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04.06.2020

Im Westen Affolterns entsteht ein neuer Stadtteil

Im Coopark können, teilweise durch Rückbau, Aufstockung und Ergänzung, ganz andere Formate entwickelt werden. 
Auf dem Areal entlang der Industriestrasse (im Vordergrund) und der Büelstrasse, im Besitz der Stadt Affoltern, sind 
eine Wohnüberbauung und Gewerbebetriebe möglich. Der Übungsplatz der Feuerwehr ist gesichert. (Bild Werner Schneiter)

Im Coopark können, teilweise durch Rückbau, Aufstockung und Ergänzung, ganz andere Formate entwickelt werden.

Neue Teilgestaltungspläne lassen im Gebiet Lindenmoos in Affoltern eine nachhaltige bauliche Entwicklung mit speziellen Qualitäten zu. In den nächsten 25 Jahren kann im Westen des Bezirkshauptorts ein urbanes Zentrum, ja ein neuer Stadtteil entstehen.

Von: Werner Schneiter

Die Eigentümer – UBS Pensionskasse, Erben Störi und Stadt Affoltern – haben sich trotz unterschiedlicher Ausgangslagen für eine Gesamtentwicklung des gut 32000 Quadratmeter umfassenden Areals entschieden. Grundlage bilden die privaten Teilgestaltungspläne «Lindenmoos 2», «Brauipark» sowie ­«Industrie/Büelstrasse». Diese lagen bis zum 3. Juni während 60 Tagen öffentlich auf. Innerhalb dieser Frist sind von privater Seite, von der ZPK und von drei Gemeinden Stellungnahmen eingetroffen.

Das Signal für einen Baustart ist also noch ausser Sichtweite. Am 29. November 2020 müssen die Stimmberechtigten der Stadt Affoltern an der Urne vorerst über die Aufhebung des aus dem Jahr 1996 stammenden Gestaltungsplans «Lindenmoos» befinden. Dieser ist nicht mehr zeitgemäss und widerspricht der übergeordneten Planung. Weil die neuen Teilgestaltungspläne gegenüber der Regelbauweise keine ­Abweichungen ­beanspruchen, können sie hernach vom Stadtrat genehmigt werden. Abschliessend müssen die Pläne von der Baudirektion des Kantons ­Zürich abgesegnet werden. Dann erfolgt eine öffentliche Ausschreibung. Nach Ablauf der Rechtsmittelfrist treten die Gestaltungspläne in Kraft. Erst dann können Bauprojekte vorgelegt werden.

Stärkung des Regionalzentrums

Was soll auf den Arealen entstehen? Konkrete Bauprojekte sind noch nicht vorhanden, aber sogenannte Richtprojekte, die gemischte Nutzungen von Wohnen/Gewerbe in verdichteter Bauweise an gut erschlossener Zentrumslage vorsehen. Die Bau- und Zonenordnung (BZO) verlangt einen Gewerbeanteil von 25 Prozent. «Die neuen Gestaltungspläne sind unabhängig voneinander, aber Impulsgeber für eine Stärkung des Regionalzentrums Affoltern», sagt Peter Schärer, Abteilungsleiter Bau und Infrastruktur. Ein Cluster, der die Zentren in Zürich, Zug oder Luzern konkurrenziert, wird es nicht, aber die verfeinerte BZO bietet gleichwohl interessante Perspektiven für eine urbane Entwicklung mit hoher Dichte. Positiv bewertet wird ausserdem das Freiraumkonzept, die verkehrsmässige Erschliessung, die Aufhebung der oberirdischen Parkplätze zugunsten von unterirdischen, die Sicherung eines neuen Baubestandes und die planungsrechtlich gesicherte Verlängerung der Fuss- und Velounterführung beim Bahnhofkreisel. «Mit diesem Konzept ist sehr viel herausgeholt worden für die Öffentlichkeit», so Stadtrat Markus Gasser.