Forum
11.12.2012

Wintereinzug im Säuliamt

Still und starr liegt die Senke zwischen Ettenberg, Dachenmas und Islisberg im Hintergrund. Im Vordergrund die pure Freude am Gleiten durch den Schnee. (Bilder Martin Platter)Seit bald 30 Jahren kümmert sich Hansruedi «Güx» Wettstein mit weiteren Ehrenamtlichen um den Zustand der Langlauf-Loipe im Feldenmas.

Still und starr liegt die Senke zwischen Ettenberg, Dachenmas und Islisberg im Hintergrund. Im Vordergrund die pure Freude am Gleiten durch den Schnee. (Bilder Martin Platter)

Seit bald 30 Jahren kümmert sich Hansruedi «Güx» Wettstein mit weiteren Ehrenamtlichen um den Zustand der Langlauf-Loipe im Feldenmas.

Schneeschaufeln ist derzeit der Volkssport Nummer 1 im Säuliamt. Die weisse Pracht freut nicht nur die Kinder. Die tief verschneite Landschaft lädt zu besinnlichen Spaziergängen und Wintersport aller Art.

von martin platter

«Seit vier Uhr morgens sind wir am Schneeräumen», erklärte Beat Trachs-ler, als er am Samstagnachmittag um Viertel nach eins endlich nach Hause kam. «Kaum hatten wir unsere Arbeit aufgenommen, wurde auch noch ein Hydrant umgefahren. Wasseralarm! Unter meterhohen Schneemaden den Schieber suchen, damit das Wasser abgestellt werden konnte», rekapitulierte der Angestellte der Regiebetriebe Wettswil, gezeichnet von dicken Augenringen. Er werde sich nun ein wenig schlafen legen.

Derweil sich immer mehr Leute bei der Hüslimatt, etwas unterhalb des Mühlebergs, einfinden. Es ist der südliche Sammelplatz der Langlaufloipe im Feldenmas, die bis zum Schützenhaus Bonstetten führt, wo sich der nördliche Sammelplatz befindet. 7,5 coupierte Kilometer misst eine Runde. Für deren Unterhalt hat sich im Winter 1984/85 die Interessengemeinschaft «Pro LL Feldenmas» gebildet. Kein Verein und auch keine Organisation mit kommerziellem Hintergrund. Sondern ein Quartett Sportverrückter, das sich aus eigenem Spass und Antrieb ehrenamtlich für die Schaffung und den Unterhalt des regionalen Sportangebotes in schneereichen Wintern einsetzt. Verändert hat sich einzig, dass die Exponenten inzwischen im Ruhestand sind und mehr Zeit für ihr Projekt aufwenden. Und, dass die Anrainergemeinden im Zuge von Sparmassnahmen ihre Zuschüsse gestrichen haben. Der Loipenunterhalt wird ausschliesslich von den Nutzern finanziert.

Langlaufloipen im Feldenmas und auf dem Mittelalbis

 

Die treibenden Kräfte im Hintergrund sind heute noch Hansruedi «Güx» Wettstein, Werner Ruprecht und Peter Schneider. Während sich Wettstein zusammen mit weiteren Ehrenamtlichen vor allem um den Pistenunterhalt kümmert, holt Ruprecht im Vorfeld die Einwilligung der Grundbesitzer ein. Nach abgeschlossener Saison wird zum Dank an die Landbesitzer und die Freiwilligen traditionell zum «Loipenschmaus» ins Restaurant Krone in Hedingen geladen.

«Die Schneeverwehungen waren stellenweise so hoch, dass ich mit der Loipenmaschine fast nicht durchgekommen bin», freut sich Wettstein. Nun ist er mit einer Schaufel unterwegs, um eine apere Stelle in der Loipe auszubessern, die eine Spur für klassischen und Skating-Stil anbietet. «Schade dass Hugos Lamabeizli auf der Hüslimatt schliessen musste. Nun müssen wir wohl selber eine Teestube einrichten», bedauert Wettstein das Wiehern des Amtsschimmels.

Derweil Bruno Heinzer auf dem Mittelalbis bereits selber eifrig am Laufen ist. Der Schweizer Langlaufmeister von 1978 über 15 Kilometer – damals noch im klassischen Stil – unterhält auf seinem Land ebenfalls eine zwei Kilometer lange Loipe. Vor der IG LL Feldenmas konnte er eine Walze übernehmen. Damit kommen auch die Skater voll auf ihre Rechnung. Da wie dort ein grandioses Erlebnis. Zu hören ist einzig das Gleiten des Skis. Die dicke Schneekulisse schluckt alle Nebengeräusche. Besonders beeindruckend ist das oberhalb Bonstettens. Still und starr liegt die Senke zwischen Ettenberg, Dachenmas und Islisberg da. Fast so, als ob die pulsierenden Verkehrsströme zu einem besinnlichen Rhythmus gefunden hätten.