Bezirk Affoltern
18.03.2019

Erster «Rückrunden-Dreier» perfekt

Die Flugkünste von Linth-Keeper Savanovic reichen nicht, um den WB-Siegtreffer durch Capone (verdeckt) zu verhindern. <em>(Bild Kaspar Köchli)</em>

Die Flugkünste von Linth-Keeper Savanovic reichen nicht, um den WB-Siegtreffer durch Capone (verdeckt) zu verhindern. (Bild Kaspar Köchli)

Fussball 1. Liga: Nach zuvor zwei Unentschieden glückte WB im dritten Spiel der Rückrunde mit einem Last-Minute-Tor der erste Sieg.

Von Kaspar Köchli

Beide Teams traten vor Wochenfrist stark auf. WB errang in Tuggen dank kämpferisch tadelloser Leistung ein 1:1, während sich Aufsteiger Linth beim 4:1 über Gossau seiner Aufgabe mit Bravour entledigte. Im Vorfeld der Partie meinte Trainer Schwegler: «Wir kennen die Stärken unseres Gegners, WB ist vor allem über die Aussenbahnen gefährlich. Um die Räume vor dem eigenen Tor im Griff zu haben, müssen wir kompakt und eng stehen.» Und Sportchef Fischli fügte hinzu: «Um gegen dieses Spitzenteam zu punkten, benötigen wir eine überdurchschnittliche Leistung.»

Kopftor-Premiere und Kuriosum

Die Partie begann mit einem Paukenschlag. Keine zwei Minuten waren gespielt, da zappelte der Ball bereits im Netz der Glarner. Nach energischem Flügellauf flankte Dzelili scharf zur Mitte, wo Schneebeli per Scheitel das 1:0 bewerkstelligte. «Vielleicht haben die mich alleingelassen, weil ich nicht als Kopfballungeheuer gelte», lachte der Torschütze nach seinem allerersten Kopftor. Die Freude der Heimischen währte nur kurz, aus dem Nichts heraus kam Linth kurios zum Ausgleich. Thaler, der überraschend anstelle des zuletzt zweimal spielenden Baumgartners das WB-Tor hütete, vermochte einen Rückpass Rüeggers nicht zu kontrollieren. Daraufhin kullerte der Ball zum 1:1 über die Torlinie. «Da war ich kurz unkonzentriert», ärgerte sich der Unglücksrabe.

Thaler steckte das Missgeschick nervenstark weg und avancierte in der Folge zum verlässlichen Rückhalt seines Teams. WB diktierte das Geschehen mehrheitlich und gelangte durch Lugo zu zwei guten Gelegenheiten. Beide Male fehlte es bei der Genauigkeit nur an Haaresbreite. Dann war die Reihe am rot-schwarzen Marjanovic, dessen fulminantes Geschoss von Linth-Keeper Savanovic mirakulös um den Pfosten gelenkt wurde. Auf der Gegenseite machten die Gäste bei ihrer ersten Chance von sich reden und auch zu hören – Sanchez’ wuchtige Direktabnahme liess das Ämtler Torgebälk erzittern. Dann kam WB-Peter mittels Kopfball zu einer Riesenchance, später eilte Thaler blitzschnell aus seinem Kasten und verhinderte mit einem mutigen Hechtsprung in die Füsse von Budimir dessen Erfolgserlebnis. Daraufhin erfolgte der Halbzeitpfiff und die Zuschauer durften beim Pausenbier über unterhaltsame erste 45 Minuten fachsimpeln.

Partie verflacht zusehends

Gleich nach Wiederanpfiff waren die Gastgeber bestrebt, die Entscheidung zu suchen. Allerdings endeten die Angriffe mehrheitlich in der stabilen Glarner Abwehr, einzig bei stehenden Bällen konnte WB wie gewohnt Gefahr heraufbeschwören. Je länger der Match dauerte, desto mehr nahm Linth das Heft in die Hand und war das aktivere Team – ohne sich jedoch kristallklare Chancen herauszuspielen.

Die Punkteteilung schien bereits Tatsache zu sein, da traf der kurz zuvor eingewechselte «Joker» Capone mit einem präzisen Schuss doch noch spät zum ersehnten Sieg. Aufgrund der Leistung in Hälfte zwei hätten sich die Linther einen Zähler verdient. Obschon ihnen faktisch kein Treffer gelang. Selbstredend, dass nach dem glücklichen 2:1 im WB-Lager ausgelassene Stimmung herrschte. So wurde geflachst, Torschütze Schneebeli habe nach der scharfen Hereingabe seinen Kopf nicht mehr einziehen können. Und Rüegger, dessen Rückpass nach Lapsus von Thaler im eigenen Tor landete, lachte: «Das Eigentor habe ich mit meinem ‹Schoggifuss› gemacht.» Mit diesen drei Punkten schaffte WB wieder den Klimmzug auf einen Aufstiegsplatz. Als Tabellenzweiter liegt es einen Punkt hinter Baden und zwei vor dem Dritten, Tuggen.

Sportplatz Moos, 175 Zuschauer; WB – Linth 04 2:1 (1:1). Thaler; Rüegger, Todzi (37. Brüniger), Studer, Peter; Schneebeli, Dzelili (71. Loosli), Mollet, Marjanovic (84. Capone), Miljkovic; Lugo (60. Zoller). Tore: 2. Schneebeli 1:0, 6. Rüegger (ET) 1:1, 89. Capone 2:1.