Sport
02.06.2022

Ein Sport für die ganze Familie

Benji Fischer beim Abwurf. Die Ketten halten den Flug der Disc-Golf-Scheibe auf und diese fällt in den darunter liegenden Korb, das Ziel. (Bild Nepita Santiago)

Benji Fischer beim Abwurf. Die Ketten halten den Flug der Disc-Golf-Scheibe auf und diese fällt in den darunter liegenden Korb, das Ziel. (Bild Nepita Santiago)

Am letzten Samstag und Sonntag fand in Hausen die Eröffnung des für Jung und Alt frei zugänglichen Disc-Golf-Parcours auf dem Areal des Schul- und Berufsbildungsheims Albisbrunn statt. Mit Grill und Getränken, einem Turnier und in gelöster Stimmung.

Von: Nepita Santiago

Disc was? Disc Golf? Erste Assoziation sind die klobigen CD-Abspielgeräte der 80er-Jahre, die Discmans. Hat man die wieder hervorgekramt, um das Golf­spielen unterhaltsamer zu machen? Zweite Assoziation: Geht die Diskussion um einen Golfplatz im Säuliamt wieder los? Weder noch! Discgolfen ist Golfspielen mit Wurfscheiben, diesen bunten, runden Kunststoffdingern, die ­einem zuweilen in Parks und an Stränden um die Ohren fliegen. Natürlich können Disc-Golf-Parcours nur beschränkt mit Ball-Golf-Parcours verglichen werden, und während für das Golfspiel meist eine Klubmitgliedschaft benötigt wird, ist die Benutzung eines Disc-Golf-Parcours kostenlos, offen für alle und die Anlagen sind meist in Parks oder auf Grünflächen von grösseren Sportanlagen installiert. Oder eben, seit neustem auf dem Areal des Albisbrunn, wo ein Parcours mit 10 Körben aufgestellt ist und zur öffentlichen Nutzung für alle kostenlos zur Verfügung steht.

Die Ketten zum Klirren bringen

Beim Disc Golf ist nicht das Loch, sondern ein Korb das Ziel. Aber bei beiden Sportarten soll mit möglichst wenigen Schlägen, bzw. Würfen der Ball oder die Scheibe ins Ziel gebracht werden. Die Ketten halten den Flug der Disc-Golf-Scheibe auf und diese fällt dann in den darunter liegenden Korb. «Das klirrende Kettengeräusch, wenn die Scheibe im Korb landet, kann süchtig machen», lacht Benji Fischer, PR-Verantwortlicher beim Verein Voralpen Eagles, Initiator des Parcours. Er selber hat während 20 Jahren «Ultimate Frisbee», ein wettkampforientierter Mannschaftssport, gespielt. Am Discgolfen schätzt er, dass es eine unkomplizierte Sportart für Alt und Jung ist. «Mich begeistert es einfach, diese Scheibe zu werfen und zusammen mit Freunden Zeit in der Natur zu verbringen.» Seit Corona sei die Sportart aus Amerika sehr am Aufkommen und was auf den ersten Blick als reines Plauschspiel wirkt, könne jedoch durchaus auch als ernst zu nehmende Sportart ausgeübt und Technik, Athletik sowie Taktik trainiert werden, und es fänden auch internationale Wettkämpfe statt.

Die Spielregeln sind einfach: Die einzelnen Bahnen des Hausemer Parcours – auf dem ein striktes Alkohol- und Drogenverbot gilt – sind zwischen 45 und 94 Meter lang. Jede Bahn hat eine Abwurfstelle und einen Disc-Golf-Korb. Von der Abwurfstelle wirft man einen möglichst weiten Wurf in Richtung Korb. Weitergespielt wird von dort, wo die Scheibe gelandet ist. Die Anzahl der Würfe bis zum Kettenklirren wird notiert und weiter gehts zur nächsten Bahn. Siegerin oder Sieger ist, wer den Parcours mit den wenigsten Würfen absolviert hat.

Kleiner und aerodynamischer

Zum Discgolfen braucht es nur die Disc-Golf-Scheibe. Diese ist etwas kleiner und viel aerodynamischer als die herkömmlichen Frisbees, erklärt Fischer. «Für Anfänger reicht eine Scheibe, ein sogenannter Putter. Könner haben natürlich mehrere. Nebst dem Putter, einen Distance Driver und eine Midrange Disc, für mittellange Distanzen», erläutert er. Diese Drei-Scheiben-Grundausstattung sei bereits für 25 bis 30 Franken zu haben. Somit ist Discgolfen ein erschwinglicher Sport. «In Hausen soll es zudem in Zukunft einen Ort geben, wo Scheiben ausgeliehen werden können. Die Örtlichkeit muss aber noch evaluiert werden und wird, sobald möglich, auf unserer Website kommuniziert», sagt Benji Fischer.

Finanziert wurde die Anlage mittels Schwarmfinanzierung mit «Lokal­helden» von Raiffeisen und die Körbe tragen das Logo des jeweiligen Geld­gebers. Ein Ziel der Voralpen Eagles ist es, in der Region noch weitere Parks erstellen zu können, denn sie sind überzeugt davon, dass diese Freizeitbeschäftigung im Freien die Lebensqualität verbessern kann. «Der Frisbeesport ist für alle geeignet, egal ob Knabe oder Seniorin», so Fischer «und ein wichtiger Aspekt des Spieles sind gegenseitiger Respekt und Rücksichtnahme sowie der Respekt vor der Natur.» So sei es selbstverständlich, dass Abfälle wieder mitgenommen würden und dass hohes Gras möglichst nicht betreten werde. Solches Verhalten macht es wohl einfacher, dass in Zukunft noch weitere Parks entstehen und einem spielerischen Kräfte­messen als Familie, mit Freunden oder unter Nachbarinnen nichts im Wege steht.

Disc Golf Park Albisbrunn, Betriebszeiten Mo – Fr: 10 – 20 Uhr; Sa/So: 10 – 18 Uhr. Die Nutzung der Disc-Golf-Anlage ist kostenlos und auf eigene Gefahr. Auf dem ganzen Areal gilt ein striktes Alkohol- und Drogenverbot. Das hohe Gras soll möglichst nicht betreten werden, bitte Wege benutzen. www.voralpeneagles.ch.