuten erloschen, als der eingewechselte Mesto zur Ämtler Zweitoreführung traf. Thalmann, Passgeber wie schon beim ersten Tor, meinte nach dem Spiel: «Ich war in guter Vorwärtsbewegung und wollte eigentlich selbst schiessen, da sah ich, dass Jak noch besser positioniert war.»

Wirbelwind Mesto setzte weitere Ausrufezeichen. Zuerst bediente er mittels Absatztrick Flavio Peter, dessen Schuss von Filippone mirakulös abgewehrt wurde, dann versuchte er sein Glück selbst mit einem Hammerschuss, der ebenfalls zur Beute des Gästekeepers wurde. Zwischendurch verfehlte Marjanovic bei der besten Gelegenheit der Grünweissen den Ehrentreffer nur knapp. Die Reihe war wieder an WB, das mit dem 3:0 durch Mesto, nach Assist von Aeberli, die Kräfteverhältnisse definitiv klarstellte.

Nach dem darauffolgenden Schlusspfiff durfte sich der FCWB über weitere drei Punkte freuen – 39 sind es jetzt nach 23 Spielen, was Rang vier bedeutet. Grandios ist die Stabilität der Ämtler Abwehr. Mit erst 20 Gegentreffern stellt sie nach Bulle (18) den zweitbesten Wert aller 42 Erstliga-Teams.

WB hat einen Lauf

Der erfolgreiche WB-Coach Mirzai meinte nach der Partie: «Der Sieg ist absolut verdient, Gratulation dem Team. Unser Gegner machte uns das Leben in der ersten Hälfte schwer, auch mit der teils harten Gangart. Wir gerieten aus dem Konzept, bauten kontinuierlich ab, ohne dass Thalwil aber gefährlich wurde. In Hälfte zwei konnten wir das korrigieren, uns wieder auf unsere Stärken konzentrieren und schliesslich unsere Klasse ausspielen.» Mirzai übernahm das Amt von Oswald Mitte März 2022, seither reitet WB auf einer Erfolgswelle. Der 1:2-Niederlage in Tuggen und dem 0:0 gegen Linth 04 stehen, den 5:2-Cupsieg gegen Martigny eingerechnet, fünf Siege gegenüber. Und WBs Abwehr um Torhüter Rüegg erhielt nun seit exakt 490 Minuten keinen Gegentreffer.

Sportanlage Moos, 225 Zuschauer. FC Wettswil-Bonstetten – FC Thalwil 3:0 (0:0).

FCWB: Rüegg; Brunner (76. Dzelili), Rüegger, Studer, Thalmann, Heini, N. Peter, Aeberli, F. Peter, Figueiredo (66. Hager), Grujicic (59. Mesto).

55. Grujicic 1:0; 69. Mesto 2:0; 85. Mesto 3:0.