Vermischtes
28.05.2020

Wenn Steine zur Plage werden

Nico Eugster (links) und Tim Streich mit ihrer beeindruckenden Maschine mit den langen, ausklappbaren Armen zum Sammeln der Steine. (Bild Marianne Voss)

Nico Eugster (links) und Tim Streich mit ihrer beeindruckenden Maschine mit den langen, ausklappbaren Armen zum Sammeln der Steine. (Bild Marianne Voss)

Die beiden jungen Landwirte Nico Eugster und Tim Streich haben vor einem Jahr den ­mutigen Entschluss gefasst, einen Steinsammler anzuschaffen. Durch eine mechanische ­Aufrüstung kann die Maschine verschiedensten Anforderungen gerecht werden.

Von: Von Marianne Voss

«Steinreich sein ist nicht immer ein Privileg. Steinige Böden sind die Ursache für hohen Verschleiss und Maschinenschäden. Die Lösung: der Steinsammler.» Das ist auf der Website www.steinsammler-team.ch zu lesen. Steine im Kulturland können zur Plage werden und sind ein Dauerthema. Der junge Landwirt Nico Eugster – aufgewachsen in Hausen, heute in Obfelden wohnhaft – weiss, was es bedeutet, tagelang auf einem Acker Steine zusammenzusammeln. Die Arbeit ist nicht nur anstrengend, sondern auch sehr zeitraubend. «Die Klimaveränderung mit zunehmender Trockenheit trägt mit dazu bei, dass die Steine vermehrt an die Oberfläche kommen.»

Steinsammler – ein Novum

Nico Eugster arbeitete viele Jahre als Angestellter auf einem Lohn- und Handelsbetrieb in Obfelden. Heute ist er für die Firma BAQ tätig, die sich hauptsächlich mit der Ausbringung von Gärresten und Kompost beschäftigt. «Ich suchte aber den Weg Richtung Selbstständigkeit und überlegte, was hier in der Region noch nicht vorhanden ist.» So kam er auf den Steinsammler. Ein zufälliges Treffen mit seinem Kollegen Tim Streich aus der Vollenweid (Hausen) machte den Weg frei für ein gemeinsames Projekt. Tim führt den elterlichen Hof und hat nach dem Grossbrand vor vier Jahren von Milchwirtschaft auf Mutterkuh- und Pferdepensionshaltung umgestellt. Das gibt ihm nun genau die erforderliche Unabhängigkeit und Flexibilität, um den Steinsammel-Aufträgen gerecht zu werden.

Mit Leidenschaft und Sorgfalt

Vor einem guten Jahr kauften die beiden den «Elho Scorpio» aus Finnland, den ersten Steinsammler im Säuliamt. Seither bieten sie ihre Steinsammler-Dienste an. «Unsere Kunden sind vor allem Landwirte und Gemüsebauern, aber auch Baufirmen.» Die beiden Landwirte sind je zur Hälfte am Geschäft beteiligt. Tim ist oft mit der grossen Maschine unterwegs. Nico übernimmt vor allem die administrativen Arbeiten, setzt sich an Wochenenden aber auch selber ans Steuer. «Da wir beide Mitinhaber sind, setzen wir uns auch beide mit viel Leidenschaft und Herzblut für unser Unternehmen ein», erklären sie. «Wir pflegen die Kundenkontakte und natürlich auch unsern Steinsammler mit viel Sorgfalt.»

Die Besonderheit ihrer Dienstleistung bestehe in der Umrüstung der Maschine. Beim lokalen Schlosser liessen sie einen Siebrost einbauen mit austauschbaren Stäben. Somit ist es möglich, dass der Kunde bestimmen kann, welche Steingrössen gesammelt werden sollen. Je nach Kultur sind beispielsweise kleinere Steine im Boden erwünscht, und nur die grossen störend.

Grosse Nachfrage

Die Zahlen sind beeindruckend: Der Steinbunker in der Maschine kann 1,5 Kubikmeter Material fassen, das sind gut zwei Tonnen Gewicht. Pro Stunde kann der Sammler ungefähr 80 Aren Land bearbeiten. Die beiden jungen Unternehmer sind nach einem guten Jahr sehr zufrieden mit der Nachfrage. «Wir haben bei null angefangen und sind finanziell ein grosses Risiko eingegangen», betonen sie. Nun sind sie mit ihrer Dienstleistung bereits vom Zürichsee bis in den Kanton Aargau unterwegs.