Bezirk Affoltern
13.06.2022

Viel Lob für die abtretenden Behördenmitglieder

Gemeindepräsidentin Nadia Hausheer (2.v.l.) mit den drei abtretenden Mitgliedern des Gemeinderats. 
Von links: Verena Commissaris, Bruno Fuchs und Marlyse Blatter Burger. (Bild Marianne Voss)

Gemeindepräsidentin Nadia Hausheer (2.v.l.) mit den drei abtretenden Mitgliedern des Gemeinderats.

Die Stimmberechtigten von Aeugst hatten am Donnerstag nur über zwei Geschäfte ­abzustimmen, die sie auch beide genehmigten. Anschliessend wurden beim Apéro die drei zurücktretenden Mitglieder des Gemeinderats verabschiedet.

Von: Marianne Voss

Die Gemeindeversammlung vom vergangenen Donnerstag in Aeugst konnte nun nach der Coronaphase wieder in der Kirche durchgeführt werden. 45 Stimmberechtigte waren anwesend, um über die Jahresrechnung und die Schlussabrechnung für den Ersatz der Ölheizung der Primarschule abzustimmen. Beide Traktanden wurden genehmigt.

Gemeinderat Bruno Fuchs stellte die Schlussabrechnung des Heizungsersatzes vor. Sie beträgt 331255 Franken und liegt knapp 5000 Franken über dem gesprochenen Kredit. Gebaut wurde ein Holzschnitzelsilo, in welchem 40 Kubikmeter Holzschnitzel aus dem Gemeindewald Aeugst gelagert werden können. Mit der neuen Holzheizung werden jährlich 23000 Liter Öl eingespart.

1,5 Millionen besser als budgetiert

Finanzvorsteherin Marlyse Blatter Burger stellte die erste konsolidierte Jahresrechnung der Gemeinde Aeugst vor, die bei einem Gesamtaufwand von 11 Millionen und einem Gesamtertrag von 12,4 Millionen mit einem Ertragsüberschuss von 1,4 Millionen Franken abschliesst. Budgetiert war ein Aufwandüberschuss von 148500 Franken. Die Rechnung schliesst um rund 1,5 Millionen Franken besser ab, als budgetiert war. «Mit diesem positiven Ergebnis reihen wir uns in die Abschlüsse der meisten Gemeinden im Säuliamt ein», erklärte sie.

Sie ging auf die Abweichungen ein, die in fast allen Bereichen liegen. ­Besonders gross ist der Minusnettoaufwand bei der Allgemeinen Verwaltung in der Höhe von 250000 Franken infolge von Gebühreneinnahmen, der Vakanz im Bausekretariat und der erst teilweisen Einführung der digitalen Geschäftsverwaltung. Die Schule ist zum ersten Mal in der Rechnung integriert und hat fast eine Punktlandung erzielt. 28000 Franken wurden coronabedingt eingespart, da Skilager und Exkursionen ausfielen. Grosse Abweichungen zeigen sich auch im Asylbereich bedingt durch Rückerstattungen. Die Gemeindesteuereinnahmen fielen über Budget aus, und die Grundstückgewinnsteuern waren höher als erwartet. Zudem schüttete die ZKB mehr Gewinn aus. Ein Teil der ZKB-Jubiläumsdividende wurde verwendet für die Platzsanierung Volg, das Buchprojekt «Liebeserklärungen an den Türlersee» und einen Beitrag für das Projekt Gartenatelier Götschihof.

Die Investitionsrechnung Verwaltungsvermögen schliesst mit Netto­investitionen von 685108 Franken ab. Darin enthalten ist als wichtigste Investition im 2021 der Heizersatz der Primarschule. Weitere Investitionen betrafen verschiedene Sanierungsarbeiten oder die interaktiven Bildschirme in der Schule. Im Finanzvermögen erfolgten keine Investitionen.

Mit Wertschätzung verabschiedet

Die offizielle Versammlung dauerte eine knappe Stunde. Danach informierte ­Bruno Fuchs über den Stand der Dinge zur Fotovoltaikanlage auf dem Dach der Turnhalle. Es wurde entschieden, dass diese nicht durch die Gemeinde gebaut und finanziert werden soll, ­sondern durch die Genossenschaft ­Säulistrom. Der Gemeinderat schliesst mit Säuli­strom eine Absichtserklärung ab, das Baugesuch wird dann von der Genossenschaft eingereicht. Die Gemeinde stellt also die Dachfläche zur Verfügung und bezieht einen Teil des produzierten Stroms für ihre Liegenschaften. Auch die Einwohnenden können profitieren und Solarstrom von der Genossenschaft kaufen.

Zum Schluss verabschiedete Gemeinde­präsidentin Nadia Hausheer die drei aus dem Gemeinderat scheidenden Mitglieder mit wertschätzenden Worten. Verena Commissaris war als Schulpräsidentin während zweier Jahre im Gemeinderat. Marlyse Blatter Burger hatte während vier Jahren die Finanzen gut und fest im Griff und amtete zudem als Verantwortliche für Kultur und Freizeit. Und Bruno Fuchs hatte sich während zwölf Jahren mit Themen rund um Umwelt, Naturschutz, Planung und Energie befasst. In seine Amtszeit fielen das neue Verkehrskonzept, die Revision der BZO, das Energieleitbild oder auch das Energiestadt-Label. Die Zurücktretenden erhielten für ihren grossen Einsatz warmen und herzlichen Applaus sowie beim Apéro viele persönliche dankende Worte.