Bezirk Affoltern
15.07.2019

Ein weiteres Jahr zur Bewährung

In der ursprünglichen Spitalplanung waren die Jahre 2018 und 2019 die Beobachtungsjahre. Nun dürfte das Jahr 2020 hinzukommen.<em> (Bild Livia Häberling)</em>

In der ursprünglichen Spitalplanung waren die Jahre 2018 und 2019 die Beobachtungsjahre. Nun dürfte das Jahr 2020 hinzukommen. (Bild Livia Häberling)

Fürs Spital Affoltern hat die neue Spitalplanung Vor- und Nachteile

von livia häberling

Im April 2018 beauftragte der Regierungsrat die Gesundheitsdirektion, die Spitalliste 2012 für Akutsomatik, Rehabilitation und Psychiatrie durch eine neue Spitalplanung auf das Jahr 2022 abzulösen. Die neuen Spitallisten sollen den Anforderungen des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG) genügen und eine langfristig finanzierbare stationäre Versorgung der Zürcher Bevölkerung gewährleisten. Nun gab der Regierungsrat am vergangenen Donnerstag bekannt, dass die Planung um ein Jahr auf 2023 verschoben wird.

Für Spitaldirektor Michael Buik ist ein Aufschub der Spitalplanung kein Nachteil für Affoltern. Nach bekanntwerden des Entscheids habe er bei der Gesundheitsdirektion nachgefragt, ob durch die Verschiebung auch der vorgeschaltete Prozess entsprechend angepasst werde. «Mit der Verschiebung müsste das Jahr 2020 ein weiteres Beobachtungsjahr und das Jahr 2021 das Bewerbungsjahr werden.» Sollte das Beobachtungsfenster verlängert werden, sieht Michael Buik das als Chance für das Spital: «Die ersten Entscheidungen aus der Medizinstrategie können dann bereits umgesetzt und auf ihre Tragfähigkeit überprüft werden.» Die Gesundheitsdirektion habe ihm eine adäquate Anpassung des Zeitplanes zugesichert – konkret geworden sei man jedoch nicht.

Auch der Spitalneubau muss warten

Durch die Verschiebung ändert sich auch der Zeitplan für den Spitalneubau. Dessen Ausbau würde sich an den bautechnischen Standards orientieren, die es braucht, um die erhaltenen Leistungsaufträge zu erfüllen.

«Ein weiteres Jahr in der aktuellen Infrastruktur wettbewerbsfähige Medizin zu erbringen, wird nicht einfacher», gibt Buik zu bedenken. «Wir brauchen einen neuen Spitalbau. Durch den Aufschub sind wir aufgefordert, unsere Mitarbeitenden weiter zu motivieren, professionelle Dienstleistungen zu erbringen, und dies in einem Gebäude, das den heutigen Ansprüchen von moderner Spitalinfrastruktur überhaupt nicht mehr gerecht wird.»