Bezirk Affoltern
29.01.2018

Mit und ohne Schleier

Anlässlich der Vernissage der Ausstellung «Mit und ohne Schleier» in der KommBox in Aeugst, erzählte die Imkerin Yvonne mit viel Begeisterung und Fachwissen über das Leben von Bienenvölkern. (Bild Regula Zellweger)

Anlässlich der Vernissage der Ausstellung «Mit und ohne Schleier» in der KommBox in Aeugst, erzählte die Imkerin Yvonne mit viel Begeisterung und Fachwissen über das Leben von Bienenvölkern. (Bild Regula Zellweger)

In unserem Land leben viele demokratische, männermordende Völker: Bienenvölker. Das Leben der Bienen ist interessant – und wenn die Imkerin Yvonne Voegeli darüber erzählt, ist das nicht nur sehr informativ, sondern auch humorvoll.

von regula zellweger

Am vergangenen Donnerstag wurde die Ausstellung «Mit und ohne Schleier» in der KommBox Aeugst mit einem informativen Anlass eröffnet. Yvonne Voegeli erzählte den Vernissage-Besuchern vom Leben der Bienenvölker.

Im kleinen Ausstellungsraum hatte sie, zusammen mit den Projektleiterinnen der KommBox Inez Zindel Meier und Ruth Zimmermann, eine museumsdidaktisch überzeugende Ausstellung geschaffen.

Ausstellung zum Anfassen

Was Yvonne Voegeli erzählte, zeigte sie zusammen mit ihrem Mann Thomas gleich ganz praktisch. Sie begann mit der Winterarbeit der Imker: Sie überprüft regelmässig die Befindlichkeit ihrer Völker, indem sie eine flache Schublade zuunterst in der Bienenkiste herauszieht und schaut, was daliegt. Helle Wachsbrösel: Alles in Ordnung, die Bienen beheizen den Stock und ernähren sich vom in den verschlossenen Waben gehorteten Honig. Wenn sie die weisslichen Wachsdeckel abknabbern, um zum Honig zu kommen, fallen kleine Stückchen hinunter. Findet die Imkerin dunklere Brösel, ist es ein Zeichen, dass die Bienen mit dem Brutgeschäft begonnen haben.

Was man vielleicht nicht weiss, auch Bienen wollen ihre Blasen leeren. An milden Wintertagen ab 10 Grad fliegen sie aus, denn ihren Bienenstock halten sie sauber.

Frauenwirtschaft

Zu dieser Zeit ist der Bienenstock ein reines Matriarchat. Männchen braucht es nicht, diese werden erst im Frühling aus unbefruchteten Eiern gezogen. Die Arbeiterinnen erledigen alle Arbeiten, die dem Bienenvolk das Überleben sichern. Männchen schlüpfen, fressen, begatten – und werden dann abgemurkst.

Bei diesen Erzählungen hörte man ein Raunen bei den männlichen Vernissage-Besuchern. Wann es Zeit ist, dass die Königin unbefruchtete Eier legt, bestimmt das Volk. Es werden etwas grössere Waben gebaut. Ganz grosse Waben sind die Kinderstuben von zukünftigen Königinnen, die mit Gelee Royal gefüttert werden und deshalb grösser, aber auch plumper als die Arbeiterinnen sind.

Schwärmen im Mai

Yvonne Voegeli erzählte auch, wie junge Königinnen heranwachsen. Die alte Königin verlässt die Bienenkiste und sucht sich einen neuen Ort, um ihr Volk anzusiedeln. Die Imkerin zeigte mittels einer Tonaufnahme, wie es klingt, wenn die alte und die junge Königin kommunizieren. Auch das Ausschwärmen der alten Königin mit einem Teil des Volkes kündigt sich mit lautem Summen an.

Wie der Honig geschleudert wird oder wie neue Waben hergestellt werden, kann man an dieser «Ausstellung zum Anfassen» leicht nachvollziehen. Die Beschreibungen zu den einzelnen Stationen sind leicht verständlich.

Zum Schluss konnte man an der Vernissage ein Glas Honig erstehen, das Thomas Voegeli vor Ort aus der Schleuder abfüllte.

Diese Ausstellung ist nicht nur für Erwachsene lehrreich und unterhaltsam, ganz besonders für Eltern oder Schulklassen ist die grossartige Ausstellung auf kleinstem Raum zu empfehlen.

KommBox-Ausstellung «Mit und ohne Schleier», 25. Januar bis 29. März 2018 im Gemeindehaus, Dorfstrasse 22, Aeugst am Albis. Öffnungszeiten: Montag: 8 bis 11.30 Uhr 16 bis 18.15 Uhr; Dienstag, 8 bis 11.30 Uhr; Mittwoch, 8 bis 11.30 Uhr, 14 bis 16.30 Uhr: Donnerstag, 8 bis 11.30 Uhr.