Lego-Ferienangebot im Kispi-Rehazentrum

Vom 16. bis am 19. Oktober hatten die Kinder im Rehazentrum des Kinderspitals in Affoltern die Möglichkeit, unter liebevoller Anleitung von vier Mitgliedern des Vereins SwissLUG, gemeinsam an einer grossen Lego-Landschaft mit fahrenden Eisenbahnen zu bauen.

Mitglieder des Vereins SwissLUG – von links: Marc Wyss, Sven Kromer und Lukas Blickenstorfer – spielen und bauen mit Kindern im Rehazentrum. (Bild Regula Zellweger)
Mitglieder des Vereins SwissLUG – von links: Marc Wyss, Sven Kromer und Lukas Blickenstorfer – spielen und bauen mit Kindern im Rehazentrum. (Bild Regula Zellweger)

Jeder baut, was er kann. Ein Junge konstruiert ein komplexes, beeindruckendes Flugzeugmodell. Ein anderes Kind strengt sich sehr an, zwei Steine aufeinander zu bringen – für es eine grosse feinmotorische Herausforderung. Als drei Steine beisammen sind, erklärt es strahlend: «Ein Lastwagen.» Lukas Blickenstorfer von SwissLUG bringt das «Objekt» zusammen mit dem Kind vom Werkstattraum in den Spiel- und Ausstellungsraum. Der Lastwagen wird inmitten von fahrenden Zügen optimal positioniert. Eine kleine Geschichte, die aussagt, was mit diesem gemeinsamen Projekt des Kinder-Rehazentrums und des Vereins SwissLUG angestrebt wird.

Mehr als Spiel und Spass

Für Kinder mit einer durch Unfall oder Krankheit verursachten Beeinträchtigung ist vieles nicht einfach. Sie haben deshalb gezielte Therapien. Spielen mit Lego kann man als fördernde Massnahme sehen: manuelle Geschicklichkeit, soziale Fähigkeiten und Persönlichkeitsentwicklung. Die Kinder sind herausgefordert, eigene Vorstellungen zu realisieren. Gelingt es, stärkt es den Selbstwirksamkeitsglauben: Ich kann das! Mit Unterstützung gelingt meist ein sichtbarer Abschluss ihrer Anstrengungen.

Alle Kinder bauen an einem gemeinsamen Projekt. Sie stehen nicht in Konkurrenz, sondern helfen einander. Sie sind tolerant, wissen, dass nicht allen alles gleich leicht fällt.

Und sie werden liebevoll motiviert und unterstützt von Eltern und Geschwistern der Kinder, die momentan im Rehazentrum wohnen oder zu Besuch sind, und von Lukas Blickenstorfer, Marc Wyss, Sven Kromer und Patric Gnepf von SwissLUG. Die vier Männer setzen ihre Ferien und Freitage für das Projekt ein. Sie haben auch ganz viele Lego-Bausteine und -Extrateile mitgebracht.

Lego-Fan-Verein SwissLUG

SwissLUG ist ein Verein von jungen und jung gebliebenen Lego-Fans, Konstrukteuren und Sammlern, die sich zum Ziel gesetzt haben, zum Thema Lego eine Förderungs- und Austauschplattform für Gleichgesinnte zu bieten. Als Lukas Blickenstorfer und Marc Wyss das Pilotprojekt aufgleisten, mit Kindern mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu bauen und zu spielen, stiessen sie zuerst bei ihren Vereinskollegen, nachher bei Ruth Meierhofer, Leiterin Ökonomie des Rehazentrums, auf offene Ohren. Sie nahm daraufhin die interne Organisation an die Hand.

Während der Ferien bleiben die Kinder im Rehazentrum, haben aber keine Schule, lediglich Therapien. Lego spielen ist eine tolle Ferien-Beschäftigung und eine gute Alternative zu Computerspielen. So erleben sie eine Woche, die sich vom strengen Alltag während der Schulwochen unterscheidet. Die Therapeutinnen integrieren das Lego-Angebot wenn möglich in die Therapiestunden.

Lukas Blickenstorfer beurteilt das Pilot-Projekt als sehr gelungen. Er und seine Kollegen bleiben dran.

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