Sport
07.10.2019

Akrobatik und Luftballett unter Regenwolken

Ein Star des Flugtags hebt ab: die Concorde.<em> (Bilder Werner Schneiter)</em>Sie haben den Modellflugtag vor 40 Jahren ins Leben gerufen: Sven Wiesendanger (links) und Ueli Aeberhard.Atemberaubend und nicht ganz einfach – ein ganz besonderes Highlight zum Schluss erntete viel Applaus: Der «Tunnel» des PC-7-Teams.Das PC-7-Team, die Kunstflugstaffel der Schweizer Luftwaffe, begeisterte mit einem veritablen Luftballett.

Ein Star des Flugtags hebt ab: die Concorde. (Bilder Werner Schneiter)

Sie haben den Modellflugtag vor 40 Jahren ins Leben gerufen: Sven Wiesendanger (links) und Ueli Aeberhard.

Atemberaubend und nicht ganz einfach – ein ganz besonderes Highlight zum Schluss erntete viel Applaus: Der «Tunnel» des PC-7-Teams.

Das PC-7-Team, die Kunstflugstaffel der Schweizer Luftwaffe, begeisterte mit einem veritablen Luftballett.

Vom Looping über die Volte bis zum majestätischen Gleiten mit Rauchfahne und Musikbegleitung: Der Flugtag der Modelfluggruppe Affoltern in Hausen bot einmal mehr Spektakel – auch unter Mithilfe der PC-7-Staffel und des Super Puma Display Teams der Armee.

von werner schneiter

Sie heissen Bölkov 209 Monsun, Blackbird, L39 Albatros Breitling, Turbine Apache, Akro Doppeldecker oder XL Power Specter 700. Und so weiter. Es sind die kleinen Kopien grosser wie zum Teil geschichtsträchtiger Flugzeuge, welche die mehreren tausend Zuschauer am Wochenende auf dem Flugplatz in Hausen begeisterten. Sie gleichen den richtigen Jets aufs Haar, tönen gleich, erreichen Geschwindigkeiten von mehr als 300 km/h. Und sie riechen wie das Original, weil sie ebenfalls mit Kerosin betankt werden. Und manchmal schwingt Nostalgie mit, zum Beispiel bei den Lockheed-Modellen – eine Marke, die vom Himmel verschwunden ist. Sie alle heben von der Piste Richtung Regenwolken ab, gesteuert von hoch konzentrierten Piloten, die das Publikum begeistern, weil sie ihren Maschinen alles abverlangen. Sie lassen sie drehen, von Musik begleitet senkrecht nach oben steigen. Sie bringen die Modelle in der Luft zum Stillstand und lösen Rauchschwaden aus, mit denen Synchronflüge und akrobatische Einlagen noch eindrucksvoller werden.

Plötzlich richten sich dann die Augen auf ein besonders eindrucksvolles Modell: die Concorde, 140 kg schwer und 10 Meter lang. Sie stammt aus Bayern und repräsentiert einen Wert von gegen 100000 Franken. Majestätisch schwebt sie unter der Wolkendecke. Ihre Landung wird mit viel Applaus quittiert. Der gilt natürlich auch dem Steuermann, für den ein Absturz zur teuren Angelegenheit würde.

Programmieren statt bauen

Aber da sind alles Routiniers am Werk. Allerdings werde heute mehr riskiert als in früheren Jahren, sagt der im OK für Kommunikation zuständige Wolfgang Auth. Nach seinen Worten werden Modelle – meist aus glasfaserverstärktem Kunststoff oder aus Karbonfasern hergestellt - heute in der Regel «pfannenfertig» erworben. Stundenlanges Bauen und Basteln ist nicht mehr nötig, «nur noch» Programmieren. Weil nicht mehr Hunderte von Stunden investiert werden müssen und Herzblut aus diesem Grund nicht mehr so ausgeprägt ist, schwindet auch die Angst vor einem Absturz. Kommt es dazu, so kauft man halt ein neues Modell. Einfache sind schon für 200 bis 300 Franken erhältlich. Grenze nach oben: offen … «Angst ist beim Modellflug ohnehin ein schlechter Ratgeber», sagt Wolfgang Auth.

Kunstflugstaffel begeisterte

Die 40. Austragung des Modellflugtags, dem grössten in der Schweiz, wurde aber auch durch «richtige» Flieger aufgewertet. So erhielt das PC-7-Team, die Kunstflugstaffel der Schweizer Luftwaffe, für ihren samstäglichen Auftritt viel Applaus. Atemberaubend, was die von Cyril Johner geführte Truppe – ein veritables Luftballett mit einem ganz besonderen Höhepunkt zum Schluss: dem «Tunnel». Beeindruckt zeigte sich das Publikum auch am Sonntag bei der Präsentation der Flugeigenschaften eines Super Puma des Super Puma Display Teams.