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28.07.2022

Hier wird vor allem mit Öl geheizt

Solche Erdgasleitungen verlaufen unterhalb der Schweiz hindurch. (Bild zvg)

Solche Erdgasleitungen verlaufen unterhalb der Schweiz hindurch. (Bild zvg)

Erdgas spielt beim Heizen und für das Warmwasser im Knonauer Amt eine geringe Rolle – die erneuerbare Energie nimmt zu.

Von: Luc Müller

Noch immer werden rund 60 Prozent der Wohngebäude in der Schweiz mit fossilen Brennstoffen beheizt. Dabei kommen vor allem Erdöl und Erdgas zum Einsatz, die auch für Warmwasser sorgen. Am meisten Erdgas wird in der Schweiz fürs Heizen und Warmwasser verbraucht, ­danach folgt die Industrie, die Erdgas für die Produktion benötigt. Öl und Gas ­stossen beim Verbrennen schädliches CO2 aus, was den Klima­wandel befeuert. Das soll sich ändern: Ab dem 1. September 2022 tritt im Kanton Zürich das revidierte Energiegesetz in Kraft. Es verlangt den Ersatz von Öl- und Gasheizungen am Ende ihrer Lebensdauer durch umweltfreundliche Heizlösungen.

Russen liefern wenig Gas

Zurück zur Gegenwart. Die Lieferungen von Erdöl und Erdgas sind unter Druck geraten wegen des Krieges in der Ukraine. Russland lässt derzeit durch die Pipeline Nord Stream 1, welche von Russland durch die Ostsee Deutschland beliefert, nur 20 Prozent der üblichen Menge. ­Angeblich wegen Wartungsarbeiten. Die Schweiz hat keine eigenen Gasspeicher und ist vollständig auf Importe angewiesen. Diese erfolgen via Deutschland. Die Schweiz ist ein wichtiger Transitkorridor im europäischen Gasbinnenmarkt. Eine 165 Kilometer lange Transitgasleitung, die Nordeuropa mit Italien verbindet, durchquert unser Land. Unterhalb der Schweiz verläuft ein 20000 Kilometer langes Verteilnetz. Derzeit liefert Russland durch die Pipeline Nord Stream 1 nur 20 Prozent der üblichen Gasmenge. Um eine Mangellage im Winter zu verhindern, hat der Bundesrat beschlossen, dass die Gasbranche in den Nachbar­ländern Gas speichern müssen – 15 Prozent des jährlichen Gasverbrauches. Und wie sieht es konkret hier im Knonauer Amt mit dem Verbrauch von Erdgas aus? Die Zahlen dazu liefert der Verein Energie Region Knonauer Amt, bei dem alle vierzehn Ämtler Gemeinden beteiligt sind. Die Stadt Affoltern, Knonau, Mettmenstetten, Obfelden und Ottenbach werden von der WWZ Energie AG in Zug versorgt. 2021 lag der Gesamtverbrauch dieser Gemeinden bei rund 17 Millionen kWh. Am meisten verbrauchte die Stadt Affoltern mit rund 9,5 Millionen kWh. Die WWZ hat den Gaspreis stetig erhöht: Ende 2021 um 3,23 Rappen, am 1. Januar um 1,4 Rappen und nun auf den 1. Juli nochmals um 1,83 Rappen. Für ein Einfamilienhaus mit einem Jahresverbrauch von 20000 kWh steigen die Kosten pro ­Monat um 30,50 Franken.

Hedingen, Bonstetten und Wettswil bekommen Erdgas von der Firma 360 Grad mit Sitz in Zürich. Auch hier sind die Gaspreise alleine von April bis Juni um rund 1,3 Rappen angestiegen. Der grösste Gasverbrauch wurde im März 2021 ­registriert. Gemäss dem Verband der Schweizerischen Gasenergie (VSG) stammte 2021 das importierte Gas in der Schweiz zu 43 Prozent aus Russland.

Erdgas unter 3 Prozent

Zur Einordnung: Erdgas spielt bei der Wärmeerzeugung (Heizung, Warmwasser) im Knonauer Amt eine geringe ­Rolle. Noch immer sind vor allem Erdöl­heizungen in Betrieb. Detaillierte ­Zahlen von 2010 zeigen: Zu 73 Prozent wurde mit Öl geheizt, das Erdgas macht nur 4,4 Prozent aus. «Bei den fossilen Brennstoffen ist auch heute Erdgas im ­Knonauer Amt zum Heizen oder die Warmwasser­aufbereitung nicht sehr wichtig. Der Anteil liegt auch jetzt ­geschätzt bei etwas unter 3 Prozent», erklärt Johannes Bartels, Geschäftsleiter der Standortförderung Knonauer Amt, welche das Säuliamt als eine vom Bund anerkannte Energieregion voranbringt. Sein Kollege Charles Höhn hat eine Energiebilanz für das Säuliamt 2021 erstellt: Total wurden rund 766 GWh (766 Millionen kWh) Strom und Wärmeenergie (Heizungen und Warmwasser) verbraucht. Gemäss Charles Höhn liegt der Anteil der ­erneuerbaren Energie im Säuliamt beim Strom sowie beim Heizen und Warmwasser bei rund 32 Prozent (2020: rund 28 Prozent) – das ist eine Verdoppelung gegenüber 2010. Öl- und Gasheizungen werden immer mehr durch Erdsonden-Wärmepumpen, Luftwärmepumpen und Holzheizungen ­ersetzt.

Für die Stromerzeugung spielt Erdgas keine Rolle. Im Knonauer Amt stammte der Strom 2021 vor allem aus der ­zugekauften Wasserkraft der Elektrizitäts­werke des Kantons Zürich (EKZ). «Diesen Wasserstrom dazu gezählt, liegt der Anteil der erneuerbaren Energie im Knonauer Amt sogar bei 60 Prozent», wie Johannes Bartels erklärt. Bei der Stromerzeugung hier in der Region spielt die Fotovoltaik eine immer grössere Rolle: Der Anteil verdoppelte sich von 2015 bis 2020. Das Ziel: 2050 will das Knonauer Amt den Energiebedarf zu 80 Prozent aus erneuerbaren Ressourcen gewinnen.

Öl und Gas im Einsatz

Energieträger Heizung

Schweiz 2017:

Heizöl: 40 Prozent

Gas: 21 Prozent

Wärmepumpen: 18 Prozent

Holz: 10 Prozent

Solaranlagen: 0,3 Prozent

Knonauer Amt 2020:

Heizöl und Gas: 61 Prozent

Wärmepumpen: 26 Prozent

Holz: 11 Prozent

Solaranlagen: 0,6 Prozent

Bundesamt für Statistik, Energieregion Knonaueramt

 

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