Vermischtes
22.09.2022

Im Haselnuss-Fieber

Stefan Gerber mit Interessierten bei einer Führung durch den neuen Teil seiner Haselnuss-Plantage in Dachlissen-

Mettmenstetten. (Bild Werner Schneiter)

Stefan Gerber mit Interessierten bei einer Führung durch den neuen Teil seiner Haselnuss-Plantage in Dachlissen-

Mit einer Erweiterung der grössten Haselnussbaum-Plantage der Deutschschweiz in Dachlissen will ein Biologe herausfinden, welche Sorten sich hierzulande besonders eignen. Auf rund drei Hektaren stehen nun gegen 2000 Bäume.

Von: Werner Schneiter

Den elterlichen Hof in Dachlissen, ­früher ein Milchviehbetrieb und seit längerer Zeit nicht mehr bewirtschaftet, wollten zuerst weder er noch seine ­Geschwister übernehmen. Aber dann packte ihn das «Haselnuss-Fieber». Das nötige Wissen eignete sich Stefan Gerber auf Gauchs Biohof im Kanton Aargau an. So pflanzte er im März des vergangenen Jahres im Weiler Dachlissen auf 2,5 Hektaren insgesamt 1600 Haselnussbäume. Diese waren ursprünglich für das Projekt eines Schweizer Schokoladeherstellers in Georgien vorgesehen. Als der Export nicht zustande kam, packte der Biologe die Chance. Nun hat er auf einem 0,5 Hektaren grossen Areal in diesem Frühjahr 300 weitere Bäume ­gepflanzt, womit sich die Zahl der aus Europa, Mittelasien und Amerika ­stammenden Sorten auf insgesamt 50 erhöht. Das ist nun ein ideales Experimentier­feld, um herauszufinden, welche Sorten robust sind, sich hierzulande am besten entwickeln und sich später als marktfähig erweisen. Interessante Sorten sollen schliesslich ­vermehrt oder sogar gekreuzt werden.

Wissenschaftliche Unterstützung

Die Plattform Crowd Container begleitet das von drei Stiftungen finanziell unterstützte Projekt wissenschaftlich. Es geht um Fragen der Blütezeitpunkte, Sortenkompatibilität, Nusseigenschaften und Krankheitsanfälligkeit, um später ­fundierte Sortenempfehlungen für den Anbau in der Schweiz abgeben zu ­können. Zweiter Fokus des Projektes ist es, die Biodiversität auf drei Ebenen zu fördern: Ökosystemvielfalt, Arten­vielfalt und genetische Vielfalt – mit dem Ziel, die manchmal gegen­sätzlichen Interessen der effizienten Produktion, der Biodiversitätserhaltung und der ­gesunden Ernährung zu vereinen. ­Ersatzbäume stehen für den Fall von Ausfall auf dem Feld bereit: eine zweite Kopie der Sortensammlung.

Während in der Türkei, in Italien oder Spanien der traditionelle Buschanbau vorherrscht, sind in Dachlissen veredelte Bäume mit Stammunterlage gesetzt worden, die drei bis fünf Meter Höhe erreichen. Die Bewirtschaftung in der Aufbauphase ist zwar aufwendig und macht Handeinsatz nötig, sie kann bei älteren Bäumen aber auch maschinell erfolgen. «Dieses Anbausystem auf Stammunterlage ist für Haselnüsse fast revolutionär und ermöglicht eine ­Kulturführung ähnlich wie beim Obstbau», sagt Stefan Gerber. Langfristig will er auf Bio umstellen.

Ertragsprognosen sind nicht einfach

«Geerntet wird mit Netzen», erklärte er auf einem öffentlichen Rundgang durch die Anlage. Bis zu einer Vollernte auf dem knapp drei Hektaren grossen ­Anbaufeld dauert es fünf bis acht Jahre. Ertragsprognosen sind nicht einfach. «Man rechnet ein bis drei Tonnen pro Hektare – drei Tonnen sind der Idealfall», sagt Stefan Gerber. Dieses Jahr hat er einen kleinen Ertrag, rund fünf Kilo, von den Bäumen geholt. Den Grossteil vorzeitig – zugunsten einer guten Baumentwicklung in diesem Hitzesommer.

Noch fehlt es an Erfahrungen

Mit seiner Haselnussbaum-Plantage begibt sich Stefan Gerber auf ein in der Schweiz noch wenig beackertes Feld und nimmt eine Pionierrolle ein. Noch fehlt es nämlich an Erfahrung bezüglich Wirtschaftlichkeit und Kulturführung, aber er sieht hier auch Chancen für Landwirte und generell für die Weiterentwicklung der lokalen Land­wirtschaft. So schnell wird die Schweiz jedoch nicht vom Haselnuss-Import wegkommen. «Zuerst muss lokales Kulturführungs- und Sortenwissen generiert werden, mit dem Ziel, später vielleicht auch im ­grösseren Massstab produzieren zu ­können», hält Stefan Gerber fest.

 

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