Wer kauft die Autobahnraststätte MyStop?

Ausserordentliche GV ermächtigte den Verwaltungsrat zum Verkauf von Immobilie und Betrieb

Fehlende Frequenzen und ein zu teurer Bau mit dem Resultat einer Überschuldung der Gesellschaft sind die Hauptgründe für den Krebsgang der Autobahnraststätte MyStop. Auch die 2010 eingeleiteten Sofortmassnahmen fruchteten wenig. Damals wurden die Personalkosten von 5,2 auf 4 Mio. gesenkt und ein weiteres Sanierungskonzept auf die Beine gestellt – ohne greifbaren Erfolg. Die Raststätte schrieb auch in den folgenden Jahren Verluste.

An der ordentlichen Generalversammlung im Juni 2014 legte der Verwaltungsrat den Aktionären im Rahmen einer Konsultativabstimmung zwei Varianten vor: den Verkauf der Immobilie und die Weiterführung des operativen Betriebs durch die AG – oder den Verkauf von Immobilie mitsamt der Betriebskonzession. Die GV stimmte damals beiden Varianten zu.

Leicht ansteigende Frequenzen, aber keine Gewinnaussichten

Bendikt Höhn von der mit Restrukturierungsmassnahmen betrauten Zetra International sprach von leicht steigenden Frequenzen auf der Raststätte. So legte der Restaurantbetrieb um 4,6 Prozent zu; der Umsatz von 2014 kann zumindest gehalten werden. Bei den Shops wurden die Öffnungszeiten angepasst; auch dort wird knapp 12 Prozent mehr Umsatz erzielt, 4 Prozent mehr auch als beim damaligen 24-Stunden-Betrieb. Die Tankstellen legten um 0,7 Prozent zu. «Die Erfolgsrechnung zeigt aber, dass aus eigener Kraft keine Befreiung aus der schlechten Lage möglich ist», so der ernüchternde Befund des Spezialisten. Netto weist die Gesellschaft ein Fremdkapital von 16 Mio. Franken aus. Weil die Banken ihre Rangrücktritte erhöht haben, konnte ein Konkurs abgewendet werden. Und diese Banken – die Urner und die Zürcher Kantonalbank – zeigten sich gegenüber den Aktionären kulant, indem sie ihnen knapp 300000 Franken auszahlen – pro Aktie Fr. 16.50. «Eine aussergewöhnliche Geste», wie Peter Zgraggen, der neue Verwaltungsratspräsident, anmerkte.

Bei wenigen Enthaltungen stimmte die von 83 Aktionären besuchte ausserordentliche Generalversammlung den vom Verwaltungsrat auf den Tisch gelegten Schritten zu. So wird das operative Geschäft und die Immobilie in die neue, nicht belastete Gesellschaft Raststätte Knonaueramt übertragen. Damit wird der Weg geebnet für eine Weiterführung. Dann sollen Betrieb und Immobilie der Raststätte Knonaueramt an einen Investor veräussert werden. Diese Ermächtigung hat sich der Verwaltungsrat von den Aktionären geben lassen, um die nötigen Transaktionen durchführen zu können.

«Verkaufsverhandlungen mit einem Investor weit fortgeschritten»

Aber der VR konnte an der ausserordentlichen GV noch keinen Investor präsentieren. «Verhandlungen laufen nach wie vor. Sie sind nicht ganz einfach. Mit einem möglichen Investor sind sie aber schon ziemlich weit fortgeschritten», vermeldete Peter Zgraggen. Solche Verhandlungen, fügte Bendikt Höhn hinzu, seien immer von Unsicherheiten begleitet. Sie können sich verzögern und plötzlich die Suche nach einer anderen Lösung nötig machen. «Möglich, dass wir Ihnen den Investor im Spätfrühling nennen können, aber es kann auch länger gehen», sagte Höhn. «Wir sind nach wie vor überzeugt, dass die Autobahnraststätte an der A4 eine gute Idee ist», so das positive Schlusswort des VR-Präsidenten.

 

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