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01.12.2022

Das «Beatmungsgerät» bleibt vorerst eingelagert

Nicht immer so idyllisch: Bis vor 40 Jahren war der Türlersee stark mit Nährstoffen belastet. (Bild Thomas Stöckli)

Nicht immer so idyllisch: Bis vor 40 Jahren war der Türlersee stark mit Nährstoffen belastet. (Bild Thomas Stöckli)

«Mindestens zwei Winter» brauche es, um beurteilen zu können, ob der Türlersee auch ohne Umwälzpumpe auskommt, hiess es beim Awel vor gut zwei Jahren. Die Ergebnisse stimmen optimistisch, der Versuch wird verlängert.

Von: Thomas Stöckli

«Türlersee – Klassenbester!» steht gross auf zwei der Folien. Die eine vergleicht den Phosphorgehalt, die andere die ­Algenmenge mit zehn anderen Seen im Kanton. In beiden Bereichen erfüllt der Türlersee die Vorgaben seit den frühen 1990er-Jahren. Das Prädikat «Klassenbester» ­relativiert Pius Niederhauser von der Abteilung Gewässerschutz beim Awel, auf Nachfrage: Der Pfäffikersee habe sich in jüngster Vergangenheit ­sogar noch etwas besser entwickelt. Trotzdem: Die Präsentation über die Entwicklung des Türlersees seit dem Verzicht auf die winterliche Zirkulationsunterstützung konnte man beim Türlersee-Schutz­verband mit Stolz aufnehmen.

Auch ein schlechter Winter führt nicht zu einem kritischen Zustand

Seit Herbst 2020 läuft der Versuch ohne winterliche «Beatmung» (der «Anzeiger» hat berichtet). Seither war die Sauerstoffkonzentration im Tiefenwasser zwar im Frühling jeweils deutlich schlechter, was den Lebensraum der ­Fische einschränkt. Es hat sich allerdings auch gezeigt, dass diese Verschlechterung sich nicht auf den Sauerstoffgehalt im Spätsommer in den ­oberen Lagen bis 7,5 Meter Tiefe auswirkt, die Schicht also, in die sich Fische bei Hitze zurückziehen. «Das ist eine wichtige Erkenntnis», so Niederhauser. Und auch die ­Algenblüte und die Phosphat-Rück­lösung aus den Sedimenten im Tiefenwasser haben in der Testphase nicht zugenommen. «Bisher haben wir keine Überraschungen erlebt», fasst er die Erkenntnisse aus der Versuchsphase ohne Zirkulationsunterstützung zusammen. Die bisherigen Beobachtungen stimmen insofern optimistisch, als in drei der beobachteten vier Halbjahren die Bedingungen eigentlich alles andere als ideal waren für die Durchmischung und den Sauerstofftransport in tiefe Lagen: Der Winter 2020/21 war zu warm, im Sommer 2021 spülte Hochwasser organisches Material und Nährstoffe in den See, was letztlich massiv Sauerstoff zehrte. Sehr ungünstig präsentierte sich dann der Winter 2021/22: Wieder zu warm und diesmal blieben darüber ­hinaus auch noch die Stürme aus, ­welche die Umwälzung zusätzlich ­antreiben könnten. «Dass es gute und schlechte Jahre geben würde, was die Durchmischung anbelangt, war uns klar», so Niederhauser, «jetzt wissen wir, dass auch ein schlechter Winter im ­Sommer nicht zu einem kritischen ­Zustand führt.»

Negative Auswirkungen durch den Klimawandel nicht ausgeschlossen

Trotzdem: Die Umwälzanlage wird vorerst noch nicht entsorgt. «Der Entsorgungsentscheid wäre unwiderruflich», begründet Niederhauser den Beschluss, die Testphase um ein Jahr zu verlängern: «Wir gewinnen dadurch Sicherheit und verschenken nichts.»

An seinem Optimismus, künftig auf die Zirkulations­unterstützung verzichten zu können, ändert das nichts: «Es müsste schon etwas sehr Überraschendes passieren, damit wir zu einem anderen Schluss kommen.» Wenn der See aber tatsächlich nicht ohne «Beatmung» auskommen sollte, würde sich an diesem Zustand wohl auch in den nächsten Jahrzehnten nichts ändern.

Und was ist in 20 Jahren – Stichwort Klimawandel? Die Erwärmung hat nicht nur negative Auswirkung auf die ­Umwälzung. So war der Türlersee früher im Winter noch während längerer Perioden eisbedeckt, was eine Sauerstoffaufnahme über die Seeoberfläche verunmöglicht. Trotzdem seien negative Auswirkungen durch den Klimawandel nicht ausgeschlossen, so Pius Nieder­hauser. Der nur gerade 22 Meter tiefe Türlersee sei allerdings weniger gefährdet als etwa der Zürichsee mit einer Tiefe von 136 Metern: «Da braucht es viel mehr Energie, um das Wasser bis zum Grund zu mischen.»

 

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